
Worum geht es beim Ende der Fastenzeit in Essen?
Von Freitag (20. März) bis Sonntag (22. März) feiern Muslima und Muslime in Essen und auf der ganzen Welt das Ende des Fastenmonats Ramadan. Eid al-Fitr nennt sich das Fest – in Deutschland besser bekannt als Zuckerfest. Burak Yilmaz von der Kommission Islam und Moscheen in Essen nennt das Ende der Fastenzeit aber einfach Ramadan-Fest.
„Es ist wichtig, die richtigen Begrifflichkeiten zu nutzen. Das ist wie, als wenn ich zu Ostern „Eier-Fest“ sagen würde, oder zu Weihnachten „Tannenbaum-Fest“. Das spiegelt nicht das wider, was eigentlich dahintersteckt.“
Im Ramadan wollen sich Muslima und Muslime unter anderem auf ihren Glauben konzentrieren und dem Koran gedenken - der wurde dem Propheten Mohammed nämlich im Ramadan offenbart. Mit dem Ramadan-Fest feiern gläubige Muslima und Muslime schließlich die Rückkehr zum normalen Essen. Da gibt es dann auch viele Süßigkeiten.
Wo feiern Muslima und Muslime in Essen Zuckerfest?
In einer Radio Essen Umfrage haben uns Muslima und Muslime erzählt, dass sie besonders gerne mit ihren Familien beten, essen und feiern.
Beim Zuckerfest geht es aber auch darum, an die Toten zu denken. Deswegen besuchen Muslima und Muslime die islamischen Grabstätten auf dem Friedhof am Hallo in Schonnebeck und auf dem Nordfriedhof in Altenessen. Viele von ihnen sind auch schon am Donnerstag (19. März) da, sagt Burak Yilmaz von der Kommission Islam und Moscheen in Essen.
„Es ist in der Tradition üblich, dass man vor dem Ramadan-Fest die Gräber der verstorbenen Angehörigen, aber auch nicht Angehörigen besucht. Da besuchen dann viele Moschee-Gemeinden die Gräber. Für die Verstorbenen wird dann aus dem Koran rezitiert und man gedenkt ihnen.“
Meistens liest der Imam aus dem Koran und es wird ein gemeinsames Bittgebet ausgesprochen. Das passiert oft schon einen Tag vor dem Ramadan-Fest, weil viele Muslima und Muslime an den Tagen selbst (Freitag, Samstag, Sonntag) viel zu tun haben. Sie bekommen zum Beispiel Besuch, oder sind bei Familienmitgliedern oder Freunden eingeladen, sag Burak Yilmaz. Einige besuchen Ihre Angehörigen auf den Friedhöfen aber auch erst am Freitag, Samstag oder Sonntag.
Warum ist es auf dem Friedhof in Essen so voll?
Ab Donnerstag (19. März) kann es auf dem Friedhof am Hallo und auf dem Nordfriedhof in Essen zum Ramadan-Fest recht voll werden.
„Dort ist dann aber natürlich nicht Feier-Stimmung. Keine Party. Man ist in Gedenken an die Menschen, die verstorben sind. Das ist ja eine Ruhestätte,“ sagt Yilmaz.
Trotzdem könnten einige Familien Süßspeisen mit auf den Friedhof bringen und an die Gäste verteilen. Davon sollen sich die Friedhofsbesucher aber nicht stören lassen, sagt Burak Yilmaz.
„Man ist vielleicht erstaunt, wie viele Menschen auf dem Friedhof sind, aber davon muss man sich nicht irritieren lassen. Einfach vorbeilaufen und gut is'.“
Solltet Ihr von Muslimen eingeladen werden, könnt Ihr aber auch gerne mitfeiern, bestätigt Yilmaz.
„Wir schließen niemanden aus, jeder ist herzlich willkommen.“
Grün und Gruga bittet darum, dass alle Rücksicht aufeinander nehmen. Das Friedhofsbüro hat regulär geöffnet und steht für Fragen der Besucherinnen und Besucher offen. Am Freitag soll am Hallo außerdem ein Sicherheitsdienst vor Ort sein. Am ganzen Wochenende dürfen außerdem keine Autos, auch nicht die mit Genehmigung, auf den Friedhof fahren.