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Bombe im Ostviertel

Der Blingänger aus dem 2. Weltkrieg an der Elisenstraße im Ostviertel ist um 19.10 Uhr erfolgreich entschärft worden. Bei Radio Essen haben wir Euch immer auf dem neuesten Stand gehalten. Außerdem könnt Ihr alles hier im Live-Ticker nocheinmal nachlesen!

Die Stadt richtet bei Bombenentschärfungen ein Info-Telefon ein. Die Nummer lautet 0201 - 1238888.

Alle Anwohner, die im inneren Kreis wohnen mussten ihre Häuser verlassen. Auch Büros und Geschäfte wurden dort geräumt. Innerhalb des äußeren Rings mussten sich die Menschen luftschutzmäßig verhalten. Das heißt: In der Wohnung bleiben und Fenster und Türen geschlossen halten.

Donnerstag, den 11.01.2018:

19.10 Uhr: Die Bombe an der Elisenstraße ist erfolgreich entschärft worden.

18.51 Uhr: Die Bombe wird jetzt entschärft.

18.45 Uhr: Die Vorbereitungen für die Entschärfung laufen weiter, die Mitarbeiter des Ordnungsamtes sind noch unterwegs um alle Häuser und Wohnungen zu kontrollieren. Im Moment gibt es nichts neues.

17.55 Uhr: In der Betreuungsstelle sind im Moment 17 Essener, die Helfer mussten bisher elf Krankentransporte durchführen.

17.19 Uhr: Der Baumarkt an der Frillendorfer Straße hat jetzt geschlossen. Alle Kunden und Mitarbeiter haben das Geschäft verlassen.

16.54 Uhr: Der Werkssprecher von Evonik hat uns gesagt, dass die Entschärfung keine Auswirkungen auf die Produktion hat. Seit 16 Uhr ist der Parkplatz des Werks gesperrt, die Mitarbeiter dürfen während der Entschärfung auch die Gebäude nicht verlassen. Die Zulieferer wissen Bescheid, dass sie keine Waggons mit Chemikalien zum Werk bringen können.

16.47 Uhr: Die Sperrstellen sind zugezogen.

16.45 Uhr: Weil zum Teil große Straßen gesperrt werden müssen, werden Autofahrer schon weit vor den Sperrstellen auf andere Straßen umgeleitet. Die Herzogstraße/Burggrafenstraße ist bereits ab der Stoppenberger Straße gesperrt, in der Gegenrichtung wird der Verkehr auf der Krampestraße/Burggrafenstraße wird der Verkehr schon vor der Bahnunterführung auf Höhe der Franziskanerstraße abgeleitet. Zwei weitere Sperren sind auf der Elisabethstraße in Höhe der Ernestinenstraße und auf der Frillendorfer Straße in Höhe der Ernestinenstraße/Wisthoffweg.

16.38 Uhr: Die Stadt kann bald die Sperrstellen zuziehen, dann laufen die Mitarbeiter vom Ordnungsamt auch von Haus zu Haus und kontrollieren, ob alle Anwohner raus sind.

16.23 Uhr: Laut Bahn sind auch die Linien RE 2 und RE 42 betroffen. Sie werden zwischen Gelsenkirchen Hauptbahnhof und Duisburg Hauptbahnhof umgeleitet.

15.53 Uhr: Die Stadt richtet die insgesamt 24 Sperrstellen ein.

15.42 Uhr: Die S2 wird eine halbe Stunde vor Beginn der Entschärfung angehalten. Sie fährt dann nur noch bis Kray-Nord-Bahnhof. Die Strecke zum Essener Hauptbahnhof ist dann gesperrt.

15.40 Uhr: Die Stadt hat sich bei Evonik korrigiert. Kein Teil des Chemiewerks liegt im inneren Kreis. Ein Teil ist im äußeren Kreis, der Rest des Werksgeländes liegt sogar außerhalb des äußeren Kreises. Deswegen besonderen Maßnahmen in Bezug auf das Chemiewerk notwendig.

15.33 Uhr: Die Mitarbeiter deds Ordnungsamtes fahren jetzt mit Lautsprecherwagen durch die Straßen undfordern die Anwohner auf ihre Wohnungen zu verlassen.

15.10 Uhr: Laut Stadt sind im Jahr 2016 acht Blindgänger aus dem 2. Weltkrieg gefunden worden, 2017 waren es sogar neun.

14.52 Uhr: Jetzt ist auch die Betreuungsstelle geöffent. Sie ist beim Malteser Hilfsdienst an der Hilgerstraße 19.

14.50 Uhr: In den Wohnungen im inneren Kreis wohnen 952 Essener, die aus den Häusern raus müssen. Im äußeren Kreis leben 1209 Menschen, sie müssen Fenster und Türen geschlossen halten und dürfen während der Entschärfung nicht aus ihren Wohnungen.

14.47 Uhr: Im inneren Kreis, also der Evakuierungszone liegen unter anderem Betriebe der Entsorgungsbetriebe und des TÜVs, aber auch Teile des Chemiewerks von Evonik. Wie sich letzteres auf die Evakuierung und Entschärfung auswirkt, ist noch nicht klar. Die Stadt bespricht das gerade mit den Werksverantwortlichen.

14.40 Uhr: Ob die S2 von Gelsenkirchen nach Essen während der Evakuierung und Entschärfung fahren kann, steht noch nicht fest. Die Bahnlinie liegt genau auf der Grenze zwischen innerem und äußeren Kreis.

14:30 Uhr: Von der Entschärfung sind auch Busse der Ruhrbahn betroffen. Während der Entschärfung werden die Linien 154/155, 160. 1661 und 166 umgeleitet

13:25 Uhr: Beim Bau einer neuen Kita ist an der Elisenstraße im Ostviertel eine Bombe aus dem 2. Weltkrieg gefunden worden. Es handelt sich um einen britischen 250-Kilo-Blindgänger mit Aufschlagszünder.

Allgemeine Infos zu Bombenentschärfungen:

Sofort evakuieren und entschärfen

Bomben-Blindgänger müssen so schnell wie möglich entschärft werden. So steht es seit Anfang 2014 in der Verordnung der Bezirksregierung Düsseldorf. In der Regel rücken die Entschärfer seitdem noch am selben Tag aus. Die Menschen rund um den Fundort müssen wenige Stunden nach dem Fund aus ihren Häusern und Büros raus. Auch nachts oder am Wochenende kann entschärft werden. In Ausnahmefällen kann eine Bombenentschärfung verschoben werden. Zum Beispiel, wenn ein Krankenhaus geräumt werden muss.

Schnell räumen und absperren

Ordnungsamt, Polizei und Feuerwehr brauchen bei einer Bombenentschärfung viele Helfer. Sie fahren als erstes mit Lautsprecherwagen durch die umliegenden Straßen. Gleichzeitig werden schon die ersten Straßen gesperrt. Außerdem wird eine Sammelstelle eingerichtet für alle, die nicht bei Familie oder Freunden unterkommen. Anschließend machen die Helfer eine zweite Kontrolle, ob wirklich alle Anwohner raus sind. Dann werden alle Straßen im Umkreis gesperrt und die Entschärfung kann beginnen.

Alle müssen raus

Die Helfer dürfen die Menschen rund um die Bombe zwingen ihre Wohnungen zu verlassen. Wer sich weigert, muss seit Anfang 2017 ein deftiges Bußgeld zahlen. Zwischen 500 und 1000 Euro werden fällig. Verweigerer hatten Bombenentschärfungen vorher teilweise um Stunden verzögert.

Zwei Arten von Bomben

Bomben mit Aufschlagzünder funktionieren mechanisch. Beim Aufprall sollte die Zündnadel die Explosion auslösen. Desto länger die Bombe im Boden liegt, umso unberechenbarer wird sie. Bei der Entschärfung dreht der Experte den Zünder heraus und macht die Bombe so unschädlich.

Bomben mit Säure- oder Langzeitzünder sind insgesamt gefährlicher. Eine chemische Reaktion sollte die Explosion Stunden nach dem Aufprall auslösen. So sollten im Krieg Menschen auch lange nach einem Luftangriff noch überraschend getroffen werden. Wenn ein Blindgänger bewegt wird, kann die chemische Reaktion auch Jahrzehnte danach noch auslösen. Deshalb müssen diese Bomben kontrolliert gesprengt werden.

Bei jeder Bombe prüfen die Sprengmeister als erstes die Sprengkraft. Danach entscheiden sie über den Radius, der rund um den Fundort gesperrt wird. Über Essen und dem Ruhrgebiet sind im Zweiten Weltkrieg besonders viele Bomben abgeworfen worden. Die Alliierten wollten damit die Rüstungs- und Stahlindustrie treffen. Wie viele Bomben über Essen abgeworfen wurden, kann niemand sagen. Experten schätzen, dass auch in den nächsten 50 bis 70 Jahren weiter regelmäßig Bombenblindgänger gefunden werden.

Wie wird eine Bombe entschärft?

Als Leiter der Sprengschule Dresden ist Günter Fricke Experte. Er bringt anderen bei, wie man eine Bombe richtig entschärft. Ruhige Hände und starke Nerven sind wichtig!

Eine Bombe entschärfen: Würden Sie sich das zutrauen?

Wenn man so eine alte Fliegerbombe aus dem Boden buddelt, sieht die erstmal nicht gefährlicher aus, als alte Tonkrüge aus dem Mittelalter. Drum herum ist nur Dreck und Rost zu sehen, aber die 250 Kilogramm Sprengstoff innen drin rosten eben nicht! Deshalb sind die Blindgänger auch heute noch gefährlich. Eine Bombe entschärfen - da braucht es wirklich ruhige Nerven. Wir haben Essener gefragt, ob sie sich das zutrauen würden.

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