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Bombe in Bergeborbeck

Im Industriegebiet in Berbeborbeck ist ein Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Bei Radio Essen bringen wir Euch immer auf den neuesten Stand. Außerdem könnt Ihr alles hier im Live-Ticker nochmal nachlesen!

Die Stadt richtet bei Bombenentschärfungen ein Info-Telefon ein. Die Nummer lautet 0201 - 1238888.

Alle Anwohner, die im inneren Kreis wohnen müssen ihre Häuser verlassen. Auch Büros und Geschäfte werden dort geräumt. Innerhalb des äußeren Rings sollten sich die Menschen luftschutzmäßig verhalten. Das heißt: In der Wohnung bleiben und Fenster und Türen geschlossen halten.

Foto: Stadt Essen
Fotos: Mike Filzen

Montag, den 15.01.2018:

17:50 Uhr: Die Bombe ist entschärft. Die Sperrungen werden aufgehoben.

17:20 Uhr: Die Entsperrung kann in diesen Minuten beginnen.

16:50 Uhr: Die Sperrstellen sind jetzt zugezogen. Die Entschärfung kann in Kürze beginnen. 

16:36 Uhr: Die Vorbereitungen für die Entschärfung laufen weiter, die Mitarbeiter des Ordnungsamtes beginnen gleich die Gebäude zu kontrollieren.

16:30: Zurzeit sind etwa 60 Kräfte im Einsatz.

16:11 Uhr: Die Stadt hat insgesamt 9 Sperrstellen eingerichtet, darunter auch an einem Fußweg Nähe der Ostuferstraße und bei der Feuerwehr, Wache 3.

15:53 Uhr: Die 250 Kilo schwere Bombe liegt in acht Metern Tiefe am Stadthafen. Sie wird jetzt freigelegt, dann kann der Kampfmittelräumdienst mit der Entschärfung beginnen.

15:27 Uhr: Die Firma TMD Friction an der Lüscherhofstraße muss doch evakuiert werden. Zuerst hieß es, dass für die Entschärfung gar keine Häuser evakuiert werden müssten. Wohnhäuser müssen nicht evakuiert werden. Nur 14 Anwohner sollen ihre Fenster geschlossen halten.

15:19 Uhr: Der Kampfmittelräumdienst wird den Blindgänger heute (15.01.) noch entschärfen.

14:47 Uhr: Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg im Industriegebiet in Bergeborbeck gefunden. Die 250 Kilo schwere Bombe liegt an der Lüschershofstraße. In der Nähe der Bombe liegen auch eine Firma und ein Paketzentrum von DHL.

Sofort evakuieren und entschärfen

Bomben-Blindgänger müssen so schnell wie möglich entschärft werden. So steht es seit Anfang 2014 in der Verordnung der Bezirksregierung Düsseldorf. In der Regel rücken die Entschärfer seitdem noch am selben Tag aus. Die Menschen rund um den Fundort müssen wenige Stunden nach dem Fund aus ihren Häusern und Büros raus. Auch nachts oder am Wochenende kann entschärft werden. In Ausnahmefällen kann eine Bombenentschärfung verschoben werden. Zum Beispiel, wenn ein Krankenhaus geräumt werden muss.

Schnell räumen und absperren

Ordnungsamt, Polizei und Feuerwehr brauchen bei einer Bombenentschärfung viele Helfer. Sie fahren als erstes mit Lautsprecherwagen durch die umliegenden Straßen. Gleichzeitig werden schon die ersten Straßen gesperrt. Außerdem wird eine Sammelstelle eingerichtet für alle, die nicht bei Familie oder Freunden unterkommen. Anschließend machen die Helfer eine zweite Kontrolle, ob wirklich alle Anwohner raus sind. Dann werden alle Straßen im Umkreis gesperrt und die Entschärfung kann beginnen.

Alle müssen raus

Die Helfer dürfen die Menschen rund um die Bombe zwingen ihre Wohnungen zu verlassen. Wer sich weigert, muss seit Anfang 2017 ein deftiges Bußgeld zahlen. Zwischen 500 und 1000 Euro werden fällig. Verweigerer hatten Bombenentschärfungen vorher teilweise um Stunden verzögert.

Zwei Arten von Bomben

Bomben mit Aufschlagzünder funktionieren mechanisch. Beim Aufprall sollte die Zündnadel die Explosion auslösen. Desto länger die Bombe im Boden liegt, umso unberechenbarer wird sie. Bei der Entschärfung dreht der Experte den Zünder heraus und macht die Bombe so unschädlich.

Bomben mit Säure- oder Langzeitzünder sind insgesamt gefährlicher. Eine chemische Reaktion sollte die Explosion Stunden nach dem Aufprall auslösen. So sollten im Krieg Menschen auch lange nach einem Luftangriff noch überraschend getroffen werden. Wenn ein Blindgänger bewegt wird, kann die chemische Reaktion auch Jahrzehnte danach noch auslösen. Deshalb müssen diese Bomben kontrolliert gesprengt werden.

Bei jeder Bombe prüfen die Sprengmeister als erstes die Sprengkraft. Danach entscheiden sie über den Radius, der rund um den Fundort gesperrt wird. Über Essen und dem Ruhrgebiet sind im Zweiten Weltkrieg besonders viele Bomben abgeworfen worden. Die Alliierten wollten damit die Rüstungs- und Stahlindustrie treffen. Wie viele Bomben über Essen abgeworfen wurden, kann niemand sagen. Experten schätzen, dass auch in den nächsten 50 bis 70 Jahren weiter regelmäßig Bombenblindgänger gefunden werden.

Wie wird eine Bombe entschärft?

Als Leiter der Sprengschule Dresden ist Günter Fricke Experte. Er bringt anderen bei, wie man eine Bombe richtig entschärft. Ruhige Hände und starke Nerven sind wichtig!

Eine Bombe entschärfen: Würden Sie sich das zutrauen?

Wenn man so eine alte Fliegerbombe aus dem Boden buddelt, sieht die erstmal nicht gefährlicher aus, als alte Tonkrüge aus dem Mittelalter. Drum herum ist nur Dreck und Rost zu sehen, aber die 250 Kilogramm Sprengstoff innen drin rosten eben nicht! Deshalb sind die Blindgänger auch heute noch gefährlich. Eine Bombe entschärfen - da braucht es wirklich ruhige Nerven. Wir haben Essener gefragt, ob sie sich das zutrauen würden.

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