Anzeige
Kitas in Essen stehen vor Veränderungen - es gibt Kritik
© Kostas Mitsalis / Radio Essen
Teilen:

Kitas in Essen stehen vor Veränderungen - es gibt Kritik

Wer in Essen sein Kind in der Kita abgibt, kann sich bisher darauf verlassen, dass eine Erzieherin oder ein Erzieher da ist. Das soll sich bald aber ändern.

Veröffentlicht: Mittwoch, 22.04.2026 07:23

Anzeige

Wer könnte Kinder in Kitas in Essen in Zukunft betreuen?

Anzeige

In Essen und in ganz NRW ist in den Kitas mindestens eine ausgebildete Fachkraft den ganzen Tag im Haus. Das könnte sich aber bald ändern. In Zukunft könnten auch Kita-Helferinnen und -Helfer, ohne pädagogische Ausbildung, die Kinder zeitweise betreuen. Dafür müsste das Kinderbetreuungsgesetz (KiBiz) geändert werden. Die Änderung könnte so aussehen: Kitas in NRW sollen zwischen Kernzeiten und Randzeiten unterscheiden dürfen. Die Randzeiten wären die Früh- und Spätbetreuung, die Kernzeit würde dazwischen liegen. In der Kernzeit müssten auf jeden Fall Fachkräfte in der Kita sein, früh morgens oder spät nachmittags könnten dann aber auch Helferinnen und Helfer die Kinder betreuen. Insgesamt soll die Kernzeit 35 Stunden pro Woche umfassen. Ursprünglich sollten es nur 25 Stunden sein, dieser Vorschlag wurde nach heftiger Kritik von Trägern und Elternverbänden nochmal überarbeitet.

Anzeige

Warum wird der Vorschlag in Essen kritisiert?

Anzeige

Trotz der angepassten Kernbetreuungszeit von 35 Stunden pro Woche kritisieren Eltern, Kita-Träger und Fachleute in Essen die geplanten Änderungen des Kinderbildungsgesetzes sehr. Für die meisten Kitas würde das bedeuten, dass die Kinder morgens und nachmittags jeweils für eine Stunde von Helferinnen oder Helfern betreut werden - ohne ausgebildete Fachkraft. Dadurch gebe es weder für Kinder, noch für Eltern "die eine" Ansprechperson, sagt Vera Hopp vom Verein für Kinder und Jugendarbeit VKJ in Essen.

Anzeige
Vera Hopp, VKJ - Verein für Kinder und JugendarbeitWechselnde Betreuung ist schwierig
Anzeige

Warum sollen in Essen bald mehr Hilfskräfte eingesetzt werden?

Anzeige

Oft gibt es in Kitas in Essen eine Kindernotbetreuung oder Gruppen müssen sogar komplett geschlossen bleiben, weil zu wenig Personal da ist. Durch die Änderungen im Kinderbildungsgesetz soll das nicht mehr passieren. Es sollen mehr Hilfskräfte in Kitas eingesetzt werden dürfen, was wiederum die Personalsuche vereinfachen könnte. Elisabeth Voßenberg leitet zum Beispiel die Kita Kämpenstraße zwischen Holsterhausen und Frohnhausen. Und sie muss um neue Mitarbeiter richtig kämpfen. 

Anzeige
Elisabeth Voßenberg, Leiterin Kita Kämpenstr. HolsterhausenEine Bewerberin wird von vielen Kitas eingeladen
Anzeige

Wie wird es in Kitas in Essen weitergehen?

Anzeige

Ob und wann es diese neue Betreuungsregel in Essen geben wird, ist noch nicht klar. Oberbürgermeister Thomas Kufen hat sich positiv dazu geäußert:

"Dass das Land sich der Kritik der kommunalen Spitzenverbände, Kirchen und der Wohlfahrtspflege stellt und den Gesetzentwurf nachbessert, ist ein starkes Signal an all diejenigen, die sich täglich für eine gute pädagogische Betreuung in der Kita einsetzen. Und auch für Eltern, die auf die Betreuungszeiten angewiesen sind und sich auf eine qualitative Betreuung ihrer Kinder verlassen möchten. Dafür ist auch die finanzielle Zusage des Landes wichtig, zusätzlich in die Ausbildung von Kita-Personal zu investieren und die Mittel für die Sprachförderung zu erhöhen."

Am Donnerstag (23. April) debattiert der NRW-Landtag in Düsseldorf über die geplanten Änderungen beim Kinderbildungsgesetz (KiBiz). Am Mittwoch (22. April) reden Landtagsabgeordnete aus Essen über die geplanten Änderungen. Die Talkrunde zum KiBiz ist in der AWO-Geschäftsstelle am Holsterhauser Platz. Um 18.00 Uhr geht es los. Auf dem Podium sind: Fabian Schrumpf (CDU), Frank Müller (SPD) und Gönül Eğlence (Grüne).

Anzeige
Kitas in Essen stehen vor Veränderungen - es gibt Kritik
© Elke Brochhagen / Stadt Essen
Anzeige

Mehr Themen aus Essen:

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige