Schausteller in Essen leben "von der Hand in den Mund"

Großveranstaltungen, wie Volksfeste oder Kirmes fallen wegen Corona bis Ende August dieses Jahr aus. Auch die Schausteller in Essen stellt das vor große Herausforderungen. Seit den Weihnachtsmärkten fehlen die Einnahmen.

Essener Schausteller haben wegen Corona Existenz-Ängste.
© Zoi Tasovali/Radio Essen

Lage der Essener Schausteller ist "katastrophal"

Seit dem 11. Mai gibt es weitere Lockerungen: Die Gastronomen, Fitness- oder auch Kosmetikstudios sind wieder geöffnet. Doch einige bangen nach wie vor um ihre Existenz: Den Schaustellern in Essen fehlt das Geld. Seit den Weihnachtsmärkten gibt es keine Einnahmen. Die Lage ist "katastrophal", erklärt Oliver Müller, Präsident des Landesverbands der Schausteller an der Hafenstraße. "Wir leben von der Hand in den Mund", sagt er gegenüber Radio Essen. Haben Soforthilfe beantragt. Das gilt aber nur für das Unternehmen. Wir Schausteller sollen jetzt ALG 2 beantragen. Die Schausteller haben zwar die Soforthilfe vom Land NRW beantragt, doch weil sie nicht arbeiten können, sollen sie Hartz IV beantragen, erklärt Müller.

Essener Schausteller: Ohne finanzielle Hilfe, keine Volksfeste in 2021

Wenn es vom Bund keinen Rettungsschirm für die Schausteller gibt oder andere finanzielle Hilfen, dann werde es im nächsten Jahr keine Kirmes und keine Volksfeste geben, macht Oliver Müller klar. Um zumindest etwas Geld dazuverdienen zu können, gab es wochenlang Gespräche mit der Stadt Essen. Seit dieser Woche ist klar: Die Essen Marketing und die Schausteller wollen ein Konzept erarbeiten, damit die Schausteller möglicherweise in der Innenstadt Popcorn, Zuckerwatte und gebrannte Mandeln verkaufen können. Wann es soweit sein könnte, sei aber noch nicht klar, erklärt Oliver Müller gegenüber Radio Essen.

Schaustellerin aus dem Essener Ostviertel mit süßem "Drive in" und Lieferdienst

Claudia Fackler ist Schaustellerin in der 5. Generation. Trotz der Corona-Pandemie bietet sie ihre Süßware an. Direkt gegenüber der Feuerwehr im Essener Ostviertel hat sie einen "süßen Drive in" eingerichtet. Dort gibt es unter anderem Weingummi-Stangen, Popcorn, Zuckerwatte und Mandeln. Schoko-Früchte verkauft Claudia Fackler an dem Stand nicht, die müssten Besucher vorab bestellen, damit sie frisch zubereitet werden können. "Niemand mag alte Schoko-Früchte", erklärt Claudia Fackler im Radio Essen-Interview. Wer will, kann sich den Süßkram auch nach Hause liefern lassen.

Claudia Fackler ist Schaustellerin. Im Ostviertel gegenüber der Feuerwehr verkauft sie nun Süßkram in Corona-Zeiten.
© Zoi Tasovali/Radio Essen
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Geschäft im Ostviertel läuft eher schleppend

Von 13 bis 17 Uhr steht Claudia Fackler an ihrem Stand im Ostviertel. Noch haben das aber noch gar nicht so viele Leute mitbekommen, dass sie dort ist. Sie hofft aber, dass sich das ändert. Claudia Fackler ist außerdem genauso wie viele andere Schausteller traurig darüber, dass sie ihren Job, Glück und Freude an die Menschen zu bringen, derzeit nicht ausüben kann.

Claudia Fackler hat einen "Drive in" im Essener Ostviertel gegenüber der Feuerwehr.
© Zoi Tasovali/Radio Essen
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