Tödlicher Polizeischuss in Essen: Verfahren eingestellt

Die Staatsanwaltschaft Essen stellt das Verfahren um den tödlichen Polizeischuss in Altendorf ein. Der Polizist hat in Notwehr gehandelt, heißt es. Der Mann war Mitte Juni morgens mit einem Messer durch Altendorf gelaufen. Dann wollte er in die Wohnung seiner Lebensgefährtin mit vier kleinen Kindern. Die Reaktionen auf die Einstellung sind sehr unterschiedlich.

Auf dem Bild sind Polizisten zu sehen, die vor dem Hauseingang in der Drügeshofstraße in Altendorf stehen. Dort wurde kurz zuvor ein Mann von einem Polizisten im Einsatz erschossen.
© Radio Essen

Polizist erschießt Mann mit Messer in Essen-Altendorf

"Alle Beteiligten hatten den Eindruck: Der Mann ist unberechenbar", sagt die Staatsanwaltschaft auf Radio Essen-Nachfrage. Mitte Juni läuft er morgens mit einem Messer durch Altendorf. Mitten auf der Altendorfer Straße droht er damit sich umzubringen und beleidigt Polizisten. So ist es auf einem Handyvideo von dem Morgen zu sehen. Dann geht er zu einem Haus an der Drügeshofstraße. Dabei soll er gesagt haben, dass er seine "Familie aufmischen" will. Diese Worte sind so gefallen, sagt die Staatsanwaltschaft. In dem Haus wohnen seine Lebensgefährtin und vier kleine Kinder.


Staatsanwaltschaft Essen: Polizist hat aus Notwehr geschossen

Laut Staatsanwaltschaft geht es so weiter: Der Mann kommt in den Hausflur. Eine Polizistin schafft es gerade noch den Fuß in die Tür zu stellen, damit sie nicht zufällt. Sie steht etwas geduckt in der Tür. Ein zweiter Polizist schafft es die Tür noch etwas weiter aufzudrücken. Dann sticht der Mann mit dem Messer durch den Türspalt. Die Polizistin hat Glück, dass sie geduckt steht und nicht von dem Messer getroffen wird. Ein Kollege sieht das Leben seiner Kollegin gefährdet und drückt ab. Der Mann stirbt noch vor Ort. Der Moment des Schusses ist auf einem Video zu sehen. Das haben sich die Ermittler genau angeguckt und auch mit den beteiligten Polizisten gesprochen.

Verfahren wegen tödlichem Schuss eines Polizisten in Essen wird eingestellt

Das Ergebnis ist für die Staatsanwaltschaft klar: Der Polizist hat aus Notwehr gehandelt. Sie stellt das Verfahren deshalb ein. Die Eltern des Toten können dagegen noch Beschwerde einlegen. Die Mutter kündigt auf Facebook an, dass die das auch tun wird. Bekannte und Freunde hatten den Mann immer wieder als besonnen beschrieben und an der Version der Polizei gezweifelt. Sie haben deshalb unter anderem in Altendorf auch demonstriert.

Gemischte Reaktionen auf Entscheidung

Die Essener Polizei ist froh, dass die Ermittlungen eingestellt wurden. Für den jungen Kollegen war das Ereignis traumatisch, heißt es auf Radio Essen-Nachfrage. Es werde ihn sicher weiter begleiten, auch wenn die Ermittlungen nun vorbei sind. Bekannte des Toten sehen das ganz anders. Sie haben vor einigen Wochen die Initiative "Gerechtigkeit für Adel" gegründet. Die schreibt von "großem Bedauern und ebenso großer Wut". Sie hält den Polizisten für einen Mörder und will weiter, dass er verurteilt wird. Die Initiative kündigt auch eine weitere Demonstration an.

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