Medikamentenmangel auch bei uns in Essen immer stärker spürbar

Seit Tagen mehren sich die Meldungen über fehlende Medikamente in den Apotheken. Auch bei uns in Essen gibt es das Problem. Wir haben bei Radio Essen mit dem Vorsitzenden des Essener Apothekerverbandes darüber gesprochen.

© Till Schwachenwalde / Radio Essen

Vor allem Ibuprofen wird knapp

In immer mehr Essener Apotheken müssen Kunden lange auf ihre Medikamente warten - oder auf andere umsteigen. Der Vorsitzende des Essener Apothekerverbandes sagt auf Radio Essen-Nachfrage, das größte Problem gebe es bei Medikamenten mit dem Wirkstoff Ibuprofen. Er ist zum Beispiel in Schmerzmitteln wie Kopfschmerztabletten. Aber auch Antibiotika oder Herzmittel sind oft nicht verfügbar, heißt es.

Zum Teil produzieren die Hersteller die Medikamente im Ausland, erklärt der Apothekerverband. In letzter Zeit waren da aber ganze Lieferungen verunreinigt und mussten vernichtet werden. Die Produktion des Ersatzes dauert dann einfach. Bei Ibuprofen ist das Problem etwas anders. Der Grundstoff für das Medikament wird nur von BASF hergestellt. Nach dem ein Werk in Texas länger ausgefallen war als geplant, gibt es auch dort Engpässe.

Medikamentenengpass kann Euch auch Geld kosten

Schon seit Monaten müssen Patienten, die Ibuprofen nehmen, auf ihr Medikament warten oder zum Arzt gehen. Der kann dann möglicherweise einen alternativen Heilplan mit anderen Medikamenten entwerfen. Wenn das nicht geht und Ihr auf ein bestimmtes Medikament angewiesen sein, könnte es teurer für Euch werden. Wenn Euer Medikament zum Beispiel in Eurer Dosierung nicht lieferbar ist, kann der Apotheker eine niedrigere Dosierung verschreiben. Dann müsst Ihr mehr Tabletten nehmen und entsprechend mehr zuzahlen. In der Regel sind das mindestens fünf Euro. Insgesamt gibt es mittlerweile bei fast 500 Medikamenten in unterschiedlichen Dosierungen Lieferprobleme.

Bei den Apothekern landet zusätzliche Arbeit

Auch die ApothekerInnen selbst spüren den anhaltenden Medikamentenmangel. Sie haben dadurch deutlich mehr Arbeit. Oft können Sie keine Medikamente verkaufen, die die Krankenkasse günstig von den Herstellern bekommt und müssen auf teurere Medikamente umsteigen, erklärt der Vorsitzende des Essener Apothekerverbandes auf Radio Essen-Nachfrage. Das zusätzliche Geld können die Krankenkassen von den Apotheken zurückfordern, müssen aber jeden einzelnen Verkauf der teureren Medikamente begründen.

Ein Ende des Lieferengpasses für Medikamnet ist aktuell nicht abzusehen. Auf Bundesebene wird deshalb aktuell diskutiert, ob in Zukunft eine Mindestmenge verschiedener Medikamente vorrätig sein muss.

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