
Besonderer Fund für die Archäologie in Essen
Fachleute der Unteren Denkmalbehörde in Essen haben bei einem Außentermin ein altes Straßenschild mit dem Namen „Helfferichstraße“ entdeckt. Zuerst dachten sie, es sei nur weggeworfener Müll oder Schrott. Das Schild lag nämlich in einem Haufen mit Abfall aus den letzten 80 Jahren. Schnell wurde aber klar, dass es sich um ein echtes Stück Stadtgeschichte handelt. Das robuste Schild besteht aus Blech und ist mit dunkelblauer Emaille überzogen, während die Schrift weiß ist. Details dazu, wo genau der Fundort liegt, nennt der Text nicht.
Die dunkle Geschichte der Helfferichstraße in Essen
In Essen gab es diesen Straßennamen nur in der Zeit von 1933 bis 1945. Am Montag (8. Mai 1933) benannten die Nationalsozialisten die ursprüngliche Paulinenstraße um. Sie wollten so ihre Ideologie durch Namen mit NS-Bedeutung fest im Alltag der Menschen verankern. Der Namensgeber Karl Theodor Helfferich war ein Politiker, der sich in rechten und antisemitischen Kreisen engagierte. Nach dem Krieg verschwand der Name so schnell, wie er gekommen war. Bereits am Montag (18. Juni 1945) wurde die Straße in Rüttenscheid wieder zur Paulinenstraße.
Das Schild kommt ins Ruhr Museum nach Essen
Für die Stadtarchäologie in Essen ist das Fundstück ein bedeutendes Zeitdokument. Es zeigt deutlich, wie der NS-Staat damals versucht hat, die Bevölkerung zu beeinflussen. Wahrscheinlich wurde das Schild direkt nach der Umbenennung weggeworfen oder schon vorher heimlich abmontiert. Jetzt bekommt das historische Blechschild einen sicheren Platz für die Zukunft. Wie alle anderen archäologischen Funde aus der Stadt wird es künftig im Ruhr Museum in Essen aufbewahrt.
