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Plastik vermeiden: Tipps aus Essen

Plastik vermeiden klingt schwer - immerhin finden wir überall in der Stadt Plastik-Müll. Metzgereien verbrauchen über 100.000 Plastikfolien im Jahr, um Fleisch einzupacken. In Ruhr und Emscher wurden schon winzige Mikroplastik-Teilchen entdeckt und mit rund 77.000 Gelben Tonnen kommt ganz schön viel Müll in Essen zusammen. Von normalen Mülltonnen und Verpackungen aller Art ganz zu schweigen.

Wir haben mit Essenern gesprochen, die versuchen so viel Plastik wie möglich zu vermeiden, haben Tipps gesammelt, wo wir eigentlich ganz einfach auf Plastik verzichten können und geguckt, wo es in Essen Plastikfreie Läden gibt.

Euer Einkaufswagen: Plastik vermeiden oder nicht?

Wer nicht direkt in einen unverpackt Laden gehen will, der hat es nicht ganz leicht im normalen Supermarkt auf Plastik-Verpackungen zu verzichten. Radio Essen-Reporterin Larissa Rosellen hat mal in Eure Einkaufswagen und Taschen geguckt. Wie viel Plastik ist da drin?

Wie sieht der Alltag ohne Plastik aus?

Wer ganz auf Plastik und Verpackungen verzichten will, der muss sich schon stark umstellen. Aber es ist möglich, das hat uns Johna aus dem Südviertel gezeigt. Er verzichtet schon seit Jahren wo es geht auf Plastik. Aber das geht nicht immer:

Aber nicht alles für Johna ist schlimm an Plastik. Es ist für ihn eher eine Sache der Lebensdauer. Bei Spielzeug für die Kinder zum Beispiel macht Johna eine Ausnahme:

Wurmkiste für Kompostabfälle

Hier gibt es ein paar Tipps von Radio Essen-Hörern, wie Ihr Plastik und unnötigen Müll einfach vermeiden könnt:

  • Stofftaschen statt Plastiktüten zum Einkaufen


  • Obst und Gemüse ohne die Plastiktüte kaufen, lieber lose und dann sowieso zuhause gut waschen


  • Shampoo und Seife nicht in Plastiktuben, sondern feste Naturseifen


  • Wurmkiste für Salatabfälle: Würmer leben darin in Erdschichten und fressen die Kompostabfälle

Die Gelbe Tonne gehört mittlerweile zum Inventar in jedem Müll-Haushalt. Sie ist allerdings umstritten, weil da der Müll doch auch nur verbrannt wird. Wir haben mit der Firma Remondis gesprochen, die sich bei uns in Essen um die Gelbe Tonne kümmert.

Was wird recycelt, was nicht?

Über die Hälfte des Abfalls in der Gelben Tonne wird recycelt. Das liegt weit über dem gesetzlich vorgeschriebenen Wert von 36 Prozent. Bald sollen es sogar über 60 Prozent sein, die aus der Gelben Tonne komplett recycelt werden können. Das liegt vor allem an den neuen Sortiermaschinen, die immer besser den Müll in seine Rohstoffe aufteilen können. Und aus dem gewonnen Material werden dann zum Beispiel neue Becher oder Kleidung gemacht.


Warum kann nicht alles recycelt werden?

Das liegt daran, dass oft "Falscher Müll" in der Gelben Tonne landet. Manche achten nicht auf den grünen Punkt und schmeißen Müll, der eigentlich in die Graue Tonne gehört, in die Gelbe. Dann gibt es noch andere Probleme. Beim Joghurtbecher zum Beispiel kann die Sortiermaschine den Becher nicht vom Deckel trennen, wenn der noch dran hängt. Daher müssen wir auch beim Wegwerfen drauf achten, den Müll richtig zu sortieren. Becher in die Gelbe Tonne, den Deckel in die Graue.

"Von Grünstadt" für Plastikfreie Haushaltswaren

Der Laden von Helena Mohr im Südviertel am Isenbergplatz bietet viele Sachen, die entweder nicht verpackt sind oder für Euren Einkauf im normalen Supermarkt eine gute Alternative zu Plastiktüten bietet. Zum Beispiel Brotsäckchen oder Stoffnetze, mit denen Ihr Brot und Obst nicht mehr in der Plastiktüte holen müsst. Dazu gibt es Dosen und Becher aus Edelstahl, Créme-Deos, feste Seifen usw.

Hier geht es zur Seite "Von Grünstadt".

 

Helena Mohr erzählt, wie man sich ihren Laden vorstellen muss.

 

Niemand ist perfekt und so hat auch Helena Mohr noch ein wichtiges Ziel vor Augen:

"Glücklich unverpackt" in Rüttenscheid

Wenn Ihr normale Supermärkte nicht mehr sehen könnt, vor lauter Plastik, dann ist der "Glücklich unverpackt"-Laden bestimmt was für Euch. An der Rosastraße könnt Ihr alle Lebensmittel in Dosen und Einweggläser packen und zapfen und ganz ohne Plastiktüte mitnehmen.

Hier geht es zu "Glücklich unverpackt".

Unser Beitrag mit Eindrücken:

"The Oak" mit Nudel-Strohhalmen

Plastik-Strohhalme sind seit einer Weile verboten. Sie werden nicht mehr in der EU hergestellt. Alternativen müssen her. Das Sausalitos und das The Oak im Südviertel an der Hildegardstraße setzen auf Nudeln. Lange harte Makkaroni bieten sich dazu sehr gut an. Außerdem achtet das The Oak auf recycelbare Verpackungen bei Lebensmitteln, Plastik kommt möglichst nicht ins Haus, nur Pappe.

Hier geht es zur Seite vom "The Oak".

Bei Radio Essen haben uns die Inhaber vom Oak erzählt, worauf sie achten:

Die To-Go-Verpackungen sind aus Pappe im Oak. Aber auch Speisekarten, Tische und Stühle sind aus Holz oder Edelstahl und nicht aus Plastik. Die Frage die sich allerdings stellt: Bei aller Nachhaltigkeit -  gibt es da keine Hygieneprobleme wenn lose Nudelstangen in einem Glas herumstehen?

Bio-Metzgereien Burchhardt

Salami kaufen? Hier wird die Wurst aber nicht in Plastik eingepackt. In den Bio-Metzgereien von Bernd Burchardt in Bergerhausen und Kupferdreh kann die Fleischware direkt in der mitgebrachten (Tupper)-Dose verstaut werden. 

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