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Bombe am BB-Boulevard

In Altenessen wurde am Freitag ein Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Er lat in der Nähe des ADAC-Parkplatzes am Berthold-Beitz-Boulevard Höhe Bamlerstraße. Die Entschärfung war dieses Mal aufwändiger als sonst üblich: Der Zünder der 10-Zentner-Bombe war deformiert und musste mit einem speziellen Wasser-Sand-Hochdruckstrahl rausgeschnitten und anschließend kontrolliert gesprengt werden. Um kurz vor 16:30 gab es Entwarnung vom Kampfmittelräumdienst und die Bombe war entschärft. Insgesamt mit Anwohnern und Menschen, die im Evakuierungsbereich arbeiten, waren 3300 Menschen von der Entschärfung betroffen.

Hier gibt's alles von der Entschärfung nochmal zum Nachlesen.

Alle Anwohner aus dem inneren Kreis mussten ihre Häuser verlassen. Auch Büros und Geschäfte wurden geräumt. Innerhalb des äußeren Rings sollten sich die Menschen luftschutzmäßig verhalten. Das heißt: In der Wohnung bleiben und Fenster und Türen geschlossen halten.

Foto: Stadt Essen

16:23 Uhr: Die Bombe ist entschärft und der Zünder wurde erfolgreich gesprengt! Die Sperrungen werden aufgehoben und alle Betroffenen können wieder nach Hause. Vielen Dank an alle Einsatzkräfte und den Kampfmittelräumdienst!

16:02 Uhr: Das Spezialteam des Kampfmittelräumdienstes wird nun damit beginnen, den deformierten Zünder aus der Bombe herauszuschneiden. Das geschieht ferngesteuert mit Hilfe einer mobilen Wasserschneideanlage. Ein Körner-Wassergemisch wird mit rund 700 bar Druck auf die Bombe gelenkt. Das Team ist währenddessen nicht unmittelbar an der Bombe. Sie überwachen das Herausschneiden mit einer Kamera und einem Monitor. Der Zünder wird im Anschluss manuell entfernt. Da er selbst noch eine Sprengkraft vergleichbar der einer Handgranate hat, muss er vor Ort unter einer Sandschicht, die die Detonation abmildert, kontrolliert gesprengt werden.

15:31 Uhr: Die Evakuierung ist abgeschlossen, die Entschärfung kann beginnen!

14:35 Uhr: Die Radio Essen-Verkehrsmelder melden viel Verkehr auf der Haus-Berge-Straße, die viele als Umleitung zur gesperrten Bottroper Straße nutzen. In beiden Richtungen gibt's deshalb im Moment ordentlich Stau.

13:45 Uhr: Die Sperrstellen werden an beiden Bereichen zugezogen. Ab jetzt können Sie die Evakuierungsbereiche nur noch verlassen, aber nicht mehr rein. Betroffen ist davon auch die Bottroper Straße.

Die Entsorgungsbetriebe Essen haben ihre Arbeit für heute komplett eingestellt, weil ihr Hauptbetriebshof geräumt werden musste.

12:25 Uhr: Die Evakuierung des inneren Kreises startet mit Lautsprecherdurchsagen.

12:15 Uhr: Das Bad am Thurmfeld ist seit 12 Uhr geschlossen.

12:00 Uhr: Auch Busse und Bahnen sind betroffen: 

Die Busse der Linien 166 und SB 16 werden ab der (H) Universität umgeleitet. Die (H) Friedrich-Lange-Str. stadteinwärts wird zur Haltestelle der Linie 140 Richtung Borbeck verlegt. Richtung Bottrop wird die Friedrich-Lange-Str. angefahren.

Die Linie 196 fährt über die Gladbeckerstraße /Hövelstraße. Alle Haltestellen zwischen Stadtwiese und Friedrich-Lange-Straße in beide Richtungen entfallen.

Bei den Linien U 17 und U11 ist innerhalb der Evakuierungszeit kein Ausstieg am Bahnhof Bamlerstraße möglich. Innerhalb der Sperrzeit entfällt der komplette Fahrgastwechsel an diesem Bahnhof. Die Bahnen fahren ohne Halt durch.

11:50 Uhr: In der Moschee an der Bersonstraße und im Sikh-Tempel waren heute größere Veranstaltungen geplant, diese müssen abgesagt werden.

11:30 Uhr: Der Evakuierungsplan ist jetzt online. Etwa 1500 Menschen sind von der Evakuierung im inneren Kreis betroffen. Im Evakuierungsbereich liegt auch die Kita Assmannweg. Die Eltern werden von der Kita informiert und gebeten, ihre Kinder frühzeitig abzuholen.

10:50 Uhr: Der Wasserschneider ist jetzt da und wird aufgebaut. Bis es losgeht, wird es aber noch eine Weile dauern. Auch das Abfräsen des Zünders kann bis zu mehreren Stunden dauern.

10:10 Uhr: Die Betreuungsstelle für Anwohner wird am Stadion Essen an der Hafenstraße 97a eingerichtet.

10:05 Uhr: Das Bürgertelefon der Stadt ist unter 0201/123 8888 für Fragen zur Entschärfung erreichbar.

9:50 Uhr:
Die Bombe zu bewegen ist zu gefährlich, deshalb soll sie an Ort und Stelle entschärft werden. Das läuft allerdings anders ab als sonst. Der Kampfmittelräumdienst will den Zünder mit einem speziellen Wasserschneidgerät aus der Bombe rausholen. Das Gerät muss erstmal angeliefert werden, wenn der Zünder rausgeschnitten wird, ist mit einem lauten Knall zu rechnen.

Der Krisenstab erarbeitet aktuell einen Evakuierungsplan. Klar ist aber schon jetzt: In einem Umkreis von 500m rund um die Bombe darf sich niemand mehr aufhalten, in einem Umkreis bis 800m müssen alle Türen und Fenster geschlossen werden.

Freitag, 9:15 Uhr: Der Krisenstab der Stadt überlegt, die Bombe auf dem Gelände von "Essen 51" kontrolliert zu sprengen. Entschieden ist das aber noch nicht, unter anderem eine Gasleitung auf dem Gelände könnte ein Problem darstellen. Für eine kontrollierte Sprengung wäre etwa eine große LKW-Ladung Sand nötig, die auf die Bombe geschüttet werden müsste.

Stand Donnerstagabend: Der Zünder ist deformiert. Die Bombe wird morgen kontrolliert gesprengt. Wann, wo und auf welche Weise, wird morgen früh entschieden.

Sofort evakuieren und entschärfen

Bomben-Blindgänger müssen so schnell wie möglich entschärft werden. So steht es seit Anfang 2014 in der Verordnung der Bezirksregierung Düsseldorf. In der Regel rücken die Entschärfer seitdem noch am selben Tag aus. Die Menschen rund um den Fundort müssen wenige Stunden nach dem Fund aus ihren Häusern und Büros raus. Auch nachts oder am Wochenende kann entschärft werden. In Ausnahmefällen kann eine Bombenentschärfung verschoben werden. Zum Beispiel, wenn ein Krankenhaus geräumt werden muss.

Schnell räumen und absperren

Ordnungsamt, Polizei und Feuerwehr brauchen bei einer Bombenentschärfung viele Helfer. Sie fahren als erstes mit Lautsprecherwagen durch die umliegenden Straßen. Gleichzeitig werden schon die ersten Straßen gesperrt. Außerdem wird eine Sammelstelle eingerichtet für alle, die nicht bei Familie oder Freunden unterkommen. Anschließend machen die Helfer eine zweite Kontrolle, ob wirklich alle Anwohner raus sind. Dann werden alle Straßen im Umkreis gesperrt und die Entschärfung kann beginnen.

Alle müssen raus

Die Helfer dürfen die Menschen rund um die Bombe zwingen ihre Wohnungen zu verlassen. Wer sich weigert, muss seit Anfang 2017 ein deftiges Bußgeld zahlen. Zwischen 500 und 1000 Euro werden fällig. Verweigerer hatten Bombenentschärfungen vorher teilweise um Stunden verzögert.

Zwei Arten von Bomben

Bomben mit Aufschlagzünder funktionieren mechanisch. Beim Aufprall sollte die Zündnadel die Explosion auslösen. Desto länger die Bombe im Boden liegt, umso unberechenbarer wird sie. Bei der Entschärfung dreht der Experte den Zünder heraus und macht die Bombe so unschädlich.

Bomben mit Säure- oder Langzeitzünder sind insgesamt gefährlicher. Eine chemische Reaktion sollte die Explosion Stunden nach dem Aufprall auslösen. So sollten im Krieg Menschen auch lange nach einem Luftangriff noch überraschend getroffen werden. Wenn ein Blindgänger bewegt wird, kann die chemische Reaktion auch Jahrzehnte danach noch auslösen. Deshalb müssen diese Bomben kontrolliert gesprengt werden.

Bei jeder Bombe prüfen die Sprengmeister als erstes die Sprengkraft. Danach entscheiden sie über den Radius, der rund um den Fundort gesperrt wird. Über Essen und dem Ruhrgebiet sind im Zweiten Weltkrieg besonders viele Bomben abgeworfen worden. Die Alliierten wollten damit die Rüstungs- und Stahlindustrie treffen. Wie viele Bomben über Essen abgeworfen wurden, kann niemand sagen. Experten schätzen, dass auch in den nächsten 50 bis 70 Jahren weiter regelmäßig Bombenblindgänger gefunden werden.

Wie wird eine Bombe entschärft?

Als Leiter der Sprengschule Dresden ist Günter Fricke Experte. Er bringt anderen bei, wie man eine Bombe richtig entschärft. Ruhige Hände und starke Nerven sind wichtig!

Eine Bombe entschärfen: Würden Sie sich das zutrauen?

Wenn man so eine alte Fliegerbombe aus dem Boden buddelt, sieht die erstmal nicht gefährlicher aus, als alte Tonkrüge aus dem Mittelalter. Drum herum ist nur Dreck und Rost zu sehen, aber die 250 Kilogramm Sprengstoff innen drin rosten eben nicht! Deshalb sind die Blindgänger auch heute noch gefährlich. Eine Bombe entschärfen - da braucht es wirklich ruhige Nerven. Wir haben Essener gefragt, ob sie sich das zutrauen würden.

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