
Pilotprojekt in Essen: Neues Online-Archiv vom Museum Folkwang
Wer mehr über die Geschichte vom Museum Folkwang in Essen erfahren möchte, kann das jetzt ganz bequem vom Sofa zu Hause machen. In einem Pilotprojekt wurden hunderte Akten digitalisiert.
Veröffentlicht: Mittwoch, 20.05.2026 03:45
Was zeigen die Online-Akten über Essen?
Wie ist das Museum Folkwang in Essen zu dem geworden, was es heute ist? Das zeigen rund 7,7 laufende Meter Archivmaterial. Die könnt Ihr Euch ab sofort ganz bequem online angucken, auf verschiedenen Archivportalen wie dem Archivportal NRW, dem Archivportal D und der Europeana. Zahlen müsst Ihr dafür nichts. Zusammen mit der Verwertungsgesellschaft VG Bild-Kunst wurde extra eine eigene Lizenz entwickelt, die eine rechtssichere Veröffentlichung ermöglicht, heißt es in einer Mitteilung des Museums. So könnt Ihr Euch viele Akten online jetzt auch komplett, ohne Schwärzungen angucken. Wenn Ihr auf der Suche nach einer speziellen Sache seid, sollt Ihr die jetzt auch leichter finden können, Ihr könnt die digitalisierten Dokumente per Volltextrecherche durchsuchen. Ihr findet dort Korrespondenzen, Verwaltungsakten sowie Unterlagen zu Ankäufen, Verkäufen, Ausstellungen und Vermittlungsangeboten. Sie zeigen die Entwicklung vom Kunstmuseum Essen über die 1920er Jahre bis zur Zeit des Nationalsozialismus und den Wiederaufbau nach 1945. Zwei Jahre hat die Digitalisierung der rund 250 Akten von 1898 bis 1955 gedauert.
Was genau zeigen die digitalisierten Akten aus Essen?
In dem Online-Archiv vom Museum aus Essen findet Ihr zum Beispiel Korrespondenzen der Museumsdirektoren und Kuratoren, Unterlagen zu Ankäufen, Verkäufen, Ausstellungen und Vermittlungsangeboten sowie Verwaltungsakten. Sie geben Euch zentrale Einblicke in die Institutionsgeschichte des Museums, die Provenienzgeschichte seiner Sammlungen und die Biografien der verschiedenen Akteure und Akteurinnen, insbesondere zahlreicher Künstler und Künstlerinnen. Korrespondenzen unter anderem mit Karl Ernst und Gertrud Osthaus, Ernst Gosebruch, Paul Signac, Ada und Emil Nolde, Helene und Christian Rohlfs oder Ernst Ludwig Kirchner zeigen vielfältige Perspektiven auf die Netzwerke und Entwicklungen der Kunstwelt.
„Mit der Digitalisierung des Archivs des Museum Folkwang machen wir ein bedeutendes Stück Essener Kultur- und Stadtgeschichte dauerhaft und weltweit zugänglich“, so Oberbürgermeister Thomas Kufen. „Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, wie moderne Digitalisierung den Zugang zu Wissen erleichtert und zugleich unser kulturelles Erbe bewahrt. Besonders freut mich, dass mit der gemeinsam entwickelten Lizenzlösung erstmals eine rechtssichere und ungeschwärzte Online-Recherche möglich ist. Damit stärken wir nicht nur die Provenienzforschung, sondern auch Essen als Kultur- und Wissenschaftsstandort.“