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90 Jahre Lichtburg

90 Jahre ist die Lichtburg bei uns in der Innenstadt ein Prestige-Kino in Deutschland. Wir haben die wichtigsten Meilensteine im Überblick und nehmen Euch mit auf den roten Premieren-Teppich.

18. Oktober 1928 eröffnet die Lichtburg mit rund 2.000 Polstersitzplätzen. Platzkarten gab es so, wie heute, nicht. Wenn sich jemand auf einen Platz gesetzt hatte, bekam die Kasse ein elektronisches Zeichen. So wussten die Kartenverkäufer, wie viele Plätze noch frei waren.

An dem Abend war der erste Film in der Lichtburg "Marquis d'Eon, der Spion von Pompardour", ein Stummfilm. Dazu wurde auf der berühmten Wurlitzer Kinoorgel gespielt. Die konnte damals schon neben Musik auch Verkehrsgeräusche und Donner imitieren.

Zur Zeit des Nationalsozialismus wurde auch die Lichtburg, wie viele Kinos in Deutschland, zu Propagandazwecken genutzt. Es lief häufig Die Deutsche Wochenschau, in der Lichtburg meist, wenn Hitler zu Besuch in den Krupp-Werken war.

Der damals jüdische Betreiber wurde gezwungen die Lichtburg zu verkaufen, mit hohen Verlusten an die Universum Film AG.

1943 haben die Alliierten die Lichtburg mit Bombenangriffen zerstört. Der Kinosaal brannte komplett aus, nur die Fassade blieb größtenteils stehen.

Ab März 1950 haben neue Betreiber das Kino wieder aufgebaut und neu eröffnet mit rund 1.700 Sitzplätzen. Zur Wiedereröffnung lief der Film Wiener Mädeln.

In den 50er und 60er Jahren war die Lichtburg eine der wichtigsten Premierenstätten in Deutschland.

Seit den 90ern kämpft das Kino, wie alle Filmkunstkinos, gegen die großen Multiplex-Kinos, wie das Cinemaxx am Berliner Platz. Das hat zu erheblichen Einbußen im Verkauf geführt.

Seit 1998 ist die Lichtburg in der Hand von der Essener Filmkunsttheater GmbH unter Leitung von Marianne Menze. Zusammen mit der Stadt und weiteren Kooperationen wurde das Gebäude der Lichtburg in den Jahren danach aufwändig restauriert. Mittlerweile steht die Fassade auch unter Denkmalschutz.

Im März 2003 gab es dann wieder einmal eine große Wiedereröffnung mit der Premiere von "Das Wunder von Bern". Seitdem kennen wir das Kino, wie es ist. Mit einer 150 Quadratmeter großen Leinwand, an die 1.250 Sitzplätze, dem kleineren Saal, dem Sabu, mit rund 150 Plätzen. Dazu gibt es neben Kinofilmen auch viele Showveranstaltungen auf der Bühne der Lichtburg.

Der 70 Millimeter-Film

Digital ist auch bei den Filmkunstkinos angesagt. Kaum einer zeigt noch analoge Filme. 35mm ist Standard heute. Die Lichtburg ist aber eins von vier Kinos in Deutschland, die den Projektor für 70mm-Filme behalten haben und der funktioniert noch. Im Sommer 2017 hat die Lichtburg zum Beispiel den Tarantino-Film "The Hateful 8" analog auf 70mm gezeigt. Das war eine riesen Rolle, die direkt aus Hollywood kam. Unser Reporter Sven Christian Schulz durfte damals in den Projektorraum gucken.

FunFacts zur Lichtburg

Ob roter Teppich, Kinosaal oder Popcorntheke, wir haben ein paar interessante FunFacts über die Lichtburg gesammelt:

Schon seit den Anfängen der Lichtburg ist das Kino eine Hochburg für Stars und Sternchen. Egal ob international, europaweit oder national. Und in den letzten Jahren hat unser Veranstaltungsreporter Kostas Mitsalis so einige am roten Premierenteppich getroffen und auch so einiges erlebt.

Helena Bonham Carter
Florian David Fitz
Anke Engelke
Helge Schneider
Terence Hill
Michael "Bully" Herbig
Matthias Schweighöfer

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