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Abtreibungen in Essen: Kritik an Vorgehen der Uniklinik
© Annika Honnef/Radio Essen
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Abtreibungen in Essen: Kritik an Vorgehen der Uniklinik

Ein hochrangiger Arzt am Uniklinikum in Essen lehnt Abtreibungen ab. Entsprechend wenige Abtreibungen gibt es dort. Das wird stark kritisiert, auch eine Kundgebung ist geplant.

Veröffentlicht: Mittwoch, 20.05.2026 11:11

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Warum lehnt der Arzt in Essen Abtreibungen ab?

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Der Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Uniklinikum in Essen, Prof. Kimmig, macht keine Abtreibungen. Er kann sie nicht mit seinem Gewissen vereinbaren, sagt er in einem Interview mit der WAZ. Dort wird auch die Leiterin einer zentralen Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle der AWO zitiert. Sie sagt, dass durch diese Auffassung eines einzigen Arztes die Versorgung in Essen leide. An der Uniklinik würden kaum Abtreibungen stattfinden. Tatsächlich gibt es sie dort im einstelligen Bereich pro Jahr, sagt das Uniklinikum auf Radio Essen-Nachfrage - und zwar dann, wenn es medizinisch notwendig ist.

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Was sagt das Uniklinikum in Essen zu Abtreibungen?

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Das Uniklinikum in Essen-Holsterhausen schreibt in einem Statement, dass es für öffentliche Krankenhäuser in Deutschland keine Pflicht gibt, Abreibungen durchzuführen. Auch Ärztinnen und Ärzte können dazu nicht verpflichtet werden. Deswegen akzeptiert das Uniklinikum die Meinung von Prof. Kimmig seit 25 Jahren. Trotzdem komme die Uniklinik ihrem Versorgungsauftrag nach. Betroffene Frauen würden betreut und zusammen mit der AWO-Beratungsstelle an andere Kliniken vermittelt. Gleichzeitig soll der Versorgungsauftrag im Bereich der Geburtshilfe ausgebaut werden - sobald Prof. Kimmig im Juli diesen Jahres in den Ruhestand geht. Dann sollen - im gesetzlichen Rahmen - auch Abtreibungen durchgeführt werden können, wenn sie nicht nicht zwingend medizinisch notwendig sind.

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Welche Kritik gibt es in Essen bei der Diskussion um Abtreibungen?

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An der Haltung von Prof. Kimmig und der Situation an der Uniklinik in Essen gibt es viel Kritik. Der Kreisverband der Grünen etwa findet es untragbar, dass medizinische Leistungen an einem öffentlich finanzierten Uniklinikum nicht angeboten werden - nur aufgrund der persönlichen Überzeugung eines hochrangigen Arztes. Auch das Netzwerk "FIVE - Feminismus, Intersektionalität und Vielfalt in Essen" sieht die Grundversorgung in Essen in Gefahr und will nicht hinnehmen, dass ein Mann über den Körper einer Frau bestimmt. Deswegen hat es für Mittwoch (20. Mai) um 17.30 Uhr eine Kundgebung vor dem Haupteingang der Uniklinik angemeldet. Erwartet werden rund 50 Teilnehmende.

Das Thema hat es auch auf die Tagesordnung des NRW-Gesundheitsausschusses am Mittwochnachmittag geschafft.

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