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Bombe auf Essen 51

Foto: Mike Filzen, Feuerwehr Essen (Foto nicht aktuell)

In Bochold / Nordviertel /Altenssen an der Kreuzung Bottroper Straße / Helenenstraße wurde ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden und am 07.03 erfolgreich entschäft. Es handelte sich um eine 5-Zentner-Bombe mit Säurezünder. Es wurde Spezialwerkzeug benutzt. Die Entschärfung hat eine Dreiviertelstunde gedauert. In der Ecke waren hauptsächlich Firmen, Häuser mussten nicht evakuiert werden. Die Gäste eines Hotels durften das Hotel vorübergehend nicht verlassen. Die Straßen wurden dafür gesperrt.

Niemand muss seine Wohnung verlassen, weil niemand im inneren Kreis wohnt. Innerhalb des äußeren Rings sollen sich die Menschen luftschutzmäßig verhalten. Das heißt: In der Wohnung bleiben und Fenster und Türen geschlossen halten.

07. März 2019

21:50 Uhr Die Bombe wurde entschärft!

21:06 Uhr Die Entschärfung beginnt! Die Straßen sind gesperrt!

20:38 Uhr Das Ordnungsamt fährt durch die Straßen und bittet die Anwohner in den Häusern zu bleiben. Vor allem betroffen: Das Ibis-Hotel. Die Gäste nehmen es gelassen, erzählt unser Reporter.

20:34 Uhr Niemand muss seine Wohnung verlassen. Im inneren Kreis wohnt keiner. Insgesamt sind die Auswirkungen gering: In der Ecke sind fast nur Firmen, die längst Feierabend haben. Die Straßensperrungen werdet Ihr nachher bemerken.

20:16 Uhr Das Bürgertelefon ist ab sofort unter 123 88 88 zu erreichen.

20:12 Uhr Der Entschärfer ist unterwegs um Spezialwerkzeug zu holen. Die Bombe hat einen Säurezünder, sie wurde mehrfach bewegt. Das macht sie gefährlich, die Entschärfung muss direkt stattfinden.

Allgemeine Infos zu Bombenentschärfungen:

Sofort evakuieren und entschärfen

Bomben-Blindgänger müssen so schnell wie möglich entschärft werden. So steht es seit Anfang 2014 in der Verordnung der Bezirksregierung Düsseldorf. In der Regel rücken die Entschärfer seitdem noch am selben Tag aus. Die Menschen rund um den Fundort müssen wenige Stunden nach dem Fund aus ihren Häusern und Büros raus. Auch nachts oder am Wochenende kann entschärft werden. In Ausnahmefällen kann eine Bombenentschärfung verschoben werden. Zum Beispiel, wenn ein Krankenhaus geräumt werden muss.

Schnell räumen und absperren

Ordnungsamt, Polizei und Feuerwehr brauchen bei einer Bombenentschärfung viele Helfer. Sie fahren als erstes mit Lautsprecherwagen durch die umliegenden Straßen. Gleichzeitig werden schon die ersten Straßen gesperrt. Außerdem wird eine Sammelstelle eingerichtet für alle, die nicht bei Familie oder Freunden unterkommen. Anschließend machen die Helfer eine zweite Kontrolle, ob wirklich alle Anwohner raus sind. Dann werden alle Straßen im Umkreis gesperrt und die Entschärfung kann beginnen.

Alle müssen raus

Die Helfer dürfen die Menschen rund um die Bombe zwingen ihre Wohnungen zu verlassen. Wer sich weigert, muss seit Anfang 2017 ein deftiges Bußgeld zahlen. Zwischen 500 und 1000 Euro werden fällig. Verweigerer hatten Bombenentschärfungen vorher teilweise um Stunden verzögert.

Zwei Arten von Bomben

Bomben mit Aufschlagzünder funktionieren mechanisch. Beim Aufprall sollte die Zündnadel die Explosion auslösen. Desto länger die Bombe im Boden liegt, umso unberechenbarer wird sie. Bei der Entschärfung dreht der Experte den Zünder heraus und macht die Bombe so unschädlich.

Bomben mit Säure- oder Langzeitzünder sind insgesamt gefährlicher. Eine chemische Reaktion sollte die Explosion Stunden nach dem Aufprall auslösen. So sollten im Krieg Menschen auch lange nach einem Luftangriff noch überraschend getroffen werden. Wenn ein Blindgänger bewegt wird, kann die chemische Reaktion auch Jahrzehnte danach noch auslösen. Deshalb müssen diese Bomben kontrolliert gesprengt werden.

Bei jeder Bombe prüfen die Sprengmeister als erstes die Sprengkraft. Danach entscheiden sie über den Radius, der rund um den Fundort gesperrt wird. Über Essen und dem Ruhrgebiet sind im Zweiten Weltkrieg besonders viele Bomben abgeworfen worden. Die Alliierten wollten damit die Rüstungs- und Stahlindustrie treffen. Wie viele Bomben über Essen abgeworfen wurden, kann niemand sagen. Experten schätzen, dass auch in den nächsten 50 bis 70 Jahren weiter regelmäßig Bombenblindgänger gefunden werden.

Wie wird eine Bombe entschärft?

Als Leiter der Sprengschule Dresden ist Günter Fricke Experte. Er bringt anderen bei, wie man eine Bombe richtig entschärft. Ruhige Hände und starke Nerven sind wichtig!

Eine Bombe entschärfen: Würdet Ihr Euch das zutrauen?

Wenn man so eine alte Fliegerbombe aus dem Boden buddelt, sieht die erstmal nicht gefährlicher aus, als alte Tonkrüge aus dem Mittelalter. Drum herum ist nur Dreck und Rost zu sehen, aber die 250 Kilogramm Sprengstoff innen drin rosten eben nicht! Deshalb sind die Blindgänger auch heute noch gefährlich. Eine Bombe entschärfen - da braucht es wirklich ruhige Nerven. Wir haben Essener gefragt, ob sie sich das zutrauen würden.

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