
Wie teuer sind die Folgen des Bergbaus in Essen und Umgebung?
Über 309 Millionen Euro – so viel haben die Folgen des Bergbaus in Deutschland im letzten Jahr gekostet, im Jahr davor waren es noch 288 Millionen Euro. Das berichtet die RAG-Stiftung auf Zollverein. Sie muss die sogenannten Ewigkeitsaufgaben an Ruhr, Saar und in Ibbenbüren finanzieren. Dazu gehört, dauerhaft Grubenwasser aus den stillgelegten Bergwerken abzupumpen, damit das Grundwasser sauber bleibt. Außerdem muss Oberflächenwasser aus Gebieten abgepumpt werden, die sich durch den Bergbau abgesenkt haben.
Seit dem Ende des Steinkohlebergbaus 2018 bis zum ersten Quartal 2026 hat die RAG-Stiftung insgesamt bereits zwei Milliarden Euro dafür ausgegeben.
Woher kommt das Geld für die Ewigkeitsaufgaben rund um Essen?
Das Geld kommt durch Kapitalanlagen rein, zum Beispiel beim Essener Chemiekonzern Evonik Industries oder beim Gelsenkirchener Wohnungsunternehmen Vivawest. Insgesamt ist die RAG-Stiftung an mehr als 20.000 Firmen beteiligt. Die größte Einzelbeteiligung ist der Anteil an Evonik. Den will die Stiftung aber in Zukunft senken. Insgesamt hat sie im letzten Jahr einen Gewinn von 420 Millionen Euro gemacht. Es bleiben also rund 110 Millionen Euro übrig, die die Stiftung für die nächsten Jahre zurücklegen kann.
Warum gibt es Kritik an der RAG-Stiftung in Essen?
Der Bundesrechnungshof hatte der RAG-Stiftung in Essen zuletzt vorgeworfen, das Geld zu risikoreich anzulegen. Deshalb hat er die Haushalts- und Wirtschaftsführung der Stiftung überprüft. Auch der Bund der Steuerzahler in NRW fordert, dass die Stiftung vorsichtiger mit ihrem Geld umgeht. Mehrere Firmenbeteiligungen würden hohe Verluste bringen. Außerdem sollte es mehr Kontrollen geben, damit das Geld auch tatsächlich für die Ewigkeit reicht und nicht irgendwann der Steuerzahler einspringen muss.
Die RAG-Stiftung sagt, sie nehme die Kritik ernst, könne sie aber nur teilweise nachvollziehen. Die Stiftung müsse schließlich nicht auf Rücklagen zurückgreifen, um alles bezahlen zu müssen. Man wolle die Anregungen aber aufgreifen und diskutieren.