Anzeige
Trauernder Bergmann in Essen - Ersatz für gestohlene Skulptur ist da!
© thyssenkrupp Corporate Archives, Duisburg
Teilen:

Trauernder Bergmann in Essen - Ersatz für gestohlene Skulptur ist da!

Auf dem Nordfriedhof in Altenessen wird am Dienstag (13. Oktober) eine besondere Skulptur eingeweiht. Sie erinnert an ein schweres Grubenunglück - und einen dreisten Diebstahl.

Veröffentlicht:

Anzeige

Welche Geschichte steckt hinter der Skulptur in Essen?

Anzeige

In Essen erinnert eine Skulptur wieder an ein schweres Grubenunglück, und zwar an das schwerste in der Geschichte des Bergbaus in Altenessen. 1942 sind 45 Männer auf der Zeche Fritz-Heinrich an der Heßlerstraße gestorben. Die gehörte damals zum Hoesch-Konzern. Ihre Leichname konnten erst zehn Tage später geborgen werden, weil sie so stark verschüttet waren. Der Grund für das Unglück konnte nie ganz geklärt werden. Schuld war aber wahrscheinlich ein Gebirgsschlag, der zu einer erhöhten Gaskonzentration geführt hat. Auch technische Mängel wurden festgestellt. Vermutlich waren Sicherheit und Instandhaltung der Zeche vernachlässigt worden, weil zu Kriegszeiten dringend Kohle gefördert werden musste. Die Verstorbenen wurden zusammen in einem Grab auf dem Nordfriedhof begraben, Nazis haben die Trauerfeier aber zu Propagandazwecken missbraucht. Schon früh hat die Bergbaugesellschaft entschieden, in Gedenken an die Verstorbenen eine Skulptur aufzustellen. Das passierte in den 1950er-Jahren: Ein Bergmann aus Bronze, von Trauer gebeugt, der die Grubenlampe löscht.

Anzeige
Trauernder Bergmann in Essen - Ersatz für gestohlene Skulptur ist da!
© Andreas Doczekala
Die Trauerfeier für die verstobenen des Bergunglücks wurde damals von den Nazis als große Propagandaveranstaltung missbraucht.
Anzeige

Warum braucht es einen neue Skulptur in Essen auf dem Nordfriedhof?

Anzeige

Der trauernde Bergmann auf dem Nordfriedhof in Altenessen wurde im April 2021 gestohlen. Damals wurden auch über 100 Gräber verwüstet. Im Stadtteil und unter ehemaligen Bergleuten hat das für Fassungslosigkeit gesorgt. Lange haben sich Vereine aus Altenessen deswegen für eine neue Skulptur eingesetzt. Dazu zählen der Lesebuchkreis Altenessen (Geschichtskreis), der katholischer Knappenverein 1863 Bergmannsglück Altenessen, die AG Bauen und Wohnen der Altenessen-Konferenz, die IG Altenessen und der Landesverband der Berg- und Knappenvereine NRW e.V.

Ein Kettwiger Steinmetz und Bildhauer hat jetzt eine neue Skulptur aus Stein erschaffen. Sie ist an das Original angelehnt, aber keine Kopie. Außerdem kommt noch eine Infotafel neben die Skulptur. Die erinnert sowohl an das Grubenunglück als auch an den Diebstahl. Gefördert wurde die neue Skulptur von der RAG-Stiftung, der Bezirksvertretung V (Altenessen, Karnap, Vogelheim) und den Förderfonds „Pack an“ der Stadt Essen.

Oberbürgermeister Thomas Kufen übergibt die neue Skulptur am Dienstag (13. Oktober) an die Öffentlichkeit. Die Gedenkstunde startet um 10 Uhr an der Zeche Carl, danach läuft ein Zug mit ehemaligen Bergleuten zum Nordfriedhof. Gegen 10.30 Uhr wird die Gedenkstunde dort fortgesetzt. Alle Interessierten sind herzlich willkommen, zum Seiteneingang Rottekamp/ Brockhoffstraße zu kommen.

Anzeige

Mehr Nachrichten aus Essen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige