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Ausstellung zum Ende des Bergbaus

Das Ende naht. Die letzten beiden Zechen machen dicht in Bottrop und Ibbenbüren. Das Ruhr Museum und das Deutsche Bergbau-Museum Bochum widmen dem Thema eine neue Ausstellung auf Zollverein. In der Mischanlage der Kokerei geht es um das „Zeitalter der Kohle“. Die Ausstellungsmacher stellen den Zusammenhang zur europäischen Geschichte her. Denn schließlich gab es wegen der Kohle Kriege und wurde am Ende die europäische Union gegründet. Ohne Kohle würden wir heute immer noch in handgefärbten Leinen rumlaufen. Nur reiche Menschen könnten sich bunte Kleider leisten.

Besuch der Mischanlage über die Standseilbahn

Das Gebäude der Mischanlage allein ist schon einen Besuch wert. Die Ausstellungsmacher haben es nach der Ausstellung zum ersten Weltkrieg 2014 wieder in Betrieb genommen. Der Zugang erfolgt wie damals wieder mit der Standseilbahn, es geht also vom Wiegeturm rauf in die Mischanlage und dann in der Ausstellung wieder nach unten. Den Anfang macht das größte Stück zusammenhängende Kohle. Ein echt großer Brocken, Kohle zerbröselt sonst immer. Dazu kommt die erste Dampfmaschine aus dem Bergbau-Museum Bochum. Eine Wand leuchtet bunt, das sind alles Farben, die sich aus den Stoffen herstellen lassen, die bei der Verarbeitung der Kohle entsteht.

Radio Essen-Moderatorin Anna Bartl hat die Ausstellung besucht und mit dem Initiator Theo Grütter über die neue Ausstellung gesprochen. Er hat ihr erzählt, wie groß dieses Projekt ist und was sie den Besuchern zeigen soll.

Die Folgen des Kohleabbaus

Außerdem widmet sich die Ausstellung auch vielen aktuellen Fragen. Was ist durch den Kohleabbau alles entstanden? Zerstörte Natur, Halden, Bergsenkungen, Überschwemmungen, CO2 und vieles mehr. Der Kampf um den Bergbau hat hier im Ruhrgebiet aber auch vieles bewegt. Die Proteste der Bergleute haben dazu geführt, dass sich Manager und Politiker über den Strukturwandel Gedanken machen mussten. Auch der Alltag der Bergleute und ihrer Familie wird abgebildet. Viele Bergleute sind bei Grubenunglücken ums Leben gekommen oder sind durch die schwere Arbeit unter Tage krank geworden.

Moderatorin Anna Bartl spricht mit Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Brüggemeier von der Universität Freiburg über die Vielseitigkeit von Kohle und darüber, wieso sie eigentlich eine "Schatzkammer" ist.

Die Ausstellung

Die Ausstellung läuft vom 27. April bis zum 11. November 2018 in der Mischanlage der Kokerei auf Zollverein. Sie ist von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist am Fuß des Wiegeturms am Ende des Parkplatzes an der Kokerei.

Eintrittspreise: Erwachsene zahlen 10 Euro, ermäßigt 7 Euro, Gruppen pro Person 8 Euro, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Eintritt, das gilt auch für Schüler- und Studierendengruppen im Rahmen einer Führung.

Zur Ausstellung bietet das Ruhr Museum ein umfangreiches Begleitprogramm mit Exkursionen an. Außerdem werden noch an mehreren Terminen Dokumentar- und Spielfilme rund um den Bergbau gezeigt. Teilweise sind da sehr seltene Filme dabei, die sonst nie zu sehen sind.


Interviews zur Sache
  • Interview mit Prof. Dr. Heinrich Theodor Grütter, Leiter des Ruhr Museums
    Aus den eigenen Archiven hat der Leiter des Ruhr Museums Prof. Dr. Heinrich Theodor Grütter viele Erinnerungsstücke raus gesucht. Hier schätzt der Leiter des Ruhr Museums im Gespräch mit Radio Essen Moderatorin Anna Bartl in der Mischanlage der Kokerei auf Zollverein die Bedeutung dieser Ausstellung ein. Er erzählt ihr, was in der Ausstellung alles gezeigt wird. Dabei werden viele Besucher überrascht sein, was aus der schwarzen Kohle alles hergestellt wird.
  • Interview mit Dr. Michael Farrenkopf vom Bergbau-Museum
    Aus dem Bergbau-Museum in Bochum stammen ebenfalls viele Stücke für die Ausstellung in der Mischanlage der Kokerei. Ebenso wäre die Ausstellung nicht ohne das Wissen und die Zusammenarbeit mit Dr. Michael Farrenkopf möglich gewesen. Er ist der stellvertretende Leiter des Bergbau-Museums in Bochum. Auch mit ihm spricht Radio Essen Moderatorin Anna Bartl über die Ausstellung und den Anteil der Bochumer.
  • Interview mit Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Brüggemeier
    Die Ausstellung in der Mischanlage geht es auch um das große Ganze. Den historischen Überblick über die Bedeutung des Kohleabbaus im Ruhrgebiet kennt kein anderer genauer als der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Brüggemeier aus Freiburg. Er hat unter anderem an den Ausstellungen im Gasometer in Oberhausen „Feuer und Flamme. 200 Jahre Ruhrgebiet“ und „Der Ball ist rund. Die Fußballausstellung“ mit gearbeitet. Auch an der neuen Ausstellung auf Zollverein hat er großen Anteil. Radio Essen Moderatorin fragt ihn nach dem Wert der Kohle.

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