
RWE mit guter Ausgangslage
Zum letzten Spieltag vor der Länderspielpause stand für Rot-Weiss Essen noch einmal ein echtes Topspiel an. Mit Alemannia Aachen wartete ein ambitionierter Gegner an der Hafenstraße. Für RWE bot sich dabei eine große Chance, sich im Aufstiegsrennen weiter abzusetzen. Nachdem der 1. FC Saarbrücken am Vortag gegen Viktoria Köln verloren hatte, bot sich den Essenern die Möglichkeit, mit einem Sieg den Vorsprung auf den vierten Tabellenplatz auf sieben Punkte auszubauen. Die Ausgangslage versprach also eine richtungsweisende Partie im Kampf um die oberen Tabellenplätze. Mit Alemania Aachen wartete aber ein kleiner Angstgegner der jüngeren Vergangenheit. Aus den letzten vier Ligaspielen gegen Aachen konnte Rot-Weiss Essen nur einen einzigen Punkt holen.
Rot-Weiss Essen mit Blitzstart
Keine fünf Minuten waren gespielt, da setzte RWE bereits das erste Ausrufezeichen. Nach einem schnellen Umschaltmoment gelangte der Ball über die linke Seite nach vorne. Bouebari behielt den Überblick und bediente Dickson Abiama mit einer präzisen Halbfeldflanke. Der Offensivspieler stand auf der rechten Seite völlig frei, nahm den Ball aus rund 16 Metern direkt und versenkte ihn per Volley flach im rechten unteren Eck. Das frühe 1:0 für Rot-Weiss Essen.
In der Folge entwickelte sich eine weitgehend ausgeglichene Partie, in der RWE allerdings alles im Griff hatte. Aachen versuchte es vermehrt über die rechte Angriffsseite, doch Bouebari hatte seinen Gegenspieler auf der linken Essener Abwehrseite gut im Griff. Die nächste Großchance gehörte in der 22. Spielminute erneut den Hausherren. Wieder war es der starke Bouebari, der den Angriff mit einem Ball der Extraklasse entlang der linken Außenlinie einleitete. Brumme nahm das Zuspiel auf und brachte eine scharfe Flanke in die Spitze, wo Abiama zu seiner zweiten Direktabnahme des Spiels ansetzte. Diesmal verfehlte sein Abschluss das Tor von Alemannia-Keeper Riemann allerdings knapp. Ein nahezu perfekter Angriff der Essener, dem lediglich der erfolgreiche Abschluss fehlte.
Doch auch die Gäste kamen in dieser Phase immer wieder zu Möglichkeiten. Die besseren Chancen gehörten jedoch weiterhin RWE. So auch in der 34. Minute: Einen Distanzschuss von Bouebari konnte Riemann nur nach vorne abprallen lassen. Janssen stand goldrichtig, schaffte es jedoch nicht, den Ball über die Linie zu drücken. Das hätte eigentlich das 2:0 sein müssen! So blieb es bei der knappen Führung für Rot-Weiss Essen, mit der beide Mannschaften schließlich in die Halbzeitpause gingen.
RWE und Aachen starten aktiv
Zu Beginn des zweiten Durchgangs zeigten sich sowohl Rot-Weiss Essen als auch Alemannia Aachen direkt wieder aktiv. Mehdi Loune hatte unmittelbar nach dem Wiederanpfiff die größte Chance für die Gäste, blieb mit seinem Abschluss jedoch erfolglos. Aber auch RWE setzte direkt offensive Akzente. Janssen verpasste eine flache Hereingabe von der rechten Seite nur knapp. Auch diese Aktion hätte brandgefährlich werden können.
Wenige Minuten später stand erneut Janssen im Mittelpunkt. Diesmal hatte der Mittelstürmer den Ball selbst am Fuß und zog vom linken Strafraumeck ab. Sein Abschluss sorgte zwar für ein Raunen im Stadion, strich letztlich aber hauchzart am Pfosten vorbei. Kurz darauf bot sich den Essenern die nächste große Gelegenheit: Nach einem missglückten Klärungsversuch verlor Matti Wagner die Orientierung, sodass Abiama frei durch war. Dieser legte noch einmal quer auf Noah Pesch, dem der Ball allerdings über den Spann rutschte. Die Kugel ging dadurch erneut knapp am leeren Tor vorbei. Das hätte eigentlich das 2:0 sein müssen!
Nachdem es in der Folge torchancentechnisch etwas ruhiger geworden war, sorgte Louis Köster in der 66. Spielminute für einen negativen Höhepunkt aus Aachener Sicht. Am Essener Strafraum stieg der Gästeakteur gegen Brumme zu hart ein und sah für sein Foulspiel vollkommen zurecht die zweite Gelbe Karte. Seine erste Verwarnung hatte Köster bereits in der achten Spielminute erhalten, als er die Ausführung eines Freistoßes verhindern wollte.
Trotz Unterzahl hielt Alemannia Aachen im weiteren Spielverlauf gut mit. Dazu trug auch bei, dass die Gäste alles nach vorne warfen. Selbst Torhüter Riemann rückte bei Eckbällen bis tief in die Essener Hälfte auf. Das Offensivspiel von RWE war hingegen nahezu vollständig zum Erliegen gekommen. Trotz aller Bemühungen der Aachener blieb es am Ende beim 1:0 für Rot-Weiss Essen. Damit baute RWE im letzten Spiel vor der Länderspielpause den Vorsprung auf den vierten Tabellenplatz auf sieben Punkte aus.