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Bombe in Altenessen

In Altenessen wurde ein Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Er lag an der Kreuzung Lierfeldstraße/Hundebrinkstraße. Hier gibt's alle Infos im Detail zum Nachlesen.

Alle Anwohner, die im inneren Kreis wohnen, mussten ihre Häuser verlassen. Auch Büros und Geschäfte wurden dort geräumt. Innerhalb des äußeren Rings sollten sich die Menschen luftschutzmäßig verhalten. Das heißt: In der Wohnung bleiben und Fenster und Türen geschlossen halten.

Foto: Stadt Essen

Mittwoch, den 07.02.2018:

00:35 Uhr: Die Bombe ist entschärft! Die Straßen werden jetzt nach und nach wieder freigegeben und alle können wieder nach Hause gehen. Vielen Dank an alle Einsatzkräfte und das Team des Kampfmittelräumdienstes!

00:02 Uhr:
Die Entschärfung beginnt!

23:30 Uhr: 159 Krankentransporte sind es inzwischen. In beiden Kreisen laufen die letzten Kontrollgänge.

22:38 Uhr: 550 Menschen sind inzwischen in der Betreuungsstelle, so viele sind es selten (meistens bewegen wir uns da im unteren zweistelligen Bereich). Die Krankentransporte dauern immer noch an.

21:50 Uhr: Die Zahl der Krankentransporte steigt auf über 130. Viele Krankenwagen mit Blaulicht sind deshalb unterwegs - auch in anderen Stadtteilen.

21:15 Uhr: Der äußere Ring wird jetzt zugezogen, sprich ab jetzt kommt niemand mehr rein und das Ordnungsamt überprüft, ob alles bereit ist, damit es mit der Entschärfung losgehen kann. In der Betreuungsstelle sind aktuell 170 Menschen.

21:00 Uhr: Die Stadt musste über 80 Krankentransporte machen - was die Evakuierung in die Länge zieht.

19:30 Uhr: Die Evakuierung im inneren Kreis startet jetzt. Jetzt müssen alle Bewohner im inneren Kreis ihre Wohnungen verlassen. Änderungen im Nahverkehr gelten jetzt: der Bahnhof Altenessen und die U-Bahn-Station Bäuminghausstraße werden jetzt gesperrt.

18:32 Uhr:
Die Altenessener Straße wird jetzt gesperrt zwischen Seumann- und Lierfeldstr. um die Krankentransporte vom Altenheim durchzuführen und die Bewohner ins Krankenhaus beziehungsweise die Betreuungsstelle zu bringen.

17:55 Uhr: Auch der Sportplatz an der Bäuminghausstraße ist im Evakuierungsbereich. Der ESC Preußen musste sein Training abbrechen.

17:45 Uhr: Wegen der Sperrung des Bahnhofs Altenessen-Süd müssen auch viele Linien der Ruhrbahn eine Umleitung fahren. In beiden Richtungen wird es Ausfälle und Verspätungen geben.


U11 und U17: Die Stationen Bäuminghausstr. und Altenessen Bhf werden ohne Halt durchfahren.

108: Endet an der Haltestelle Freistein.

140:
Die Haltestellen Hövelstr. bis Ernestinenstr. entfallen in beide Richtungen.

162 und 172: Die Haltestellen Rahmstraße bis Altenessen Mitte entfallen in beide Richtungen.

183: Die Haltestellen Rahmerskamp bis Kapitelwiese entfallen in beide Richtungen.

 

17:42 Uhr: Die Betreuungsstelle am Gymnasium Nord-Ost (Katzenbruchstr.79) ist eingerichtet.

17:28 Uhr: Von der Evakuierung wird auch der Bahnhof Altenessen-Süd betroffen sein - und damit S2 und RE42.

17:17 Uhr:
Im inneren Kreis sind 1900 Menschen betroffen, sprich: Sie müssen Ihre Wohnungen verlassen, bis die Bombe entschärft ist. Im äußeren Kreis betroffen sind weitere 12.500 Menschen.

17:10 Uhr: Alle Gebäude im Umkreis von 500 Metern rund um die Fundstelle werden evakuiert, in einem Radius von 500 bis 1000 Metern um die Fundstelle sollten Sie Türen und Fenster geschlossen halten. Eine genaue Karte ist noch nicht veröffentlicht, Betreuungsstellen werden gerade eingerichtet.

16:27 Uhr: Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg an der Berne in Altenessen gefunden. Die 500 Kilo schwere Bombe liegt an der Kreuzung Lieferldstraße/Hundebrinkstraße. Aktuell sitzt der Krisenstab zusammen und plant die Evakuierung. 

Sofort evakuieren und entschärfen

Bomben-Blindgänger müssen so schnell wie möglich entschärft werden. So steht es seit Anfang 2014 in der Verordnung der Bezirksregierung Düsseldorf. In der Regel rücken die Entschärfer seitdem noch am selben Tag aus. Die Menschen rund um den Fundort müssen wenige Stunden nach dem Fund aus ihren Häusern und Büros raus. Auch nachts oder am Wochenende kann entschärft werden. In Ausnahmefällen kann eine Bombenentschärfung verschoben werden. Zum Beispiel, wenn ein Krankenhaus geräumt werden muss.

Schnell räumen und absperren

Ordnungsamt, Polizei und Feuerwehr brauchen bei einer Bombenentschärfung viele Helfer. Sie fahren als erstes mit Lautsprecherwagen durch die umliegenden Straßen. Gleichzeitig werden schon die ersten Straßen gesperrt. Außerdem wird eine Sammelstelle eingerichtet für alle, die nicht bei Familie oder Freunden unterkommen. Anschließend machen die Helfer eine zweite Kontrolle, ob wirklich alle Anwohner raus sind. Dann werden alle Straßen im Umkreis gesperrt und die Entschärfung kann beginnen.

Alle müssen raus

Die Helfer dürfen die Menschen rund um die Bombe zwingen ihre Wohnungen zu verlassen. Wer sich weigert, muss seit Anfang 2017 ein deftiges Bußgeld zahlen. Zwischen 500 und 1000 Euro werden fällig. Verweigerer hatten Bombenentschärfungen vorher teilweise um Stunden verzögert.

Zwei Arten von Bomben

Bomben mit Aufschlagzünder funktionieren mechanisch. Beim Aufprall sollte die Zündnadel die Explosion auslösen. Desto länger die Bombe im Boden liegt, umso unberechenbarer wird sie. Bei der Entschärfung dreht der Experte den Zünder heraus und macht die Bombe so unschädlich.

Bomben mit Säure- oder Langzeitzünder sind insgesamt gefährlicher. Eine chemische Reaktion sollte die Explosion Stunden nach dem Aufprall auslösen. So sollten im Krieg Menschen auch lange nach einem Luftangriff noch überraschend getroffen werden. Wenn ein Blindgänger bewegt wird, kann die chemische Reaktion auch Jahrzehnte danach noch auslösen. Deshalb müssen diese Bomben kontrolliert gesprengt werden.

Bei jeder Bombe prüfen die Sprengmeister als erstes die Sprengkraft. Danach entscheiden sie über den Radius, der rund um den Fundort gesperrt wird. Über Essen und dem Ruhrgebiet sind im Zweiten Weltkrieg besonders viele Bomben abgeworfen worden. Die Alliierten wollten damit die Rüstungs- und Stahlindustrie treffen. Wie viele Bomben über Essen abgeworfen wurden, kann niemand sagen. Experten schätzen, dass auch in den nächsten 50 bis 70 Jahren weiter regelmäßig Bombenblindgänger gefunden werden.

Wie wird eine Bombe entschärft?

Als Leiter der Sprengschule Dresden ist Günter Fricke Experte. Er bringt anderen bei, wie man eine Bombe richtig entschärft. Ruhige Hände und starke Nerven sind wichtig!

Eine Bombe entschärfen: Würden Sie sich das zutrauen?

Wenn man so eine alte Fliegerbombe aus dem Boden buddelt, sieht die erstmal nicht gefährlicher aus, als alte Tonkrüge aus dem Mittelalter. Drum herum ist nur Dreck und Rost zu sehen, aber die 250 Kilogramm Sprengstoff innen drin rosten eben nicht! Deshalb sind die Blindgänger auch heute noch gefährlich. Eine Bombe entschärfen - da braucht es wirklich ruhige Nerven. Wir haben Essener gefragt, ob sie sich das zutrauen würden.

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