Mehr Tierschutz für Nutztiere in NRW

Etwa sieben Millionen Schweine werden alleine in NRW gehalten. Die Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser will mit einem Konzept, dass solche Tiere so wenig leiden, wie möglich.

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Sie werden bei uns gezüchtet, gemästet und geschlachtet. Nutztiere, wie zum Beispiel Schweine, werden in NRW in Massen gehalten. NRW-Landwirtschaftsministerin Heinen-Esser hat jetzt ein Konzept vorgestellt, damit die Tiere so wenig wie möglich leiden müssen. Sie will bei der Haltung von Nutztieren den Tierschutz deutlich verbessern. Wir stellen euch die einzelnen Maßnahmen vor.

Zentrale Datenbank

In einer neuen Datenbank soll der Gesundheitszustand aller Nutztiere systematisch erfasst werden. Es soll alles gesammelt werden, was über Nutztiere bekannt ist. Zum Beispiel: Welche Medikamente werden verabreicht? Wie ist der allgemeine Zustand der Tiere? Ministerin Heinen-Esser sagte, dass sie damit desolate Zustände in den Mastbetrieben schneller aufdecken will.

Kamerüberwachung in Schlachthöfen

Das ist aber noch nicht alles. Es sollen innerhalb der nächsten Monate in allen großen Schlachthöfen Nordrhein-Westfalens Kameras installiert werden, um zu sehen, ob bei der Schlachtung alles mit rechten Dingen abläuft. Allerdings ist das eine reine freiwillige Maßnahme. Heinen-Esser hofft, dass sich 60 bis 70 Prozent der rund 400 Schlachtbetriebe in NRW an ihr Versprechen halten werden.

Stall der Zukunft

Das Land will auch den Bauern dabei helfen, dass sie einerseits den Tierschutz besser einhalten und gleichzeitig dabei nicht gegen den Umweltschutz verstoßen. Das Problem ist, dass viele Schweinebauern ihre Tiere lieber draußen halten würden, weil sich die Tiere dann besser fühlen. Gleichzeitig müssen diese Bauern aber strenge Umweltschutzregeln einhalten, vor allem wenn es um den Mist der Tiere geht. Der darf nicht einfach so auf den Boden und damit ins Grundwasser. Und deshalb gibt das Land zwei Millionen Euro aus, um den Schweinestall der Zukunft zu erforschen.

Tierschutzbeauftragter

Das Land will ab dem kommenden Jahr einen Tierschutzbeauftragten ernennen, der sich darum kümmern soll, wenn Tierschutzverstöße ans Tageslicht kommen.

Tiertransporte mit strengeren Vorgaben

Tiertransporte im Hochsommer sollen stark eingeschränkt werden. Heinen-Esser will erreichen, dass ab einer Temperatur von über 30 Grad die Fahrtzeit für die Tiere auf unter 8 Stunden begrenzt wird. Darin ist sie sich mit ihren Kolleginnen und Kollegen in Bund und den anderen Bundesländern einig. Offen ist noch, ab wann diese strengeren Regeln gelten sollen.


Text: José Narciandi

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