
TUSEM Essen verpasst Überraschung gegen Leipzig
Im Pokal hatte der TUSEM Essen den SC DHfK Leipzig noch sensationell bezwungen. Beim schnellen Wiedersehen in der 2. Handball-Bundesliga wollten die Essener daran anknüpfen und lieferten dem Favoriten erneut einen Kampf. Für den ersehnten Befreiungsschlag reichte es trotzdem nicht.
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TUSEM Essen hält zunächst gut dagegen
Vor mehr als 1600 Zuschauern am Hallo erwischte der TUSEM einen ordentlichen Start. Die Essener verteidigten offensiv, Lukas Diedrich steuerte früh einige Paraden bei und vorne fanden die Gastgeber zunächst immer wieder Lösungen. Valentin Willner traf vom Kreis, Maximilian Hejny aus dem Rückraum und Felix Mart sicher vom Siebenmeterpunkt. Beim 7:7 nach 17 Minuten war die Partie völlig offen. Danach erhöhte Leipzig allerdings den Druck - und bestrafte die zunehmenden Essener Fehler konsequent.
Leipzig setzt sich vor der Pause ab
Vor allem Nationalspieler Franz Semper stellte die Essener Defensive immer wieder vor Probleme. Während der TUSEM nun häufiger Bälle verlor oder Möglichkeiten liegen ließ, spielte der Favorit seine Angriffe konsequenter aus. Aus einer engen Partie wurde innerhalb weniger Minuten ein deutlicher Rückstand. Zwar stemmten sich unter anderem Max Neuhaus und Finley Werschkull dagegen, mit einem 14:19 ging es für Essen aber in die Kabine. Die Hypothek für die zweite Hälfte war damit erneut groß.
Essen lässt seine Chancen liegen
Aufgeben wollte sich der TUSEM nicht. Finn Knaack sorgte im Tor für wichtige Paraden, während Mart vom Siebenmeterpunkt zuverlässig blieb. Beim 20:23 in der 39. Minute waren die Essener wieder in Schlagdistanz. Leipzig bot den Gastgebern auch danach Möglichkeiten, noch näher heranzukommen, doch genau diese Chancen ließ der TUSEM zu häufig ungenutzt. Fehlpässe, Ballverluste und vergebene Würfe verhinderten, dass die Partie noch einmal endgültig kippte.
TUSEM Essen wartet weiter auf den Befreiungsschlag
Auch in den Schlussminuten kämpften die Essener weiter und verkürzten noch einmal, die Leipziger ließen sich den Sieg aber nicht mehr nehmen. Mit 32:35 verliert der TUSEM auch sein sechstes Ligaspiel der Saison und kassiert die fünfte Niederlage. Die Essener bleiben damit bei einem Punkt und am Tabellenende. Mut macht, dass der TUSEM gegen einen Aufstiegsanwärter über längere Phasen mithalten konnte.
Hövels sieht einen „Schritt nach vorne“
Trotz der nächsten Niederlage zeigte sich Trainer Kenji Hövels mit der Entwicklung seiner Mannschaft zufrieden. „Erst mal Kompliment an meine Mannschaft“, sagte der TUSEM-Coach und lobte vor allem Kampfgeist und Reaktion auf Rückschläge. Auch die unter der Woche erarbeiteten neuen Lösungen im Angriff hätten gegen Leipzig funktioniert. „Wir haben gesagt, wir wollen heute einen Schritt nach vorne machen. Ich finde, den haben wir gemacht.“ Besonders nach der Pause habe sein Team defensiv deutlich stabiler agiert und Leipzig immer wieder ins Zeitspiel gezwungen. Hövels ist deshalb überzeugt, dass die Wende kommen wird: „Wenn wir so spielen, werden wir auch punkten und gewinnen.“
Willner sieht Fortschritte im Angriff
Auch Valentin Willner erkannte trotz der Niederlage eine Entwicklung. Vor allem im Angriff habe der TUSEM zuletzt Probleme mit fehlendem Ballfluss und zu wenig Ideen gehabt. „Daran haben wir die letzten ein, zwei Wochen im Training gearbeitet. Ich finde, das haben wir besser gemacht.“ Die 32 eigenen Treffer gegen den Bundesliga-Absteiger seien ein Beleg dafür. Den Schlüssel zum ersten Saisonsieg sieht Willner nun vor allem in der Defensive: 35 Gegentore seien zu viel. Gelinge es, die Zahl der technischen Fehler zu reduzieren und den Gegner unter 30 Toren zu halten, sei der TUSEM mit dem verbesserten Angriff auf dem richtigen Weg.
Essen in Zahlen: Torschützen und Paraden
TUSEM Essen - SC DHfK Leipzig 32:35 (14:19).
TUSEM Essen: Felix Eißing (4), Adin Faljic (1), Maximilian Hejny (3), Nils Homscheid (5), Felix Mart (7), Max Neuhaus (5), Finley Werschkull (3), Valentin Willner (4). Torhüter: Lukas Diedrich (3 Paraden), Finn Knaack (7 Paraden).
SC DHfK Leipzig: Lukas Binder (5), Dean Bombac (3), Blaer Hinriksson (2), Matej Klima (2), Tom Koschek (1), Staffan Peter (6), Moritz Preuss (2), Luka Rogan (3), Finn Schroven (2), Franz Semper (9). Torhüter: Tomas Mrkva (3 Paraden), Anadin Suljakovic (8 Paraden).