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Bombe an der Zweigertstraße

An der Zweigertstraße in Rüttenscheid wurde am 20.10.2018 ein Bombenblindgänger gefunden. Er wurde erfolgreich entschärft. Hier gibt es hier unseren Live-Ticker zum Nachlesen. 

Die Stadt richtet bei Bombenentschärfungen ein Info-Telefon ein. Die Nummer lautet 0201 - 1238888.

Alle Anwohner, die im inneren Kreis wohnen müssen ihre Häuser verlassen. Auch Büros und Geschäfte werden dort geräumt. Innerhalb des äußeren Rings sollten sich die Menschen luftschutzmäßig verhalten. Das heißt: In der Wohnung bleiben und Fenster und Türen geschlossen halten.

Samstag, den 20.10.2018:

19.15: Die Bombe ist erfolgreich entschärft! Alles ist ohne Probleme verlaufen.

Für Entschärfer Mike Wehnert vom Kampfmittelräumdienst Düsseldorf war es die zehnte Bombenentschärfung in seiner Karriere. Er war schon vor der Entschärfung sehr entspannt - vor allem weil die Rahmenbedingungen stimmten. 

 

 

18:58 Uhr: Der Kampfmittelräumdienst hat mit der Entschärfung des Blindgängers begonnen!

18:39 Uhr: Noch immer ist kein Beginn der Entschärfung in Sicht. Unsere Reporterin sagt, dass es vielleicht in einer halben Stunde losgehen könnte. Offiziell ist dieser Termin aber nicht!

17:55 Uhr: Die U-Bahnen und Straßenbahnen der Ruhrbahn halten nicht mehr am Rüttenscheider Stern und der Martinstraße, sondern fahren durch.

17:49 Uhr: In Rüttenscheid warten die Verantwortlichen auf das Go aus dem Krisenstab, dass alle Menschen den inneren Bereich verlassen haben. Uta hat von der Bombe bei uns im Programm erfahren.

17:35 Uhr: Nach Angaben der Feuerwehr liegt die Evakuierung in den letzten Zügen. Probleme könnten jetzt nur noch Gäste auf der Rüttenscheider Straße machen. Dort sollen laut Feuerwehr heute einige Junggesellenabschiede stattfinden, die Tische reserviert haben und jetzt nach Hause gehen müssen. Es könnte also Diskussionen geben. Feuerwehrsprecher Mike Filzen rechnet deswegen aber nicht mit großen Verzögerungen.

16:50 Uhr: Langsam leeren sich die Straßen im inneren Kreis.

16:35 Uhr: Die Straßenbahnlinien 101 und 106 der Ruhrbahn fahren jetzt nicht mehr im Bereich des Fundorts. Die 106 endet am Holsterhauser Platz, die 101 an der Moltkestraße. Dazwischen fahren Ersatzbusse.

16:32 Uhr: 230 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, Hilfsorganisationen und von der Stadt sind im Einsatz.

16:29 Uhr: Die Sperren am äußeren Ring sind zugezogen, niemand kann jetzt mehr reinfahren.

16:25 Uhr: Die Sperrstellen sind eingerichtet und werden zugezogen, jetzt beginnt die Evakuierung.

16:06 Uhr: Die ersten Lautsprecherwagen fahren durch die Straßen und fordern die Anwohner auf ihre Wohnungen zu verlassen.

15:28 Uhr: Die ersten Absperrgitter sind rund um die Fundstelle eingetroffen. Weil Wochenende ist, kontrolliert nicht das Ordnungsamt, sondern die Polizei unterstützt die Feuerwehr bei den Kontrollgängen.

14:18 Uhr: Die Betreuungsstelle wird gerade an der Sternschule in der Brigittastraße 34 eingerichtet.

14:16 Uhr: Das Ordnungsamt rät allen Anwohnern im inneren und äußeren Kreis ihre Autos außerhalb dieser Zone zu parken. Außerdem sollen alle Gasgeräte zugedreht werden.

14:00 Uhr: Während der Entschärfung muss auch die Alfredstraße gesperrt werden. Stadt und Feuerwehr raten Ortskundigen die Fundstelle zu umfahren.

13:42 Uhr: Es handelt sich bei der Bombe um eine britische 250-Kilo-Bombe. Das heißt, dass die Anwohner in 250 Meter Umkreis ihre Wohnungen verlassen müssen. In diesem inneren Kreis wohnen 1600 Menschen. Die Anwohner im äußeren Kreis (250 bis 500 Meter von der Fundstelle) müssen während der Entschärfung in ihren Wohnungen bleiben.

13:40 Uhr: Die Bombe hat einen Zünder und muss noch heute entschärft werden.

13:14 Uhr: Der Kampfmittelräumdienst bestätigt, dass an der Zweigertstraße ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden ist. Er liegt direkt an der Kreuzung mit der Alfredstraße. Allerdings kann der Kampfmittelräumdienst noch nicht sagen, ob die Bombe einen Zünder hat oder nicht. Die Bombe steckt senkrecht im Boden. Sie muss mit einem Kranwagen gesichert werden, erst dann kann sie ausgegraben werden.

Hier ist der Blindgänger bei Arbeiten im Hof gefunden worden
Die Feuerwehr war direkt vor Ort, es gab aber ein Problem: Die Bombe steckte senkrecht in der Erde
Deswegen musste ein Kranwagen her, der die Bombe anhob
Auf dem Rüttenscheider Markt ist die Lagezentrale und Sammelstelle der Helfer
Die Entschärfer am Fundort
Lautsprecherwagen fahren durch die Straßen
Die Polizei hat mittlerweile alles abgesperrt...
... kaum ein Mensch ist noch auf den Straßen...
... Holger und Jochen waren mit die letzten, die aus ihren Wohnungen raus sind
Uta und Nina haben kurz vorher noch im Café auf der Rü gesessen.


Sofort evakuieren und entschärfen

Bomben-Blindgänger müssen so schnell wie möglich entschärft werden. So steht es seit Anfang 2014 in der Verordnung der Bezirksregierung Düsseldorf. In der Regel rücken die Entschärfer seitdem noch am selben Tag aus. Die Menschen rund um den Fundort müssen wenige Stunden nach dem Fund aus ihren Häusern und Büros raus. Auch nachts oder am Wochenende kann entschärft werden. In Ausnahmefällen kann eine Bombenentschärfung verschoben werden. Zum Beispiel, wenn ein Krankenhaus geräumt werden muss.

Schnell räumen und absperren

Ordnungsamt, Polizei und Feuerwehr brauchen bei einer Bombenentschärfung viele Helfer. Sie fahren als erstes mit Lautsprecherwagen durch die umliegenden Straßen. Gleichzeitig werden schon die ersten Straßen gesperrt. Außerdem wird eine Sammelstelle eingerichtet für alle, die nicht bei Familie oder Freunden unterkommen. Anschließend machen die Helfer eine zweite Kontrolle, ob wirklich alle Anwohner raus sind. Dann werden alle Straßen im Umkreis gesperrt und die Entschärfung kann beginnen.

Alle müssen raus

Die Helfer dürfen die Menschen rund um die Bombe zwingen ihre Wohnungen zu verlassen. Wer sich weigert, muss seit Anfang 2017 ein deftiges Bußgeld zahlen. Zwischen 500 und 1000 Euro werden fällig. Verweigerer hatten Bombenentschärfungen vorher teilweise um Stunden verzögert.

Zwei Arten von Bomben

Bomben mit Aufschlagzünder funktionieren mechanisch. Beim Aufprall sollte die Zündnadel die Explosion auslösen. Desto länger die Bombe im Boden liegt, umso unberechenbarer wird sie. Bei der Entschärfung dreht der Experte den Zünder heraus und macht die Bombe so unschädlich.

Bomben mit Säure- oder Langzeitzünder sind insgesamt gefährlicher. Eine chemische Reaktion sollte die Explosion Stunden nach dem Aufprall auslösen. So sollten im Krieg Menschen auch lange nach einem Luftangriff noch überraschend getroffen werden. Wenn ein Blindgänger bewegt wird, kann die chemische Reaktion auch Jahrzehnte danach noch auslösen. Deshalb müssen diese Bomben kontrolliert gesprengt werden.

Bei jeder Bombe prüfen die Sprengmeister als erstes die Sprengkraft. Danach entscheiden sie über den Radius, der rund um den Fundort gesperrt wird. Über Essen und dem Ruhrgebiet sind im Zweiten Weltkrieg besonders viele Bomben abgeworfen worden. Die Alliierten wollten damit die Rüstungs- und Stahlindustrie treffen. Wie viele Bomben über Essen abgeworfen wurden, kann niemand sagen. Experten schätzen, dass auch in den nächsten 50 bis 70 Jahren weiter regelmäßig Bombenblindgänger gefunden werden.

Wie wird eine Bombe entschärft?

Als Leiter der Sprengschule Dresden ist Günter Fricke Experte. Er bringt anderen bei, wie man eine Bombe richtig entschärft. Ruhige Hände und starke Nerven sind wichtig!

Eine Bombe entschärfen: Würdet Ihr Euch das zutrauen?

Wenn man so eine alte Fliegerbombe aus dem Boden buddelt, sieht die erstmal nicht gefährlicher aus, als alte Tonkrüge aus dem Mittelalter. Drum herum ist nur Dreck und Rost zu sehen, aber die 250 Kilogramm Sprengstoff innen drin rosten eben nicht! Deshalb sind die Blindgänger auch heute noch gefährlich. Eine Bombe entschärfen - da braucht es wirklich ruhige Nerven. Wir haben Essener gefragt, ob sie sich das zutrauen würden.

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