
Wie geht die Polizei Essen mit Kriminalität bei Jugendlichen um?
Die Polizei Essen setzt bei Kriminalität unter Jugendlichen vor allem auf Prävention und Aufklärung. Das bedeutet, dass Jugendliche frühzeitig über Gefahren, mögliche Folgen von Straftaten und richtiges Verhalten informiert werden. Kriminalhauptkommissar Ralf Sowa kommt an die weiterführenden Schulen in Essen. Er erklärt den Jugendlichen, was Zivilcourage bedeutet und wie sie in schwierigen Situationen helfen können, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen.
Außerdem klärt die Polizei Essen über die Folgen von Straftaten wie Messerangriffen, pornografischen Fotos in Klassenchats oder Schlägereien auf und erklärt, wo den Jugendlichen geholfen wird. Das können zum Beispiel Schulsozialarbeiter, Eltern, die Polizei oder das Jugendamt sein. Ziel ist es, Fragen zu beantworten, Vertrauen aufzubauen und Straftaten zu verhindern.
Wie läuft eine Stunde mit der Polizei in Essen ab?
Ralf Sowa von der Polizei Essen hat die Unterrichtsstunde mit einer einfachen Frage begonnen: „Was würdet Ihr tun, wenn Ihr auf der Straße seht, dass eine Oma von einer Gruppe Jugendlicher angegriffen wird?“ Die Jugendlichen konnten dann ihre eigenen Ideen sammeln und überlegen, wie sie in so einer Situation reagieren würden. Danach hat der Polizist erklärt, dass die eigene Sicherheit immer an erster Stelle steht. Er hat den Schülerinnen und Schülern ausdrücklich gesagt, dass sie nicht einfach dazwischengehen und sich selbst in Gefahr bringen sollten. Stattdessen geht es darum, Zivilcourage zu zeigen, Hilfe zu holen, den Notruf 110 oder 112 zu wählen und die Situation aufmerksam zu beobachten.
Danach hat er erklärt, was nach einer Straftat passiert. Der Kriminalhauptkommissar hat den Jugendlichen gezeigt, welche Aufgaben die Polizei übernimmt und welche Unterschiede es zwischen Streifenpolizei, Kriminalpolizei und Jugendkontaktbeamten gibt. Außerdem hat er erklärt, wie eine Anzeige aufgenommen wird, wie Ermittlungen ablaufen und welche Schritte bis zu einem möglichen Gerichtsverfahren folgen können. Ein wichtiger Punkt waren auch die Hilfsangebote für Jugendliche. Dabei wurde deutlich gemacht, dass niemand mit seinen Problemen alleine bleiben muss. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Unterstützung zu bekommen, wie zum Beispiel über den Notruf, Beratungsstellen, Jugendgruppen oder andere Einrichtungen vor Ort.
Auch die Folgen einer Straftat wurden in der Unterrichtsstunde besprochen. Die Jugendlichen haben erfahren, dass nach einer Anzeige die Ermittlungen beginnen und auch die Eltern informiert werden. Außerdem hat er erklärt, wie ein Strafverfahren abläuft und welche Konsequenzen eine Straftat für die Beteiligten haben kann. Auch über die Rolle der Eltern hat Ralf Sowa mit den Schülerinnen und Schülern gesprochen. Sie tragen Verantwortung für ihre Kinder und können durch Gespräche, Unterstützung und Begleitung helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen.
Außerdem haben die Schüler mit ihm über das Jugendstrafrecht gesprochen und darüber, welche Strafen oder Maßnahmen bei Straftaten von Jugendlichen möglich sind. Zum Abschluss wurde anhand eines Beispiels gezeigt, wie ein solcher Fall ablaufen kann: Von der ersten Anzeige über die Ermittlungen bis hin zu möglichen Folgen vor Gericht. Das Wichtigste an der Unterrichtsstunde war: Hilfe zu holen ist keine Schwäche. Zivilcourage bedeutet nicht, sich selbst in Gefahr zu bringen, sondern verantwortungsvoll zu handeln und andere zu unterstützen.
Wie gefällt den Schülern aus Essen der Unterricht mit der Polizei?
Die Schüler an der Helene-Lange-Schule in Essen-Steele haben in der Unterrichtsstunde mit dem Jugendkontaktbeamten viel aufgezeigt und dem Polizisten einige Fragen gestellt.
"Ich hab das Gefühl gehabt, dass es spannend ist, dass es wichtig ist, auch wenn wir älter werden. [...] Das was jetzt hier erklärt wird brauchen wir auch später im Leben, damit wir nicht Scheiße bauen oder so", sagt Lea nach dem Unterricht zur Radio Essen-Stadtreporterin.
Auch Ralf Sowa betont, dass er immer gerne an die Schulen in Essen geht. Sonst arbeitet er bei der Kriminalpolizei als Mordermittler, die Arbeit mit den Schülern sei eine schöne Abwechslung.