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Bombe in Frohnhausen

An der Kerckhoffstraße in Frohnhausen ist ein amerikanischer Fünf-Zentner-Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Die Entschärfung hat etwas über eine halbe Stunde gedauert. Fast 2000 Bewohner mussten evakuiert werden, dazu noch mehrere Schulen und Kitas. Rund 3300 Menschen mussten in ihren Häusern bleiben. Ihr könnt alles hier im Live-Ticker nachlesen!

Die Stadt richtet bei Bombenentschärfungen ein Info-Telefon ein. Die Nummer lautet 0201 - 1238888.

Alle Anwohner, die im inneren Kreis von 250 Metern wohnen mussten ihre Häuser verlassen. Auch Büros und Geschäfte wurden dort geräumt. Innerhalb des äußeren Rings zwischen 250 und 500 Metern sollten sich die Menschen luftschutzmäßig verhalten. Das heißt: In der Wohnung bleiben und Fenster und Türen geschlossen halten.

Sprengmeister Frank Stommel und sein Team nach der Entschärfung.
Das ist die amerikanische Fünf-Zentner-Bombe nach der Entschärfung.
Direkt an dem Schulgebäude lag die Bombe.
Vielen Dank an alle Helfer!
Das Entschärfungsteam mit Equipment bei der Ankunft an der Fundstelle.

Donnerstag, den 11.04.2019:

16:17: Die Bombe ist entschärft! Vielen Dank an alle Helfer für den reibungslosen Ablauf!

15:46: Die Entschärfung beginnt!

15:30: Laut der Stadt stehen doch u.a. noch mehrere Krankentransporte aus, um die Evakuierung abzuschließen.

15:10: Trotzdem die Straßen leer und die Häuser evakuiert sind, gibt es noch keine offizielle Bestätigung zum Entschärfungsbeginn von der Stadt.

15:08: Für die Evakuierung mussten 20 Krankentransporte gemacht werden. Ungefähr 30 Menschen befinden sich in der Betreuungsstelle.

15:03: Die Straßen im inneren und äußeren Kreis sind gesperrt und leer.

14:56: Die Ruhrbahn sperrt auch Haltestellen für die betroffenen Busse. Betroffen sind bei der Buslinie 196 die Haltestellen zwischen Bismarckplatz und Wickenburgstraße und für die 145 die Haltestellen zwischen  Kurt Jooss-Straße und Wickenburgstraße.

14:54: Die Ruhrbahn sperrt ab sofort für die Straßenbahnen 101 / 106 die Haltestellen zwischen Holsterhauser Platz und Helenenstraße und für die Straßenbahn 109 die Haltestellen zwischen thyssenkrupp und Frohnhausen Breilsort.

14:51: Der äußere Kreis wird jetzt auch zugezogen. Letzte Kontrollgänge finden statt.

14:48: Die Deutsche Bahn sperrt die Strecke zwischen Essen Hauptbahnhof  und Duisburg Hauptbahnhof. Für viele ICEs und ICs entfallen die Halte bis Bochum Hauptbahnhof. Sie werden über Gelsenkirchen umgeleitet.

14:45: Der S-Bahnhof Essen West wird laut Angaben der Stadt ab ca. 15:15 Uhr gesperrt und nicht mehr angefahren.

13:57: Die Mitarbeiter vom Ordnungsamt klingeln weiterhin an den Türen und informieren und evakuieren die betroffenen Bewohner.

Rund 190 Helfer waren im Einsatz. Unter anderem in der Betreuungsstelle an der Kerckhoffstraße.

13:37: Das Entschärfungsteam ist angekommen und beginnt, sein Equipment aufzubauen. Der Zeitpunkt der Entschärfung ist weiterhin unklar.

13:32: Die ersten Mitarbeiter vom Ordnungsamt beginnen, die Sperrstellen zu besetzen.

13:28: Der S-Bahnhof Essen West wird später geräumt und für die Zeit der Entschärfung gesperrt.

13:24: Schulen und Kitas sind bereits vollständig evakuiert.

13:16: Die Straßen sind noch nicht gesperrt. Der Verkehr läuft noch ganz normal weiter.

13:00: Die Evakuierung läuft weiter. Betroffene Menschen versammeln sich in der Betreuungsstelle oder suchen sich andere sichere Aufenthaltsorte.

12:30: Insgesamt sind 190 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, RGE, Ordnungsamt und Hilfsorganisationen im Einsatz.

12:23: Es gibt noch keine offiziellen Informationen zum Entschärfungszeitpunkt.

12:12: Die Hotline ist eingerichtet: 0201 - 1238888.

12:09: Eine Betreuungsstelle ist eingerichtet. Sie befindet sich in der Gehörlosenschule an der Kerkhoffstraße 100. Den Zugang bekommt Ihr über die Curtiusstraße 32.

12:05: Zu den betroffenen Buslinien gibt es noch keine genauen Infos von der Ruhrbahn.

11:56: Die Bahnstrecke wird auch für den entsprechenden Fernverkehr gesperrt.

11:53: Auch der S-Bahnhof Essen West muss für die Entschärfung gesperrt werden. S-Bahnlinie S9 also auch betroffen.

11:46: Allen Menschen im Umkreis von 250 bis 500 Metern wird empfohlen sich in Gebäuden aufzuhalten, die von dem Fundort abgewandt sind oder sich während der Entschärfung in den Keller zu begeben.

11:43: Autofahrer sollen den Bereich großräumig umfahren. Kraftfahrzeuge sollen weggefahren werden und Gasgeräte müssen abgesperrt werden.

11:41: Alle Bewohner im Umkreis von 250 Metern müssen ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Alle Menschen, die zwischen 250 Metern und 500 Metern wohnen, müssen zuhause bleiben und Fenster und Türen geschlossen halten. 

11:30: Folgende Schulen sind betroffen: Das städtische Alfred-Krupp-Gymnasium und die Dependance der Gervinusschule an der Diegardtstraße 10. Außerdem werden  das Friedrichsbad, das Kinder- und Familienzentrum Bärenhöhle, die KiTa Stadtpiraten, die KiTa Phantasia, das Markus-Haus Essen und eine Außenstelle des Amtes für Soziales und Wohnen an der Freytagstraße 29 geräumt.

11:15: Die Evakuierung läuft an. Viele Schulen und Kitas werden geräumt. Im inneren Kreis sind 1950 Bewohner betroffen. Im äußeren Kreis sind es 3300 Menschen. Die Straßenbahnlinien 101, 106 und 109 sind betroffen. Noch fahren sie, werden aber kurz vor der Entschärfung eingestellt. Auch die S-Bahnen S1 und S3 sind von der Entschärfung betroffen. Ob der Fernverkehr eingestellt werden muss, ist noch offen.

10:35: Der Krisenstab hat entschieden: Die Bombe wird heute noch entschärft!

10:00: Die Sondierung des ersten Verdachtpunktes hat keine Auffälligkeiten ergeben. Bei der Sondierung des zweiten Verdachtpunktes wird ein Blindgänger gefunden. Entschärfung mit großer Wahrscheinlichkeit noch heute.

Mittwoch, den 11.04.2019:

Auf dem Schulhof der Bertha-Krupp-Realschule an der Kerckhoffstraße sollen zwei Container aufgestellt werden. Deshalb wurden Luftbilder angefordert. Auf denen haben die Experten drei verdächtige Stellen entdeckt, an denen Blindgänger liegen könnten. Noch am Vormittag werden alle Schüler nach Hause geschickt und eine Sondierung für den nächsten Tag angefordert.

Sofort evakuieren und entschärfen

Bomben-Blindgänger müssen so schnell wie möglich entschärft werden. So steht es seit Anfang 2014 in der Verordnung der Bezirksregierung Düsseldorf. In der Regel rücken die Entschärfer seitdem noch am selben Tag aus. Die Menschen rund um den Fundort müssen wenige Stunden nach dem Fund aus ihren Häusern und Büros raus. Auch nachts oder am Wochenende kann entschärft werden. In Ausnahmefällen kann eine Bombenentschärfung verschoben werden. Zum Beispiel, wenn ein Krankenhaus geräumt werden muss.

Schnell räumen und absperren

Ordnungsamt, Polizei und Feuerwehr brauchen bei einer Bombenentschärfung viele Helfer. Sie fahren als erstes mit Lautsprecherwagen durch die umliegenden Straßen. Gleichzeitig werden schon die ersten Straßen gesperrt. Außerdem wird eine Sammelstelle eingerichtet für alle, die nicht bei Familie oder Freunden unterkommen. Anschließend machen die Helfer eine zweite Kontrolle, ob wirklich alle Anwohner raus sind. Dann werden alle Straßen im Umkreis gesperrt und die Entschärfung kann beginnen.

Alle müssen raus

Die Helfer dürfen die Menschen rund um die Bombe zwingen ihre Wohnungen zu verlassen. Wer sich weigert, muss seit Anfang 2017 ein deftiges Bußgeld zahlen. Zwischen 500 und 1000 Euro werden fällig. Verweigerer hatten Bombenentschärfungen vorher teilweise um Stunden verzögert.

Zwei Arten von Bomben

Bomben mit Aufschlagzünder funktionieren mechanisch. Beim Aufprall sollte die Zündnadel die Explosion auslösen. Desto länger die Bombe im Boden liegt, umso unberechenbarer wird sie. Bei der Entschärfung dreht der Experte den Zünder heraus und macht die Bombe so unschädlich.

Bomben mit Säure- oder Langzeitzünder sind insgesamt gefährlicher. Eine chemische Reaktion sollte die Explosion Stunden nach dem Aufprall auslösen. So sollten im Krieg Menschen auch lange nach einem Luftangriff noch überraschend getroffen werden. Wenn ein Blindgänger bewegt wird, kann die chemische Reaktion auch Jahrzehnte danach noch auslösen. Deshalb müssen diese Bomben kontrolliert gesprengt werden.

Bei jeder Bombe prüfen die Sprengmeister als erstes die Sprengkraft. Danach entscheiden sie über den Radius, der rund um den Fundort gesperrt wird. Über Essen und dem Ruhrgebiet sind im Zweiten Weltkrieg besonders viele Bomben abgeworfen worden. Die Alliierten wollten damit die Rüstungs- und Stahlindustrie treffen. Wie viele Bomben über Essen abgeworfen wurden, kann niemand sagen. Experten schätzen, dass auch in den nächsten 50 bis 70 Jahren weiter regelmäßig Bombenblindgänger gefunden werden.

Wie wird eine Bombe entschärft?

Als Leiter der Sprengschule Dresden ist Günter Fricke Experte. Er bringt anderen bei, wie man eine Bombe richtig entschärft. Ruhige Hände und starke Nerven sind wichtig!

Eine Bombe entschärfen: Würdet Ihr Euch das zutrauen?

Wenn man so eine alte Fliegerbombe aus dem Boden buddelt, sieht die erstmal nicht gefährlicher aus, als alte Tonkrüge aus dem Mittelalter. Drum herum ist nur Dreck und Rost zu sehen, aber die 250 Kilogramm Sprengstoff innen drin rosten eben nicht! Deshalb sind die Blindgänger auch heute noch gefährlich. Eine Bombe entschärfen - da braucht es wirklich ruhige Nerven. Wir haben Essener gefragt, ob sie sich das zutrauen würden.

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