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Tipps für den Garten

 

Zum Frühlingsanfang, warmen Temperaturen und Sonnenschein pur können sich die Gartencenter bei uns in der Stadt vor Kunden kaum retten. Besonders am Wochenende treten Sie sich die Füße platt. Alle wollen bunte Blumen. Viele kaufen auch Säckeweise frische Blumenerde. Damit werden nach dem langen Winter kaputte Gärten und Blumenkübel wieder schön hergerichtet.

Wer mutig ist, pflanzt auch schon vor Mitte Mai Sommerblumen, wie Geranien oder Petunien. Viele trauen sich das erst danach, weil dann die Eisheiligen vorbei sind und meistens kein Frost mehr kommt. Die Hauptsache ist aber: bunt, bunt, bunt. Radio Essen-Reporterin Larissa Schmitz hat deshalb mal in Ihre vollen Einkaufswagen gespinst.

Ihr habt keinen eigenen Garten und vielleicht auch keinen Balkon? Trotzdem gärtnert ihr aber gerne? Vielleicht sind dann Gemeinschaftsgärten etwas für euch. Ein neuer eröffnet am 21. April ab 14.00 Uhr in der Kleingartenanlage Lunemannsiepen in Kray. In zwei großen Schrebergärten könnt ihr Gemüse und Blumen pflanzen, Gartenmöbel bauen und haben eine Möglichkeit andere Essener kennenzulernen. Betreut wird der Garten von der Bonnekamp Stiftung in Katernberg. Anne Möllmann von der Stiftung hat uns den neuen Gemeinschaftsgarten schonmal gezeigt.

Mehr über Gemeinschaftsgärten in Essen findet ihr hier

Winfried Geschwinder ist seit über 40 Jahren Gärtnermeister im Grugapark und ist da unter anderem zuständig für die über 5000 Bäume im Park.  In fast allen Bereichen hatte er schon seine Finger im Spiel. Am meisten liegt ihm das Schauhaus am Herzen, weil er das Mitte der 80er-Jahre mit aufgebaut und neu bepflanzt hat. Und da sind dann auch Pflanzen aus fernen Ländern angekommen, zum Beispiel große Palmen, die mit Containern aus Südamerika in die Gruga transportiert wurden. 18 Leute mussten dabei anpacken, um sie auszuladen! Er hat uns ein bisschen von seiner Zeit im Grugapark erzählt und wie er sich fühlt, wenn ein Sturm „seine“ Bäume niederstreckt.


Das empfiehlt er:

Welche Blumen können wir jetzt schon einfplanzen? Winfried Geschwinder rät auf jeden Fall davon ab, jetzt schon Sommerblumen zu pflanzen. Wenn die Frost kriegen sind sie hin, da sollte man besser die Eisheiligen abwarten. Wer sie auf dem Balkon oder in Töpfen schon pflanzen will, muss sie bei Frost wieder reinholen. Im April können Sie aber schon gut Stiefmütterchen, Vergissmeinnicht und verschiedene Zwiebelpflanzen einpflanzen.

Sträucher und Bäume im Topf kann man das ganze Jahr über pflanzen, immergrüne Gehölze aber besser im August oder im Herbst. 

Bei Radio Essen hat Winfried Geschwinder Ihre Fragen zum Gärtnern beantwortet. Heidi aus Altenessen hat zum Beispiel immer wieder Probleme mit dem Buchsbaumzünsler. Da hilft nur das richtige Mittel aus dem Baumarkt, sagt der Experte.

Andreas aus Horst ist von Schildläusen an seinem Olivenbaum geplagt. Dabei hat er schon einiges versucht, um sie loszuwerden.

Kein grüner Daumen? Kein Problem! Gärtner Torsten Hamacher aus Schönebeck hat uns verraten, wie Sie auch als Amateur Ihren Garten oder Balkon aufhübschen können.

Welche Blumen?

Blumen solltet ihr nicht nur nach Ihrem Aussehen aussuchen, sondern auch danach, wo ihr sie einpflanzen wollt. Manche brauchen viel Sonne, andere viel Schatten. Auch der Boden ist entscheidend. Blumenerde solltet ihr nicht nur kaufen, wenn die Blumen im Topf oder Kasten landen, sondern auch, wenn ihr sie im Garten einsetzt. So haben die Blumen frische Erde mit vielen Mineralstoffen und können gut wachsen.

Wer nicht so viel Arbeit mit den Pflanzen haben will kann zum Beispiel Azalleen, Rhododendron oder Rosen pflanzen, die sind besonders pflegeleicht.

Azalee
Rhododendron
Geranien

Für den Balkon eignen sich besonders gut Begonien, Geranien und Petunien. Petunien mögen's gern schattig, sie eignen sich also besonders gut, wenn ihr nicht so viel Sonne auf dem Balkon habt. 

Vor allem bei Balkonpflanzen solltet ihr nicht zu viel gießen. Wenn die Blumen im Wasser stehen, dann können sie schnell kaputt gehen. Torsten Hamacher empfiehlt deshalb einen Wasserauffangbehälter unter Kästen und Töpfen, so haben die Blumen immer genug Wasser, ohne dabei zu ertrinken. Außerdem sollten Sie einen Wasserstandsmesser benutzen, der euch anzeigt, wann ihr wieder gießen sollten.

Wenn Sie noch Blumen und Sträucher aus dem letzten Jahr haben, dann können Sie gucken, ob sie nochmal kommen oder hinüber sind. Bei Pflanzen, die nochmal wachsen, sollten im Mai die ersten Sprösslinge rauskommen, dann können Sie alte, braune und vetrocknete Teile einfach abschneiden. Allerdings sollten Sie nicht zu viel abschneiden. Vor allem bei der deutschen Standardhecke, der Tuja-Hecke, stutzen viele Hobbygärtner so viel, dass vom Strauch kaum noch was übrig ist.

Die beste Methode, um die Schnecken aus dem Garten zu bekommen, ist angeblich das Absammeln. Wem das zu anstrengend ist, der kann aber auch auf eine Reihe an Hausmitteln zurückgreifen. Dafür könnt ihr euch zwei besondere Charakteristika der Schnecke zu Nutze machen: Sie brauchen Feuchtigkeit und mögen glatte Oberflächen. 

Starten wir mit der Feuchtigkeit. Die Blumen abends zu gießen ist eine schlechte Idee. Denn Schnecken sind nachtaktiv. Ist die Erde rund um Blumen und Gemüse also nachts nass, dann wird den Schnecken die Futtersuche schon mal deutlich erleichtert. Das heißt: Besser morgens gießen.

Außerdem solltet ihr die Pflanzen alle einzeln gießen, statt alles großflächig nass zu machen, so entstehen keine "Straßen" zwischen den Pflanzen. Zusätzlich könnt ihr Kalk oder Sägemehl um die Beete streuen – hilft allerdings auch nur bis zum nächsten Regen.

Wetterbeständig sind hingegen Eier- und Muschelschalen. Sie sind spitz und halten dadurch die Schnecken mit ihrer empfindlichen Oberfläche davon ab weiterzukriechen.

Außerdem ist Koffein schlecht für die Schnecken. Ihr könnt Kaffeesatz um die Blumen verteilen, oder die Blätter mit starkem Kaffee besprühen, auch das soll die Schnecken fern halten.

So wenig sie Kaffee mögen, umso mehr mögen sie Bier. Das bekannteste Hausmittel gegen Schnecken ist deshalb wohl auch die Bierfalle. Nimm dafür einen leeren Joghurtbecher, grabe ihn im Boden ein und fülle ihn mit Bier. Das lockt die Schnecken an, die dann in den Becher fallen und ertrinken. Das kann aber auch dazu führen, dass noch mehr Schnecken angelockt werden.

Auch das Ausstreuen von Salz ist nicht empfehlenswert. Es ist schlecht für den Boden und auch andere Tiere. Außerdem werden die Schnecken so qualvoll ausgetrocknet.

Naturschützer empfehlen deshalb eher auf natürliche Fressfeinde zu zählen, also zum Beispiel Igel, Vögel oder Kröten. Die fühlen sich besonders in naturähnlichen Gärten wohl. Wer zu viel Unkraut jätet wird die also nicht bei sich ansiedeln. Hühner- und Entenhalter haben übrigens auch selten ein Schneckenproblem.

Bei all dem Kampf gegen Schnecken gilt aber auch: Übertreibe es nicht. Die meisten Schnecken mit Gehäuse sind nicht schädlich für die Pflanzen, sondern sogar nützlich. Sie fressen zum Teil tote Pflanzenteile und Nacktschneckengelege.

Ameisen im Garten, auf dem Balkon oder gar im Haus stören nicht nur, wenn sie auf dem Kuchen rumkrabbeln. Ameisen haben eine sehr gute Nase, Essensreste solltet ihr deshalb immer gut wegräumen. Das heißt den Boden von runter gefallenen Bratwurstresten befreien, Essen im Kühlschrank luftdicht verpacken (Ameisen lassen sich selbst von der Kühlschrankdichtung nicht immer aufhalten) und Fressnäpfe der Haustiere nicht neben die Gartentür stellen.

Sind die Ameisen einmal da, gibt’s eine Menge Hausmittel. Das bekannteste ist wohl das Backpulver. Das hilft zwar – ist aber eher was für Tierquäler. Die Ameisen fressen das Backpulver und quellen auf bis sie irgendwann platzen.

Besser ist zum Beispiel eine Kreidebarriere. Einen dicken Kreidestrich da aufmalen, wo die Ameisen sonst herlaufen - fertig. Angeblich laufen die kleinen Krabbeltiere da nicht drüber.

Ihr könnt auch bestimmte intensiv riechende Gewürze oder Kräuter auf der Ameisenstraße verteilen, zum Beispiel Knoblauch, Thymian, Nelken, Zimtpulver oder Zitrone. Das stört den Orientierungssinn der Ameisen und sie laufen irgendwann woanders her.

Als Tierfreund könnt ihr die Ameisen auch umsiedeln. Füllt dafür einen Blumentopf, Eimer oder ähnliches mit Erde oder Holzwolle, stelle ihn umgekehrt auf das Ameisennest und warte, bis die Ameisen dort eingezogen sind. Mit einem Spaten könnt ihr den Topf dann woanders hintragen.

Jaja, schon klar, der moderne Mensch hat das Unkraut erst zum UN-Kraut gekürt. Naturfreunde stehen vielleicht auf einen möglichst naturnahen Garten, wer den Wildwuchs aber eindämmen will, der ärgert sich ständig drüber, dass zwischen den bunten Blümchen das Unkraut sprießt.

Das beste Mittel gegen das Unkraut ist tatsächlich das Jäten. Macht keinen Spaß, geht auf Knie und Rücken, ist aber die umweltfreundlichste Methode und schont vor allem die Pflanzen, die ihr ja vor dem Unkraut schützen wollt. Am leichtesten klappt’s mit dem Jäten wenn es geregnet hat und der Boden aufgeweicht ist.

Besonders ärgerlich ist auch Unkraut in den Terrassenfugen. Da könnt ihr etwas rabiater vorgehen. Bei feuerfesten Platten könnt ihr das Unkraut mit einem Brenner oder Flammenwerfer (gibt’s zum Ausleihen im Baumarkt) abbrennen. Oder ihr übergießt das Unkraut mit heißem Wasser, dadurch sterben die Pflanzen ab und lassen sich leichter rausziehen. Im Zweifelsfall könnt ihr natürlich auch alles mit einem Fugenkratzer, einem Messer oder einem Besen mit festen Borsten rauskratzen.

Einige Hobbygärtner schwören auch auf Salz und Essig, da solltet ihr aber lieber die Finger von lassen. Es schädigt Boden, Pflanzen (auch die, die ihr haben wollt) und Insekten, weil es nur langsam abgebaut wird und sich deshalb im Boden ansammelt. Salz und Essig als Unkrautvernichter sind sogar gesetzlich verboten, wer vom öko-bewussten Nachbarn beobachtet wird, könnte also sogar richtig Ärger bekommen.


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