
TUSEM Essen verliert Kellerduell - Aufholjagd kommt zu spät
Der Druck war groß, die Hoffnung auf den ersten Saisonsieg ebenso. Gegen den TuS N-Lübbecke wollte der TUSEM Essen endlich den Befreiungsschlag schaffen. Nach einer schwachen ersten Halbzeit zeigten die Essener zwar Moral, doch die Hypothek war am Ende zu groß.
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TUSEM Essen verschläft die erste Halbzeit
Vor 1588 Zuschauern am Hallo fand der TUSEM Essen am Sonntagabend (27. September) offensiv kaum in die Partie. Immer wieder leisteten sich die Essener Ballverluste oder taten sich gegen die robuste Deckung der Gäste schwer. Besonders bitter: Mehrere Überzahlsituationen blieben nahezu wirkungslos. Lübbecke agierte dagegen konsequenter und setzte sich Mitte der ersten Hälfte deutlich ab. Zwar hielt Felix Mart sein Team mit sicheren Siebenmetern im Spiel, insgesamt kam vom TUSEM aber zu wenig. Mit einem deutlichen 10:16-Rückstand ging es in die Kabine.
Essen kämpft sich zurück
Nach dem Seitenwechsel zeigte sich der TUSEM verbessert. Die Abwehr bekam mehr Zugriff und Finn Knaack sorgte im Tor mit wichtigen Paraden für zusätzlichen Schwung. Nils Homscheid, Tim Mast und Felix Göttler verkürzten den Rückstand Stück für Stück. Beim 19:22 in der 45. Minute war Essen wieder in Schlagdistanz - und die Halle plötzlich voll da. Alexander Schoss legte nach, ehe der TUSEM beim 23:24 tatsächlich bis auf einen Treffer herankam.
Lübbecke bleibt in der Crunchtime cooler
Die Partie drohte zu kippen, doch der TUSEM konnte das Momentum nicht entscheidend nutzen. Lübbecke fand wieder Lösungen und setzte sich erneut auf drei Tore ab. Essen kämpfte weiter, ließ im Angriff aber wichtige Möglichkeiten liegen. Auch Knaacks Paraden und sogar ein eigener Treffer des Torhüters ins leere Gäste-Tor reichten nicht für die Wende. In den entscheidenden Minuten präsentierte sich Lübbecke abgeklärter und brachte den Vorsprung über die Zeit.
TUSEM Essen bleibt ohne Saisonsieg
Am Ende steht eine bittere 28:32-Heimniederlage. Nach der schwachen ersten Hälfte bewies der TUSEM Moral und machte aus einem Sechs-Tore-Rückstand noch einmal ein enges Spiel. Für Punkte reicht die Aufholjagd allerdings nicht. Damit verlieren die Essener auch ihr viertes Ligaspiel der Saison und warten nach fünf Spieltagen weiterhin auf den ersten Sieg. Der TUSEM bleibt mit nur einem Punkt Tabellenletzter.
Hövels vermisst die Konstanz
TUSEM-Trainer Kenji Hövels sah vor allem den schwierigen Start als Problem. Beide Mannschaften hätten unter Ergebnisdruck gestanden, Lübbecke sei damit zunächst aber besser umgegangen. Zu viele Fehler und Fehlwürfe hätten dafür gesorgt, dass der TUSEM früh einem Rückstand hinterherlaufen musste. Für die Reaktion nach der Pause lobte Hövels seine Mannschaft ausdrücklich: „Trotz Niederlage muss ich meiner Mannschaft in der zweiten Halbzeit schon ein Kompliment machen, weil sie sich stark zurück kämpft und dran glaubt.“ Entscheidend sei nun, diese guten Phasen über ein komplettes Spiel zu zeigen. „Da fehlt uns gerade einfach die Konstanz im Spiel.“
Homscheid: „Wir brauchen einfach dieses eine Spiel“
Auch Nils Homscheid haderte nach der Partie vor allem mit den zwei unterschiedlichen Halbzeiten. Zehn eigene Treffer vor der Pause und ein Sechs-Tore-Rückstand seien eine „große Hypothek“ gewesen. Zwar kämpfte sich der TUSEM nach dem Seitenwechsel bis auf ein Tor heran, machte dann aber „den Fehler zu viel“, um die Partie noch zu drehen. Homscheid hofft nun auf den Befreiungsschlag im nächsten Heimspiel gegen Leipzig: „Wir brauchen einfach dieses eine Spiel, um den Bock umzustoßen.“ Unabhängig von der schwierigen sportlichen Situation setzte der 23-Jährige zuletzt ein Zeichen und verlängerte seinen Vertrag in Essen. Er fühle sich beim TUSEM und in dessen Umfeld sehr wohl, erklärte Homscheid nach der Partie bei Radio Essen.
Essen in Zahlen: Torschützen und Paraden
TUSEM Essen - TuS N-Lübbecke 28:32 (10:16).
TUSEM Essen: Felix Eißing (3), Felix Göttler (4), Nils Homscheid (1), Felix Mart (8), Tim Mast (3), Max Neuhaus (1), Alexander Schoss (1),Valentin Willner (5). Torhüter: Lukas Diedrich (3 Paraden), Finn Knaack (8 Paraden, 2 Tore).
TuS N-Lübbecke: Thies Bergemann (3), Malte Dederding (2), Yannick Dräger (2), Niklas Gautzsch (2), Manuel Hörr (4), Henri Pabst (6), Max Santos (5), Alexander Schulze (3), Tjorven Sturhahn (3), Finn Wullenweber (2). Torhüter: Leon Grabenstein (8 Paraden).