
Schuljahr mit G9 in Essen startet - Das sind die Auswirkungen
Ab dem neuen Schuljahr 2026/27 lernen an vielen Schulen mehr Schülerinnen und Schüler - es gibt zum ersten Mal wieder einen 13. Jahrgang. Das hat verschiedenste Auswirkungen - auf die Schulen selbst, die Unis und die Ausbildungsbetriebe.
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G9 in Essen - Gibt es genug Lehrer an den Schulen?
Mit dem neuen Schuljahr gibt es in Essen wieder einen 13. Jahrgang. An vielen Schulen lernen aktuell also mehr Schülerinnen und Schüler. Das bedeutet, dass mehr Platz her muss. Deswegen nutzt zum Beispiel das Grashof-Gymnasium aktuell den neuen Erweiterungsbau für die Meisenburgschule in Bredeney - solange bis ihr eigener Erweiterungsbau fertig ist. Viele Schulen in Essen bekommen aktuell Erweiterungsbauten wegen der Rückkehr zu G9. Die meisten sind aber erst ab dem nächsten Schuljahr fertig. Was Lehrerinnen und Lehrer angeht, sind die Schulen aktuell schon besser aufgestellt. Rund 96 Prozent der Lehrstellen waren im Juni besetzt - mehr als im Durchschnitt in NRW. Die Bezirksregierung sagt: Es wurde in den letzten Jahren vorgesorgt. Das Land NRW hat insgesamt 3.000 sogenannte Vorgriffsstellen in den letzten Jahren besetzt. Die neu eingestellten Lehrkräfte waren bisher an anderen Schulen und wechseln jetzt an die Gymnasien. Generell sei es aber schwierig genug gute Lehrkräfte für Fächer wie Mathe, Informatik und Naturwissenschaften zu finden, so die Bezirksregierung.
Weniger Abiturienten in Essen - Wie reagiert die Uni Duisburg-Essen?
In Essen und ganz NRW haben in diesem Jahr weniger Schülerinnen und Schüler Abitur gemacht, weil sie noch länger zur Schule gehen. Das merkt auch die Uni Duisburg-Essen. Mitte August sind dort weniger Erstsemester eingeschrieben als im letzten Jahr um diese Zeit. Das sagt die Uni auf Radio Essen-Nachfrage. Wie groß der Unterschied letztendlich ausfällt, ist aber noch unklar. Die Bewerbungen für NC-Fächer werden noch bewertet und die Einschreibungen für zulassungsfreie Studiengänge laufen noch bis Ende Oktober. Die Uni hat sich außerdem vorbereitet: Bei zwölf Studiengängen gibt es keinen NC mehr, zum Beispiel im Bachelor Erziehungswissenschaften oder im Bachelor BWL. Und sie hat auf Social Media extra Werbung gemacht, um Menschen aus anderen Bundesländern nach Essen zu locken. Außerdem gibt es viele Menschen, die ihr Abitur oder Fachabitur an Gesamtschulen und Berufskollegs gemacht haben oder sich erst einige Zeit nach dem Schulabschluss fürs Studium entscheiden - teilweise auch bewusst für dieses Jahr, weil sie sich bessere Chancen auf einen Platz in beliebten Studiengängen erhoffen.
Schüler in Essen länger in der Schule - weniger in der Ausbildung?
Dass mehr Schülerinnen und Schüler in Essen länger in der Schule bleiben, macht sich auch auf dem Ausbildungsmarkt bemerkbar - allerdings anders erwartet. Die Arbeitsagentur sagt, dass es im Juli in Essen mehr Bewerberinnen und Bewerber auf Ausbildungsstellen gab. Bei denjenigen mit Fachabitur oder Abitur waren es 18 Personen mehr als im Juli letztes Jahr. Die Arbeitsagentur erklärt sich das unter anderem damit, dass viele junge Menschen gerne Praxiserfahrung sammeln, gerade diejenigen, die nicht so ein gutes Abitur gemacht haben. Außerdem wollen viele bei der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Situation lieber schnell Geld verdienen. Bis Juli haben sich rund 3.900 Personen für eine Berufsberatung zu Ausbildung oder dualem Studium bei der Arbeitsagentur in Essen gemeldet. Das sind 270 mehr als im Vorjahr. Über 1300 suchen noch und über 900 Ausbildungs- und duale Studienplätze sind noch frei. Die gibt es besonders im kaufmännischen Bereich. Die neuen Zahlen zum Ausbildungsmarkt stellt die Arbeitsagentur am 02. September vor. Am 09. September findet außerdem nochmal ein Speed Dating für Azubis und Unternehmen statt.
Auch die Handwerkskammer Essen hat noch keine aktuellen Zahlen zu den Auswirkungen von der G9-Umstellung auf den Ausbildungsmarkt. Hier meldeten die Betriebe aber bisher, dass in diesem Jahr vor allem Bewerbungen von Personen mit mittleren Schulabschlüssen kommen. Noten rückten für das Handwerk immer mehr in den Hintergrund, wichtiger seien Motivation, handwerkliches Geschick und die Bereitschaft zu lernen. Trotzdem sind Abiturienten und Abiturientinnen für das Handwerk wertvoll, sagt die Kreishandwerkerschaft, da alles immer digitaler und technisch anspruchsvoller wird.