
Kostüm-Werkstatt in Essen neu saniert - so entstehen Theater-Kostüme
Surrende Nähmaschinen, dampfende Bügeleisen und ganz viel Kreativität. Nach anderthalb Jahren erstrahlt die Kostümwerkstatt des Grillo Theaters im neuen Glanz. Zeit zum Durchatmen bleibt keine, denn aktuell laufen die Vorbereitungen für die nächste Premiere im Mai. Wir waren dabei.
Veröffentlicht: Dienstag, 21.04.2026 12:17
Kostümwerkstatt in Essen - von der ersten Idee bis zum Auftritt
Rund 150 Kostüme entstehen in der Kostümwerkstatt des Grillo Theaters in jeder Spielzeit und dazu gehören auch ganz ausgefallene Objekte. Für die Premiere von "Maus, Geld, Gespenst" am 7. Mai wurden zum Beispiel Schuhe und Armbänder mit roten Luftballons hergestellt. Klingt einfach,- doch selbst hinter so einem kleinen Detail stecken viele Überlegungen. Wie groß dürfen die Ballons sein, wie werden sie übereinander gelegen, müssen sie ausgestopft werden und wie sicher sind zum Beispiel die Schuhe? Die Schauspielerinnen und Schauspieler sollen schließlich auf der Bühne nicht stolpern. Von der Idee bis zum ersten Auftritt. Radio Essen-Stadtreporter Timm Schröder spricht mit Herrengewandmeisterin Karin Heere über die Entstehung eines Kostüms.
Frisch sanierte Kostümwerkstatt in Essen
Frische weiße Wände, eine kleine Teeküche und extra Räume für die Anprobe und zum Beispiel die zum Teil lauten Bügelmaschinen. Die Modernisierung der über 200 Quadratmeter großen Kostümwerkstatt des Grillo Theaters war notwendig. Baulich, technisch und arbeitsorganisatorisch war sie in einem sehr schlechten Zustand, die tägliche Arbeit der Schneiderinnen und Schneider schwer machte. Jetzt kann das vierzehnköpfige Team wieder zurück in die sanierte Kostümwerkstatt. Möglich war dies auch durch die Zusammenarbeit mehrerer Abteilungen der Theater und Philharmonie, wie zum Beispiel der Schreinerei und der Schlosserei. Die Sanierung hat insgesamt 18 Monate gedauert.
Worum geht es im neuen Stück "Maus, Geld, Gespenst" in Essen?
Das Stück spielt zwischen Berlin und Beijing. Mit dabei sind Lin, eine Sexarbeiterin, die in ihrem Leben immer unterschätzt wurde, ihr Klient Herr Maus, tief verschuldet, der überall seinen verstorbenen Sohn wiedererkennt, ihr Bruder Ming, der mit den hohen Anforderungen seiner Familie kämpft und vor kurzem seine Frau Lina verloren hat. Außerdem Linas Schwester Sarah, die im Labor Mäuse seziert, während sie der chinesischen Kultur die Schuld am Tod ihrer Schwester gibt sowie Feng, eine YouTube-Streamerin, die vor laufender Kamera Essen verschlingt und eine Beziehung mit Sarah beginnt. Sie alle kämpfen mit dem Tod von Lina, ihrem eigenen Schicksal, Vergangenheiten und Zukünften, gesellschaftlichen Zwängen und Ausgrenzung. Helfen soll da ein Geisterritual. Menschen und Mäuse, Götter und Geister erhalten eine Stimme. Die Premiere ist am 7. Mai. Danach gibt es weitere vier Vorstellungen im Grillo. Das Stück ist eine Kooperation mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen.







