
Traditionskirmes in Essen muss ausfallen
Das ist ein schwerer Schlag für die Tradition in Essen: Die diesjährige Appeltaten-Kirmes, die offiziell eigentlich Ludgeruskirmes heißt, ist abgesagt worden. Seit den 1960er Jahren organisieren die Schaustellerverbände die Kirmes in eigener Regie.
„Es blutet das Schaustellerherz, die älteste Veranstaltung, ich glaube mit über 800 Jahren Tradition.“ - Albert Ritter, Präsident der Europäischen Schaustellerunion.
In diesem Jahr haben sich die Verantwortlichen schweren Herzens dazu entschieden, das Fest in Werden ausfallen zu lassen. Vor allem die über 800-jährige Geschichte macht die Absage besonders bitter.
Schausteller in Essen können Kosten nicht stemmen
Hinter der Absage stecken vor allem finanzielle Probleme. Früher hat die Stadt die Kirmes organisiert, seit den 1960er Jahren müssen die Schausteller selbst die Kosten decken. In diesem Jahr haben sich aber immer weniger Teilnehmer gemeldet. Dadurch müssen die hohen Fixkosten auf immer weniger Schultern verteilt werden, erklärt Albert Ritter.
Besonders die Stromversorgung ist zu einem riesigen Problem geworden. Für die Kirmes muss jedes Mal ein spezieller, großer Trafo gemietet und aufgestellt werden. Wegen neuer europäischer Normen sind die Mietpreise für diese Technik extrem in die Höhe geschossen. Das konnten die wenigen verbliebenen Schausteller nicht mehr alleine stemmen.
Kirmes in Essen soll zurückkommen
Trotz der aktuellen Absage soll das nicht das endgültige Ende für die Kirmes in Werden sein. Der Schaustellerverband hat angekündigt, dass er für das nächste Jahr einen neuen Anlauf nehmen möchte. Das Ziel ist es, wieder mehr Betriebe für die Traditionsveranstaltung zu gewinnen. Wenn die Gruppe der Schausteller wieder größer wird, lassen sich auch die Kosten für Strom und Organisation besser aufteilen. In den kommenden Monaten wollen die Verantwortlichen intensiv für den Standort werben, damit das Karussell im nächsten Jahr wieder fahren kann.

