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Störfall in Karnaper Heizkraftwerk

Das Müllheizkraftwerk liegt hinterm Rhein-Herne-Kanal nahe der B224.

Am Müllheizkraftwerk in Karnap hat es einen Zwischenfall gegeben. Am  Vormittag des 4. Februars ist da ein Filter kaputt gegangen. Deshalb sind rund um das Kraftwerk kleine schwarze Bröckchen runtergeregnet, lagen auf Straßen, Rasen und Spielplätzen.

Das Aktivkoksgranulat ist schwarz, porös und bis zu einem Zentimeter groß. RWE sagt, dass das Granulat nicht in den Mund kommen darf, man sollte es auch nicht anfassen. Straßenschuhe sollten vor dem Haus stehen bleiben und Gemüse aus dem Garten sollte sehr gründlich gewaschen werden.

Obwohl sich der Zwischenfall schon am Mittag ereignet hat, hat RWE die Öffentichkeit erst in den Abendstunden informiert. Bis dahin wussten viele Anwohner nciht, woher die schwarzen Körner kamen und waren daher äußerst besorgt.

RWE hat eine Hotline eingerichtet, unter der Ihr Euch melden könnt, wenn Ihr diese Bröckchen findet. Die Nummer: 0201 - 838 632 05

+++ updates +++

15.02.2019: Das Müllheizkraftwerk läuft wieder normal. Das Rostloch ist repariert und die Bezirksregierung hat die Erlaubnis gegeben, wieder Müll zu verbrennen. RWE meldet auch, die Straßen in Karnap sind wieder sauber. Auch in vielen Höfen und Gärten hat RWE geholfen, die Granulat-Flocken aufzusaugen. Trotzdem bleibt die Hotline noch geschaltet, falls Ihr doch noch was von den Flocken finden solltet.

08.02.2019 18:00 Uhr: Die Karnaper gucken weiter mit gemischten Gefühlen auf das Kohle-Granulat. Laut Landesumweltamt können Anwohner das Kohle-Granulat wie normalen Straßendreck wegwischen. Einige Karnaper nehmen das hin, andere glauben das nicht. Einer der Nachbarn will zum Beispiel dieses Jahr im Garten lieber nichts anpflanzen. 

Ist dieser staub harmlos? Laut der Untersuchungen schon.

08.02.2019 14:13 Uhr: Das Landesumweltamt gibt Entwarnung: Es habe niemals eine Gefahr für die Gesundheit gegeben. Das Granulat wurde unter anderem auf krebserregende Dioxine und PCB untersucht. Die Grenzwerte werden um das 20-fache unterschritten, heißt es. Auch die Nachbarn in Karnap sollen sich keine Sorgen machen. Gärten, Wiesen und Spielplätze sind ganz normal nutzbar. Das Granulat kann wie normaler Straßenschmutz entsorgt werden, sagt das Landesumweltamt.

Hier geht's zur offiziellen Pressemitteilung der Stadt Essen.

06.02.2019 17:23 Uhr: Die Ursache für den Zwischenfall im Müllheizkraftwerk in Karnap ist klar. Experten haben an einem Filter ein drei Zentimeter großes Rostloch gefunden. Der Filter ist insgesamt 400 Quadratmeter groß. RWE guckt sich jetzt auch die anderen Filter in Karnap noch einmal genauer an. Grundsätzlich ist die Anlage auf dem neusten Stand der Technik, heißt es. Gleichzeitig werden weiter Gärten und Höfe von Nachbarn sauber gemacht. Arbeiter von RWE haben dafür bisher 50 Termine ausgemacht. 

06.02.2019 09:30 Uhr: Das Landesumweltamt (LANUV) prüft aktuell das Kohle-Granulat aus Karnap. Vermutlich ist es mit Schadstoffen belastet. Wie stark ist aber noch nicht klar, sagt LANUV-Sprecherin Birgit Kaiser de Garcia.

Dioxine und PCB gelten als krebserregend. Die Warnung das Granulat lieber nicht anzufassen, ist aber erst mal nur eine Vorsichtsmaßnahme, heißt es. Erst wenn es Untersuchungsergebnisse gibt ist klar, wie gefährlich das Granulat ist.

Mit diesen Dosen erklären RWE-Mitarbeiter den Anwohner den Unterschied zwischen normalem, harmlosen Split und dem belasteten Granulat aus dem Kraftwerk.

06.02.2019 07:30 Uhr: Das Müllheizkraftwerk bleibt zum Teil lahmgelegt. Eine von vier Verbrennungsanlagen muss nach dem Störfall aktuell ausgeschaltet bleiben.

05.02.2019 19:30: Das Kohle-Granulat aus dem Müllheizkraftwerk ist vielleicht an mehr Stellen runtergekommen als gedacht. Nordöstlich der bisherigen Stellen sind auch schwarze Körnchen gefunden worden. Unter anderem in der Straße Carnaperhof. Sie sind aber deutlich kleiner als die bisherigen, sagt RWE. Auch diese schwarzen Körnchen werden untersucht.

05.02.2019 18:30 Uhr: Bisher haben sich 20 Karnaper gemeldet, die Granulat gefunden haben. Teilweise sind ihre Gärten damit voll. Manche Karnaper sagen, dass die Sauger kaum etwas bringen und machen sich Sorgen um Kinder, Tiere und Gemüse.

05.02.2019 16:38 Uhr: RWE sucht weiter nach der Ursache für den kaputten Filter. Vorher soll aber erst einmal alles rund um das Kraftwerk wieder sauber sein. Straßen und Wege sind schon sauber, jetzt folgen noch Gärten von Nachbarn in Karnap.

05.02.2019 16:21 Uhr: Die Stadt verteidigt, dass der Zwischenfall erst so spät öffentlich gemacht wurde. Erst abends haben RWE und die Stadt den Medien Bescheid gesagt. Die Menschen in Karnap waren zu dem Zeitpunkt aber schon informiert, sagt die Stadt.

Hörer entdecken schwarzes Granulat

Frank Czieczor aus Karnap war einer der ersten Essener, die uns angerufen und von dem sonderbaren Granulat in Karnap erzählt haben. Er hat das Granulat schon am Nachmittag entdeckt.

Frank hat dann die Polizei angerufen und die haben ihm dann vom dem Vorfall im Müllheizwerk erzählt. Auch Radio Essen am Morgen-Moderatorin Angela Hecker hat mit ihm gesprochen. Ihr erzählt er, was das für ein Gefühl ist, dass der Zwischenfall im Kraftwerk schon den ganzen Tag bekannt war, aber in Karnap niemand benachrichtig wurde.

Im Garten von Radio Essen-Hörer Mike liegen seit dem Zwischenfall in dem Müllheizkraftwerk diese schwarzen Klümpchen.

Auch andere Anwohner sind verunsichert, enttäuscht, empört. Sie machen sich sorgen um ihre Gesundheit und die ihrer Kinder und Haustiere. Wenn es nach Mike aus Karnap geht, soll der Vorfall rechtliche Konsequenzen für RWE haben.

Das sagt RWE

Kehrmaschinen fahren durch Karnap, die Kiesel konnte man sehen und Infoblätter hat RWE schon am Tag des Geschehens drucken lassen. Warum wurden alle Anwohner aber erst so spät informiert? Die Frage brennt vielen Essenern unter den Nägeln. Deswegen haben wir mit Olaf Winter, Pressesprecher von RWE gesprochen.

Mit diesen Infoblättern klärt RWE die Anwohner am Tag nach dem Störfall auf.
Das sagt das LANUV

Die Aktivkohle, die aus dem Müllheizkraftwerk in Karnap ausgetreten ist, wird zur Säuberung der Abgase genutzt. Dafür eignet sich die große, porige Oberfläche der Körner. Darin sammeln sich nämlich Kleinstpartikel, was seiner Eigenschaft als Material für die Reinigung eigentlich zugute kommt.

Das Problem ist aber: Bei der Müllverbrennung entstehen auch Dioxibne und PCB-haltige Stoffe. Diese können auch krebserregend sein. Deswegenwurde auch das LANUV, das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen informiert.

Im Interview mit Radio Essen-Moderatorin Anna Bartl erklärt Birgit Kaiser de Garcia, wie schäflich das Granulat sein kann und was für Maßnahmen das Amt in die Wege geleitet hat, um mögliche Schäden besonders klein zu halten.

Am Tag nach dem Störfall fahren noch immer Reinigungswagen durch Karnap. Sie sammeln die Aktivkohle auf.
Das sagt die Stadt

Was passiert mit dem Gemüse im Garten, wie werden die Anwohner noch ausführlich informiert und warum wurde die Warn-App "NINA" nicht ausgelöst?

Radio Essen-Moderatorin Anna Bartl hat mit Silke Lenz von der Stadt Essen gesprochen. Sie hat eine gute Nachricht: Bisher gehe sie von keiner akuten Gesundheitsgefährdung aus. Weitere Fragen klärt sie im Interview.

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