Soziale Organisationen in Essen haben noch viele Fragezeichen bei der Grundrente

Die Politiker der großen Koalition haben sich in Berlin auf einen Kompromiss zur Grundrente geeinigt. Sie soll vor allem Menschen helfen, die von Altersarmut bedroht sind. Wer die Grundrente bei uns in Essen bekommt, scheint aber noch nicht klar.

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Noch viel Infobedarf bei der Grundrente

Jeder, der 35 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt hat und trotzdem zu wenig Rente bekommt um davon zu leben, soll die Grundrente bekommen. Das ist kurz zusammengefasst der Kompromiss von CDU, CSU und SPD in Berlin. Die Grundrente soll auch niemand extra beantragen müssen. Wer sie bekommt, das sollen Rentenversicherung und Finanzämter abgleichen. Wie das genau passiert, ist aber noch nicht klar. Deshalb kann auch niemand in der Stadt einschätzen, wer ab 2021 diese Grundrente bei uns in Essen bekommen wird.

Nötig hätten die Grundrente viele

Rund 120 000 Rentner leben bei uns in der Stadt, jeder dritte von ihnen bekommt eine Rente, die unter 1100 Euro liegt. Im Isenbergtreff, dem Seniorentreff der evangelischen Kirchengemeinde in Rüttenscheid macht sich das fehlende Geld immer wieder bemerkbar. Wenn es um Tagesausflüge geht, die im Schnitt 35 Euro kosten, können sich das nicht alle Senioren leisten. Schon bei der Tasse Kaffee für 80 Cent, hören die Mitarbeiter immer wieder den Satz: "Ach, ich hatte schon zu Hause meinen Kaffee". Sie wissen allerdings, dass das nicht immer stimmt. Mit Geld aus der Kirchengemeinde und von der Diakonie versuchen sie dann, den Menschen zu helfen und es gibt für sie natürlich am Nachmittag auch die Tassee Kaffee.

Essener Tafel sieht immer mehr Nachfrage durch Rentner

Auch zur Essener Tafel kommen immer mehr ältere Menschen, die auf die Lebensmittel von dort angewiesen sind. Hier machen die Mitarbeiter aber ebenfalls die Erfahrung, dass sich viele Menschen für ihr weniges Geld schämen. Dabei haben sie oft jahrelang gearbeitet, nur leider zu wenig Geld verdient und damit auch nur wenig in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen können. Nach den Erfahrungen bei der Tafel betrifft das oft Frauen, die nur schlecht bezahlte Berufe hatten und Kinder groß gezogen und später noch die Eltern gepflegt haben. Sie haben zwar viel geleistet, werden dafür aber im Alter nur gering bezahlt.


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