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Ende des Bergbaus

Am 31. Dezember 2018 geht im Ruhrgebiet eine Ära zu Ende. Mit der letzten Schicht auf Zeche Prosper-Haniel in Bottrop endet die mehr als 1000-jährige Geschichte des Ruhrbergbaus. Das bedeutet auch: Mit Prosper-Haniel und dem Bergwerk Ibbenbüren werden die letzten Steinkohlezechen in Deutschland stillgelegt. Auf dem Höhepunkt des Steinkohlebergbaus im Ruhrgebiet arbeiteten mehr als 480.000 Kumpel in den Zechen und förderten rund 125 Millionen Tonnen Steinkohle im Jahr.

Die bekannteste Zeche war und ist die Zeche Zollverein. In den 1920er Jahren galten die Anlagen rund um Schacht 12 als modernste Zeche der Welt. Heute stehen die Schächte und Gebäude auf dem Hauptgelände unter Denkmalschutz. Zusammen mit der Kokerei an der Köln-Mindener-Straße bilden sie das größte industrielle UNESCO-Kulturerbe der Welt.

Ausstellung zum Ende des Bergbaus

Das Ende naht. Die letzten beiden Zechen machen dicht in Bottrop und Ibbenbüren. Das Ruhr Museum und das Deutsche Bergbau-Museum Bochum widmen dem Thema eine neue Ausstellung auf Zollverein. In der Mischanlage der Kokerei geht es um das „Zeitalter der Kohle“. Die Ausstellungsmacher stellen den Zusammenhang zur europäischen Geschichte her. Denn schließlich gab es wegen der Kohle Kriege und wurde am Ende die europäische Union gegründet. Ohne Kohle würden wir heute immer noch in handgefärbten Leinen rumlaufen. Nur reiche Menschen könnten sich bunte Kleider leisten. Hier gibt es mehr zu der Ausstellung.

Kokerei Zollverein
Quelle: Stiftung Zollverein

Mehr Infos zur Ausstellung

Die Ausstellung läuft vom 27. April bis zum 11. November 2018 in der Mischanlage der Kokerei auf Zollverein. Erwachsene zahlen 10 Euro. Außerdem bietet das Ruhr Museum ein umfangreiches Begleitprogramm mit Exkursionen und Filmvorführungen an. 

Die wohl größte private Bergbau-Sammlung in Essen

Der ehemalige Malermeister Siegfried Bartsch streicht mit den Fingern den Staub von einem der vielen Regale in seinem Keller. "Das ist mein kleines Reich", erzählt er stolz und zeigt auf die vielen Grubenlampen, Gasmessgeräte und Helme. Vorsichtig nimmt er eine fast 200 Jahre alte Lampe in die Hand, öffnet sie mit einem leisen Klicken und erklärt, wie sie einst funktioniert hat. Bartsch sammelt seit etwa 50 Jahren alles, was einmal untertage im Einsatz war. Radio Essen-Reporter Sven Christian Schulz wurde beim Besuch im Keller laut begrüßt...

Brieftauben-Metropole Ruhrgebiet

Brieftauben zu züchten hat bei uns im Ruhrgebiet schon lange Tradition, denn es war das große Hobby der Bergleute. Auch Taubenzüchter Joachim Skrzypczak aus Stoppenberg war Bergmann. Die Tradition des Taubenzüchtens führt er bis heute mit der ganzen Familie fort. Sven Christian Schulz hat ihn besucht.


Zechenlandschaft in Steele

Vera Lüttenberg hat sich in ihrem Vorgarten in Steele eine kleine Zechenlandschaft gebaut. Highlight der Sammlung an der Straße "Am Stadtgarten" ist ein 1,20 Meter hoher Nachbau des Förderturms der Zeche Zollverein in Steele. Ihr Lebensgefährte bekomme immer Tränen in den Augen, wenn er Zollverein im Fernsehen sehe, sagte sie in einem Radio Essen-Interview und da hat sie den Doppelbock nachbauen lassen und in den Vorgarten gestellt. Außerdem gibt es dort noch einen Kohlezug, eine Lore und einen Bergmann.

Fotos: Dietmar Klingenburg


Bevor die letzte Zeche im Ruhrgebiet schließt, hatten acht Radio Essen-Hörer die Chance, die Arbeit der Bergleute nochmal hautnah mitzuerleben. Im Rahmen der ExtraSchicht haben sie eine exklusive Grubenfahrt ins Bergwerk Prosper-Haniel in Bottrop mitmachen dürfen.

So war die Grubenfahrt

Bewaffnet mit Helm und Schutzbrille durften acht Radio Essen-Hörer 1200 Meter tief in die Erde fahren und den Bergbau unter Tage erkunden. Alle waren begeistert.

 

Als erstes ging es durch ein Drehkreuz zum Schacht. Genauso treten die Bergmänner jeden Tag ihren Dienst an. Dann verschwinden sie für acht Stunden unter der Erde.

Anderthalb Minuten dauert eine Fahrt mit dem Aufzug auf 1.200 Meter unter der Erde. Mit 40 km/h ist der ganz schön schnell unterwegs und wackelt auch ordentlich. Als die Türen aufgegangen sind, war Grubenfahrt-Gewinner Thomas aus Katernberg quasi sprachlos. Er ist ehemaliger Bergmann, war aber seit 18 Jahren nicht mehr unter Tage.

 

Unter Tage konnten unsere Gewinner dann alles erkunden. Da unten ist es ziemlich warm und staubig. Am Anfang des Schachts stehen riesige Maschinen. Sie müssen alle wieder rausgeholt werden, wenn die Zeche schließt. Außerdem hängen dort Wasserkanister. Sie sollen dafür sorgen, dass nicht der ganze Schacht Feuer fängt, falls es eine Explosion gibt.

Ganz schön aufwendig, spannend und gefährlich dort unten. Unsere Gewinner konnten hinterher gut nachvollziehen, dass die Kohlekumpel so gut zusammenhalten.


Überblick zum Ende des Bergbaus im Ruhrgebiet

Abschied von der Kohle

Passend zum Ende des Bergbaus gibt es auch viele Veranstaltungen hier im Ruhrgebiet. Vor allem den letzten verbliebenen Kumpel auf Prosper-Haniel in Bottrop geht der Abschied emotional sehr nahe. Wir haben mit ihnen gesprochen.

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Ausstellung zum Ende des Bergbaus

Das Ruhr Museum und das Deutsche Bergbau-Museum Bochum erzählen in der Sonderausstellung "Das Zeitalter der Kohle. Eine europäische Geschichte" wie wichtig Kohle für Europa, Deutschland und speziell das Ruhrgebiet gewesen ist. Alle Infos dazu hier.

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Denkmalpfad Kokerei

Die Zeche Zollverein hat als letzte Zeche in Europas ehemals größter Bergbaustadt Essen 1986 die letzte Schicht gefahren. Schon zwei Jahre später haben ehemalige Kumpel die ersten Führungen organisiert. Aus den ersten Führungen ist bis heute der Denkmalpfad entstanden.

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