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Mann rast durch die Innenstadt

Große Aufregung in der Innenstadt: In der Luft kreiste ein Hubschrauber, an sämtlichen Straßen war die Polizei mit einem Großaufgebot präsent. Der Grund: Ein Mann war mit einem Auto über den Kennedyplatz und über die Limbecker Straße gerast. Wir fassen die Ereignisse zusammen.

Zeugen weiterhin gesucht

Nachdem am Freitagmorgen (29. März) ein Mann mit einem grauen Opel Astra durch die Fußgängerzone der Essener Innenstadt gerast und Passanten gefährdete hat, sucht die Polizei weiterhin Zeugen.

Der Ermittler des Kriminalkommissariats 11 sucht Passanten, die von dem heranrasenden PKW konkret gefährdet wurden oder Menschen, die den Vorfall beobachtet haben. Viele haben der Polizei schon gesgat, dass einige Menschen nur durch den Sprung zur Seite einen Zusammenstoß mit dem Fahrzeug verhindern konnten. Die Polizei bittet die Passanten, sich bei der Kripo unter der Rufnummer 0201/829-0 zu melden.

1. April: Motiv bekannt

Ein ganz normales Alltagsproblem hat am Freitag für die Irrfahrt durch die Innenstadt und einen anschließenden Anti-Terror-Einsatz gesorgt. Ein 19-jähriger Mann aus Tadschikistan wurde wohl in einer Bank abgewiesen, weil er keinen Ausweis dabei hatte. Der 19-Jährige ärgerte sich nach seinem Bankbesuch offenbar dermaßen, dass er mit einem Auto durch die Fußgängerzone raste.

Die Essener Staatsanwaltschaft berichtet, dass mehrere Menschen zur Seite springen mussten, um nicht von dem Auto erfasst zu werden. Die Befragung der Zeugen laufe aber noch. Es werde wegen versuchten Mordes ermittelt, der junge Mann sitzt in Untersuchungshaft. Danach folgte noch ein Anti-Terror-Einsatz in verschiedenen Städten, weil man nicht ausschließen konnte, dass der 19-Jährige Verbindungen zu einer tadschikischen IS-Gruppe hatte. Das war am Ende aber nicht der Fall.

Razzien nach Irrfahrt

Die Irrfahrt war der Auslöser für einen Anti-Terroreinsatz in NRW und Baden-Württemberg. Weil erst ein terroristischer Hintergrund nicht ausgeschlossen werden konnte, hat die Generalstaatsanwaltschaft elf Männer von der Polizei festnehmen lassen. Der Grund: Sie hatte Sorge, der Irrfahrer sei Vorreiter für weitere Anschläge gewesen. Die festgenommenen Männer sollen vorgehabt haben, einen Anschlag zu planen. Aber es stellt sich heraus: Die Irrfahrt und der mögliche Anschlag stehen nicht im Zusammenhang. Der Irrfahrer wurde am 30.03.19 dem Haftrichter vorgeführt. Der Vorwurf: Versuchter Mord.

Interview mit Christoph Wickhorst von der Polizei Essen

Ein Mann rast mit einem Auto durch die Innenstadt. Warum macht man so etwas? Wer ist dieser Mann? Und wo ist er genau her gefahren? Wir haben mit Christoph Wickhorst von der Polizei in Essen gesprochen. 

Es gibt auch Kritiker, die sagen, dass der Einsatz der Polizei zu aufwändig gewesen sei. Ein Hubschrauber flog über die Innenstadt und sehr viele Polizisten waren im Einsatz. Auch dazu bezieht der Pressesprecher Stellung.


Erste Erkenntnisse

Die Polizei hat jetzt die Identität des Autofahrers festgestellt, der durch die Innenstadt gerast ist. Der Mann ist 19 Jahre alt und kommt aus Tadschikistan. Zum Motiv konnte die Polizei auf Radio Essen-Nachfrage noch nichts sagen.

Aktuell geht sie davon aus, dass es kein Terrorakt war. Sie stuft die Tat als versuchtes Tötungsdelikt ein. Vor der Festnahme heute ist der Mann wegen mehrerer kleiner Delikten bei der Polizei aufgefallen. Zum Beispiel, weil er schon ohne Führerschein unterwegs war.

Die Polizei ermittelt

Gefunden hat die Polizei den Fahrer und das Auto am alten Hauptbad an der Steeler Straße hinter der alten Synagoge. Dort saß er in seinem parkenden Auto. Bei der Fahrt durch die Innenstadt wurde wohl niemand verletzt. Lediglich bei der Festnahme zogen sich der Fahrer und ein Polizist leichte Verletzungen zu.

Peter Elke von der Polizei erklärt den derzeitigen Stand der Dinge. Im Hintergrund hört man noch immer den Hubschrauber über ihn kreisen.

Peter Elke von der Polizei Essen
Entscheidender Hinweis kam von Radio Essen-Hörer

Der entscheidende Tipp kam vorab von Radio Essen-Hörer, Dieter Woweris. Er arbeitet in dem Parkhaus an der Steeler Straße und hat den Fahndungsaufruf im Radio gehört. Ein Auto am Straßenrand kam ihm verdächtig vor.

Alarmiert hat er die Polizei angerufen, der er am Telefon erklären musste, ob der Fahrer noch im Auto sitzt.

Foto: Frank von Pigage
Festnahme gegen 12 Uhr

Gegen 12 Uhr kam die Meldung, dass die Polizei das verdächtige Auto am alten Hauptbad an der Steeler Straße gefunden hat. Der Fahrer saß noch im Auto. Die Polizei hat ihn festgenommen.

Dabei erzählte die Polizei auch, dass der Fahrer vormittags mehr als eine halbe Stunde durch die Innenstadt gerast ist. Er soll auch durch die Fußgängerzone gefahren sein, unter anderem über den Kennedyplatz und die Limbecker Straße. Fußgänger mussten zur Seite springen. An der Steeler Straße hinter der alten Synagoge saß der Fahrer in seinem geparkten Auto. Ein Radio Essen-Hörer hatte ihn entdeckt.

Erste Meldungen

Zunächst fahndet die Polizei in der Innenstadt nach einem verdächtigen Auto. Auch ein Hubschrauber fliegt über den Häusern. Die Polizei sagt, dass das Auto über eine Stunde lang durch einen Kreisverkehr gefahren sei und auch gerast ist. Die Polizei suchte nach einem silbernen oder grauen Opel Astra. Meldungen über Verletzte bestätigte die Polizei nicht.


Viele waren erschrocken: Zeugen berichteten uns von dem Auto, das wild durch die Straßen fuhr. Menschen vor den Cafés in der Innenstadt sind aufgesprungen und hatten panische Angst. Diese Bäckereifachverkäuferin hat den Schrecken live miterlebt: 

Erste Meldungen der Polizei

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