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Bombe in Frohnhausen II

An der Kerckhoffstraße in Frohnhausen ist am 15.04.2019 ein amerikanischer Fünf-Zentner-Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Schon die Woche davor musste dort ein Blindgänger entschärft werden. Es gab insgesamt drei Verdachtspunkte, einer war harmlos. Der dritte war heute dran. Ihr könnt alles hier im Live-Ticker nachlesen!

Die Stadt richtet bei Bombenentschärfungen ein Info-Telefon ein. Die Nummer lautet 0201 - 1238888.

Alle Anwohner, die im inneren Kreis von 250 Metern wohnen mussten ihre Häuser verlassen. Auch Büros und Geschäfte wurden dort geräumt. Innerhalb des äußeren Rings zwischen 250 und 500 Metern sollten sich die Menschen luftschutzmäßig verhalten. Das heißt: In der Wohnung bleiben und Fenster und Türen geschlossen halten.

15:25: Weil sich erneut Anwohner geweigert haben, das Haus zu verlassen, wurde die Entschärfung verzögert. Das kann bei uns in Essen mit einem Bußgeld bestraft werden. Radio Essen-Moderatorin Anna Bartl hat deswegen mit Norbert Geldermann vom Ordnungsamt gesprochen.

14:45: Der Blindgänger wird vom Kampfmittelräumdienst weggeschafft.

Das ist das heutige Schwergewicht.

14:25: Die Sperrstellen werden wieder geöffnet. Die Anwohner dürfen nach Hause. Auch die Busse und Bahnen sollen langsam wieder fahren. Es kann aber noch Verspätungen geben. Kommt alle gut weg.

14:19: Die Bombe ist entschärft. Vielen Dank an alle Beteiligten für die schnelle Arbeit. Der Mann der sich so lange geweigert hat, muss laut Stadt wahrscheinlich ein Bußgeld zahlen.

13:50: Die Entschärfung geht los!

13:49: Unsere Stadtreporterin muss die Sperrstelle jetzt auch verlassen. Die Evakuierung ist abgeschlossen.

13:45: Der widerspenstige Anwohner ist raus. Die Feuerwehr musste mit der Drehleiter in den Flur des Hauses und den Mann rausholen. Er hat die ganze Entschärfung mindestens um eine halbe Stunde verzögert.

13:31: Hier (Bild oben) rückt gerade die Mannschaft an, um den Mann aus dem Haus zu bekommen. Es steht direkt neben dem Fundort, deswegen ist es zu gefährlich drinnen zu bleiben. Die Polizei hat den Anwohner mehrfach aufgefordert, das Haus zu verlassen. Er weigert sich aber und ist wieder ins Haus gerannt. Die Feuerwehr fährt jetzt mit dem Leiterwagen die Fenster ab, um den Mann zu finden. Sie wissen noch nicht genau, in welcher Wohnung er steckt.

Leere Straßen, aber leider noch keine leeren Wohnungen

13:24: Die Polizei muss gerade noch einen Mann evakuieren, der nah an der Bombe wohnt. Er will aber seine Wohnung nicht verlassen. Im Moment wissen die Polizisten nur in welchem Haus er wohnt, aber nicht in welcher Wohnung. Bedeutet: sie müssen jetzt 14 Wohnungen checken, um den Mann zu finden. Das alles verzögert die Evakuierung.

13:17: Langsam leeren sich die Straßen. Leider muss die Polizei gerade anrücken. Es weigern sich noch Anwohner das Haus zu verlassen. Die Entschärfung wird daher wohl etwas später losgehen.

13:11: Es gibt immer noch viele Anwohner, die nicht aus ihren Wohnungen rauswollen. Die Polizei ist gerade vor Ort und versucht sie zu evakuieren. Gegen Menschen die sich weigern in so einem Fall die Wohnung zu verlassen, kann die Stadt ein Bußgeld erlassen.

13:05: Bei der Ruhrbahn sind folgende Busse & Bahnen betroffen: - Die Straßenbahn 101 endet am Klinikum und setzt in Gegenrichtung als Linie 106 wieder ein. Die Haltestellen Holsterhauser Platz, Rubensstr., Hobeisenbrücke, Alfr.-Krupp-Schule, Essen West (S), Sälzer Str. und Helenenstr. entfallen ersatzlos. -Die Linie 109 endet an der Haltestelle ThyssenKrupp. Die Stopps Frohnhauser Str., Schederhofstr., Alfr.-Krupp-Schule, Am Riehlpark, Gervinusstr., Onkenstr., Kieler Str. und Frohnhausen Breilsort entfallen ersatzlos. -Bus 145 fährt eine Umleitung. DieHaltestelle Alfr.-Krupp-Schule, Berliner Str., Frohnhauser Platz, Schederhofstr., Westendstr. und Kurt-Joss-Str. entfallen.- Der Bus 196 fährt eine Umleitung. Die Stopps Münchener Str., Harkortstr., Alfr.-Krupp-Schule, Frohnhauser Platz und Berliner Str. entfallen.

13:02: Langsam merkt man es auch im Bahnverkehr...es gibt schon einige Verspätungen und Ausfälle. Die Bahn geht davon aus, dass die Beeinträchtigungen bis 14:00 Uhr dauern. Es gibt Teilausfälle des Regionalexpress zwischen Essen Hbf und Düsseldorf Hbf. Die Züge der Linie RE 42 werden zwischen Gelsenkirchen Hbf und Duisburg Hbf über Essen-Altenessen umgeleitet. Die Züge der Linie RE 1 und RE 6 werden zwischen Dortmund Hbf und Duisburg Hbf über Oberhausen Hbf, Essen-Altenessen, Gelsenkirchen Hbf und Herne umgeleitet. Außerdem gibt es Ausfälle bei der Linie S 3 zwischen Essen Hbf und Oberhausen Hbf. Genau wie bei der S 9 zwischen Essen-Steele Ost und Bottrop Hbf. Die Züge aus Richtung Solingen Hbf enden und beginnen in Mülheim-Styrum. Aus Richtung Dortmund Hbf enden und beginnen die Züge am Essen Hbf.

12:56: Der äußere Kreis wird jetzt zugezogen. Auch die Busse und Bahnen der Ruhrbahn und Deutschen Bahn werden in diesem Bereich ab jetzt nicht mehr fahren.

12:45: Unsere Stadtreporterin ist für Euch vor Ort. Es gibt Probleme mit einigen Anwohnern an den Sperrstellen. Das führt zu Verzögerungen. Die Entschärfung könnte längst losgehen, wenn sich diese Anwohner nicht querstellen würden.

12:29: Es gibt noch mehr Probleme: die Polizei ist bei einem zweiten Anwohner im Einsatz. Auch er will seine Wohnung nicht verlassen. Außerdem gab es an der Sperrstelle Stress. Ein Autofahrer wollte nicht einsehen, dass er dort nicht mehr in die Straße fahren kann.

12:17: Der zweite Evakuierungsdurchgang läuft.

12:10: Die Polizei ist gerade im Einsatz, da sich ein Anwohner weigert seine Wohnung zu verlassen. Es gilt weiterhin: wer seine Wohnung bei einer Bombenentschärfung nicht verlässt, verzögert den Prozess und kann auch mit einem Bußgeld bestraft werden. Das kostet alle Beteiligten Nerven und wertvolle Zeit.

12:09: Es sind aktuell 50 Menschen in der Betreuungsstelle, viel mehr als beim letzten mal. Es gab bis jetzt 20 Krankentransporte, es kommen wohl aber noch mehr dazu.

12:05: Innerhalb der nächsten Stunde werden Ruhrbahn und Deutsche Bahn Umleitungen vorbereiten. Bei den S-Bahnen ist es so, dass keine Züge über Essen HBF, oder Essen-West fahren können. Die werden vorher gestoppt und umgeleitet. Der Bahnhof Essen-West wird für die Entschärfung evakuiert und gesperrt.

12:04: Der innere Kreis wird jetzt geschlossen. Die Evakuierung dort ist abgeschlossen.

12:02: Das Team vom Kampfmittelräumdienst ist schon vor Ort. Die warten jetzt nur noch darauf, dass die Evakuierung durch ist. Dann kann es losgehen.

12:00: Im Moment ist es ziemlich ruhig rund um den Blindgängerfund in Frohnhausen. Es passiert noch nicht viel. Wir hoffen es läuft weiter so rund, dann kann die Entschärfung schnell losgehen.

11:57: Es fahren noch wenige Autos durch die Straßen. Einige Anwohner laufen Richtung Sammelstelle. Noch ist die Evakuierung in vollem Gange. Das Ordnungsamt ist noch unterwegs.

11:55: Unsere Stadtreporterin hat gerade noch einen Anwohner gesehen, der auf dem Balkon Wäsche aufgehangen hat. Die Hausarbeit muss jetzt aber unterbrochen werden, auch der Herr muss raus.

11:36: Die umliegenden Schulen sind geräumt. Da waren dank der Osterferien nicht viele Menschen drin. Der Hausmeister war ganz allein, aber der wartet jetzt bis alles vorbei ist. In den KiTas war normaler Betrieb. Die sind informiert und dort werden gerade noch die letzten Kinder abgeholt.

11:28: Ganz nah dran für Euch - das ist der Blick aufs Geschehen unserer Radio Essen-Stadtreporterin. Wenn es etwas Neues gibt, dann lest Ihr es hier und hört es natürlich ganz aktuell bei uns im Programm. Der Schulhof ist  leer, es sind ja Osterferien. Trotzdem müssen drumherum viele Menschen in Frohnhausen evakuiert werden. Wenn die Entschärfung losgehen kann, sind hier natürlich nur noch die Experten vom Kampfmittelräumdienst. Dann geht auch unsere Reporterin zur Sammelstelle an der Gehörlosenschule.

11:17: Unsere Stadtreporterin sagt, dass die Evakuierung in Frohnhausen losgegangen ist. Wenn es keine Probleme gibt und sich niemand quer stellt, könnte das heute schnell über die Bühne gehen.

11:10: Rund 160 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Ordnungsamt, Polizei, RGE und Hilfsorganisationen sind aktuell im Einsatz.

11:06: Der erste Durchgang ist gestartet. Das Ordnungsamt fährt mit Lautsprecher-Durchsagen durch die Straßen.

11:05: Unsere Radio Essen-Stadtreporterin ist vor Ort und hält Euch auf Stand.

Unten auf dem Bild seht ihr, wie der Bagger gerade noch die letzten Erdreste wegschaufelt um die Bombe freizulegen.

In diesem Loch liegt der Blindgänger 4 Meter tief / Quelle: Stadt Essen

10:56: Der Blindgänger liegt 4 Meter tief, also tiefer als letzte Woche. Da waren es nur anderhalb Meter. Ein Bagger ist im Moment noch dabei die Bombe freizulegen. Der Fundort ist dieses mal hinter dem Schulgebäude. Letzte Woche musste vor der Schule entschärft werden.

10:51: Im inneren Kreis sind über 1900 Bewohner betroffen. Im äußeren Kreis sind es rund 3300 Menschen. 

10:45: Die ersten von Euch haben schon Besuch vom Ordnungsamt bekommen. Eine Betreuungsstelle ist eingerichtet. Sie befindet sich wieder in der Gehörlosenschule an der Kerckhoffstraße 100. Den Zugang bekommt Ihr über die Curtiusstraße 32.

10:20: Wie in der letzten Woche sind auch das städtische Gymnasium Alfred Krupp Schule, die Gervinusschule an der Diegardtstraße 10, das Friedrichsbad, das Kinder- und Familienzentrum Bärenhöhle, die KiTa Stadtpiraten, die KiTa Phantasia, das Markus-Haus Essen und eine Außenstelle des Amtes für Soziales und Wohnen an der Freytagstraße 29 betroffen. 

10:18: Der neue Evakuierungsplan ist jetzt online.
Im inneren Kreis ist eine vollständige Evakuierung notwendig. Im äußeren Bereich gilt wie immer: In geschlossenen Räumen aufhalten, Fenster und Türen geschlossen halten.

10:09: Bei der letzten Entschärfung waren die Straßenbahn 101 und 106 betroffen, genau wie die 109. Außerdem musste die Deutsche Bahn die Strecke zwischen Essen HBF und Duisburg-HBF sperren. Der S-Bahnhof Essen-West wurde auch zum Zeitpunkt der Entschärfung gesperrt. Das könnte heute auch wieder nötig sein.

09:58: Langsam machen sich die Mitarbeiter des Ordnungsamtes auf den Weg. Damit es so schnell wie möglich losgehen kann. Entschärfer Frank Stommel muss sich die Bombe noch anschauen. Die Stadt geht aber davon aus, dass die Entschärfung noch heute stattfinden kann.

09:57: Es gibt fast den gleichen Evakuierungsradius wie letzte Woche. Allerdings ändern sich zwei Sperrstellen. Beim letzten Mal gab es Probleme an der Seltzerstraße und der Schederhoffstraße. Deswegen werden die Sperrstellen etwas nach vorne verlegt.

09:56: Es handelt sich um eine britische 5-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg.

09:31: Gute Nachrichten - es sind Ferien und die Schule ist weitestgehend leer. Allerdings ist eine KiTa im Entschärfungsradius.

09:27: Der Krisenstab trifft sich gerade: Die Bombe wird heute noch entschärft!

Montag, 15.04.2019: Auch am dritten Verdachtspunkt ist ein Blindgänger gefunden worden.

Rückblick

Donnerstag, den 11.04.2019:

Auf dem Schulhof der Bertha-Krupp-Realschule an der Kerckhoffstraße sollen zwei Container aufgestellt werden. Deshalb wurden Luftbilder angefordert. Auf denen haben die Experten drei verdächtige Stellen entdeckt, an denen Blindgänger liegen könnten. Noch am Vormittag wurden alle Schüler nach Hause geschickt und eine Sondierung für den nächsten Tag angefordert. Der erste Verdachtspunkt war Fehlalarm, am zweiten Verdachtspunkt gab es schon letzte Woche Donnerstag eine Entschärfung.

Sofort evakuieren und entschärfen

Bomben-Blindgänger müssen so schnell wie möglich entschärft werden. So steht es seit Anfang 2014 in der Verordnung der Bezirksregierung Düsseldorf. In der Regel rücken die Entschärfer seitdem noch am selben Tag aus. Die Menschen rund um den Fundort müssen wenige Stunden nach dem Fund aus ihren Häusern und Büros raus. Auch nachts oder am Wochenende kann entschärft werden. In Ausnahmefällen kann eine Bombenentschärfung verschoben werden. Zum Beispiel, wenn ein Krankenhaus geräumt werden muss.

Schnell räumen und absperren

Ordnungsamt, Polizei und Feuerwehr brauchen bei einer Bombenentschärfung viele Helfer. Sie fahren als erstes mit Lautsprecherwagen durch die umliegenden Straßen. Gleichzeitig werden schon die ersten Straßen gesperrt. Außerdem wird eine Sammelstelle eingerichtet für alle, die nicht bei Familie oder Freunden unterkommen. Anschließend machen die Helfer eine zweite Kontrolle, ob wirklich alle Anwohner raus sind. Dann werden alle Straßen im Umkreis gesperrt und die Entschärfung kann beginnen.

Alle müssen raus

Die Helfer dürfen die Menschen rund um die Bombe zwingen ihre Wohnungen zu verlassen. Wer sich weigert, muss seit Anfang 2017 ein deftiges Bußgeld zahlen. Zwischen 500 und 1000 Euro werden fällig. Verweigerer hatten Bombenentschärfungen vorher teilweise um Stunden verzögert.

Zwei Arten von Bomben

Bomben mit Aufschlagzünder funktionieren mechanisch. Beim Aufprall sollte die Zündnadel die Explosion auslösen. Desto länger die Bombe im Boden liegt, umso unberechenbarer wird sie. Bei der Entschärfung dreht der Experte den Zünder heraus und macht die Bombe so unschädlich.

Bomben mit Säure- oder Langzeitzünder sind insgesamt gefährlicher. Eine chemische Reaktion sollte die Explosion Stunden nach dem Aufprall auslösen. So sollten im Krieg Menschen auch lange nach einem Luftangriff noch überraschend getroffen werden. Wenn ein Blindgänger bewegt wird, kann die chemische Reaktion auch Jahrzehnte danach noch auslösen. Deshalb müssen diese Bomben kontrolliert gesprengt werden.

Bei jeder Bombe prüfen die Sprengmeister als erstes die Sprengkraft. Danach entscheiden sie über den Radius, der rund um den Fundort gesperrt wird. Über Essen und dem Ruhrgebiet sind im Zweiten Weltkrieg besonders viele Bomben abgeworfen worden. Die Alliierten wollten damit die Rüstungs- und Stahlindustrie treffen. Wie viele Bomben über Essen abgeworfen wurden, kann niemand sagen. Experten schätzen, dass auch in den nächsten 50 bis 70 Jahren weiter regelmäßig Bombenblindgänger gefunden werden.

Wie wird eine Bombe entschärft?

Als Leiter der Sprengschule Dresden ist Günter Fricke Experte. Er bringt anderen bei, wie man eine Bombe richtig entschärft. Ruhige Hände und starke Nerven sind wichtig!

Eine Bombe entschärfen: Würdet Ihr Euch das zutrauen?

Wenn man so eine alte Fliegerbombe aus dem Boden buddelt, sieht die erstmal nicht gefährlicher aus, als alte Tonkrüge aus dem Mittelalter. Drum herum ist nur Dreck und Rost zu sehen, aber die 250 Kilogramm Sprengstoff innen drin rosten eben nicht! Deshalb sind die Blindgänger auch heute noch gefährlich. Eine Bombe entschärfen - da braucht es wirklich ruhige Nerven. Wir haben Essener gefragt, ob sie sich das zutrauen würden.

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