Physiotherapeuten und Logopäden in Essen haben Existenzängste

Die Corona-Krise macht die Praxen von Logopäden, Podologien, Physio, Psycho- und Ergotherapeuten in Essen leer.

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Angst vor Corona fegt Essener Praxen leer

Die Corona-Krise sorgt für große Existenzängste bei den Heilmittelerbringern hier bei uns in Essen. Das sind die Logopäden, Podologen, Physio-, Psycho- und Ergotherapeuten. Die Praxen müssen zwar alle offen bleiben, weil die Behandlungen bei ihnen medizinisch notwendig sind, die meisten Patienten sagen die Termine aber ab, weil sie Angst haben, sich anzustecken. Eine finanzielle Katastrophe für die Praxen. Viele haben bereits Kurzarbeit angemeldet und wissen nicht, wie sie das nächste halbe Jahr überstehen sollen. Wir haben mit einigen von ihnen gesprochen.

Viele Patienten sagen aus Angst ab

Bis zu 80% der Termine werden abgesagt, heißt es zum Beispiel aus einer Physiotherapiepraxis in Rüttenscheid. Teilweise sagen die Patienten ab, weil sie Angst haben, sich anzustecken, manche wissen aber auch gar nicht, dass ihre Praxis auch weiterhin geöffnet hat. Dabei haben die meisten Physiotherapeuten Schutzausrüstung, wie Handschuhe und Mundschutz, weil sie normalerweise auch viele Patienten in Altenheimen haben, sagt auch Physiotherapeut Sebastian Volkmer aus Überruhr. Für seine Praxis hat er jetzt Kurzarbeitergeld beantragt. So wie auch viele Ergotherapeuten, Podologen und Logopäden bei uns in der Stadt, hat eine Radio Essen Umfrage ergeben.

Zukunft Telemedizin?

Dr. Beda Kim Psychater Rüttenscheid
Dr. Beda Kim Psychiater aus Rüttenscheid will mit Telemedizin therapieren© Radio Essen
Dr. Beda Kim Psychiater aus Rüttenscheid will mit Telemedizin therapieren
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In der Corona-Krise stellen immer mehr Logopäden, Physio- und Psychotherapeuten bei uns in der Stadt kurzfristig auf Telemedizin um. Der Psychotherapeut Dr. Beda Kim zum Beispiel hofft, dass er durch Therapie per Webcam bis zu 60% seiner aktuellen Arbeit machen kann. Auch der Physiotherapeut Fabien Franck aus Kettwig berät Patienten, bei denen das möglich ist, mittlerweile auch am Telefon, per Videokonferenz oder versendet Trainingspläne per Mail. Und auch die Logopädin Sarah Sennefelder hat ihre Praxis in Katernberg auf Telemedizin umgestellt. Sämtliche Sprechtherapien sollen vorerst am Telefon oder per Videochat stattfinden. Zusätzlich sollen die Patienten Übungsvideos bekommen, um zuHause weiterarbeiten zu können. Viele nehmen das erst einmal gut auf, weil die Logopädiesitzung so nicht ausfallen muss. Gerade für viele junge Patienten ist das auch eine willkommene Abwechslung zum Alltag ohne Schule gerade, heißt es.

Die Logopädiepraxis von Sarah Sennefelder in Katernberg setzt in Zukunft auch auf Telemedizin© Anne Schweizer/ Radio Essen
Die Logopädiepraxis von Sarah Sennefelder in Katernberg setzt in Zukunft auch auf Telemedizin
© Anne Schweizer/ Radio Essen

Heilmittelerbringer haben aktuell keinen finanziellen Ausgleichsanspruch

Physiotherapeuten und Co. haben aktuell keinen Anspruch auf Ersatzleistungen. Der Spitzenverband der Heilmittelverbände fordert für alle Praxen Ausgleichszahlungen von der gesetzlichen Krankenversicherung oder, dass die Heilmittelerbringer auch unter den Rettungsschirm der Regierung gestellt werden.

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