Kind verdurstet: Jugendamt Essen hatte Familie des toten Jungen im Blick

Am Samstagmorgen (27. Juli) findet die Polizei ein lebloses Kind in einer Altenessener Wohnung auf. Rettungskräfte können nur noch den Tod des Kindes feststellen. Unter Verdacht steht der Vater des Jungen. Jugendamt kannte die Familie.

Polizeiauto mit eingeschaltetem Blaulicht in Nahaufnahme (Symbolbild). 
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Todesursache sind wohl Hitzeschock und Flüssigkeitsmangel

Die Polizei bei uns in Essen macht am Samstagmorgen einen furchtbaren Fund in Altenessen: In einer Wohnung am Ellernplatz findet sie ein lebloses Kleinkind. Sofort rufen die Polizisten den Rettungsdienst. Die Rettungskräfte können aber nur noch den Tod des zweijährigen Jungen feststellen. Nach ersten Ermittlungen gehen Polizei und Staatsanwaltschaft nicht von einem natürlichen Tod des Kindes aus. Deshalb hat die Polizei am Samstag mit den Ermittlungen begonnen. Bereits am Samstagmittag wurde die Leiche obduziert. Ersten Ergebnissen zufolge ist der Junge wohl aufgrund eines Kreislaufversagens durch einen Hitzeschock gestorben. Außerdem ergab die Obduktion, dass das Kind wohl einen starken Flüssigkeitsmangel hatte.

Ermittlungen gegen den Vater laufen

Die Eltern des Kindes wurden am Samstag festgenommen. Die Mutter ist mittlerweile wieder frei, im Fokus der Ermittlungen steht aktuell der Vater des Kindes. Er wurde am Sonntag (28. Juli) dem Haftrichter vorgeführt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn jetzt wegen Mordes. Ihm wird laut Staatsanwaltschaft unter anderem vorgeworfen, das Kind 18 Stunden lang eingeschlossen und in Kauf genommen zu haben, dass es verdurstet. Der Mann ist der Polizei bereits wegen anderer Delikte wie Diebstahl bekannt. Außerdem waren Polizisten schon mal wegen Streitigkeiten in der Familie im Haus. Die zwei Geschwister, ein und vier Jahre alt, des verstorbenen Kindes wurden in die Obhut des Jugendamts gegeben.

Familie war dem Jugendamt bekannt

Die Familie des Zweijährigen wird seit Ende letzten Jahres vom Jugendamt unterstützt, schreibt die Stadt in einer Stellungnahme. Dabei ist aufgefallen, dass sie sehr viel Hilfe braucht. Deshalb sollte eigentlich am Donnerstag eine intensive Betreuung starten. Dann sollten Pädagogen jeden Tag mehrere Stunden in die Familie kommen, um ihr bei der Erziehung zu helfen. Damit warne die Eltern auch einverstanden, heißt es. Die Stadt betont, dass die Kinder nicht in Gefahr waren und deshalb in der Familie bleiben durften.

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