
Was ist und kann KI im journalistischen Kontext?
Künstliche Intelligenz (KI) ist grundlegend zunächst die Fähigkeit von Computern, Aufgaben zu erledigen, die normalerweise menschliche Intelligenz erfordern, wie zum Beispiel Lernen, Problemlösen oder Sprache verstehen. Im Journalismus kann KI eingesetzt werden, um organisatorische, analytische und auch die Produktion betreffende Prozesse zu unterstützen oder zu übernehmen.
Wie steht Radio Essen zur Arbeit mit KI?
Radio Essen betrachtet Künstliche Intelligenz als Chance, die tägliche Arbeit zu unterstützen, Individualisierungen zu ermöglichen und durch Optimierung von Prozessen Freiräume zu schaffen. Wir stehen KI aufgeschlossen gegenüber und nutzen sie bereits zu ausgewählten Zwecken - sie soll uns helfen, Arbeitsprozesse besser und schneller zu machen.
Dabei achten wir stets darauf, dass sich sinnvolle Einsatzgebiete ergeben und die Anwendung einen klaren Zweck verfolgt. Gleichzeitig überprüfen wir Ergebnisse und Datenquellen fortlaufend kritisch und minimieren Risiken. Wir befinden uns in einem Prozess, in dem wir den Einsatz von KI weiterentwickeln und hinterfragen. Das Vertrauen unserer Hörer- und Nutzerschaft zu wahren, hat dabei oberste Priorität.
Wir halten uns dabei stets an Vorgaben und den gesetzlichen Rahmen zum Einsatz Künstlicher Intelligenz in Deutschland.
Wo nutzt Radio Essen den Einsatz von KI?
Für unsere Artikel und Radiobeiträge setzen wir bei Radio Essen in einzelnen Fällen bereits KI ein. Das umfasst folgende Bereiche und Zwecke:
- Künstliche Intelligenz soll bei der Produktion und Verbreitung unserer Inhalte und Angebote unterstützen.
- Wir nutzen sie, wenn sie Arbeit effizienter gestaltet, Vorgänge automatisiert und Angebote für Hörer- und Nutzerschaft sowie Kunden optimiert.
- Wir verwenden KI nicht zur Überprüfung von Fakten und Informationen und lassen Inhalte nicht frei von ihr erstellen.
- Radio Essen setzt ausschließlich KI ein, die sich an geltendes Recht hält.
- Wir wollen unsere Arbeit nicht abhängig von KI machen. KI soll die Arbeit der Redaktion erleichtern und sie nicht ersetzen.
Umgang mit KI-Bildern
- Wir unterscheiden zwischen KI-veränderten Bildern (ein mithilfe von KI verändertes echtes Foto) und KI-generierten Bildern (ein von künstlicher Intelligenz vollständig erzeugtes Bild).
- KI-veränderte Bilder kommen nur zum Einsatz, wenn sich die Aussage des Fotos dadurch nicht verändert. Wir wollen die Nutzerinnen und Nutzer nicht täuschen oder manipulieren.
- KI-generierte Bilder werden nur in ausgewählten Fällen verwendet - etwa zur Bebilderung von Aktionen und Gewinnspielen, als Cover für Webchannel oder wenn kein geeignetes Stockfoto verfügbar ist.
- Es werden ausschließlich Bilder von bester Qualität verwendet (keine abgeschnittenen Finger, zu viele Gelenke, falsche Proportionen etc.).
- KI-generierte Fotos werden immer dann kenntlich gemacht, wenn sie auf Userinnen und User echt wirken könnten, obwohl sie mit Künstlicher Intelligenz erzeugt wurden. Die Kennzeichnung erfolgt sowohl in Web und App als auch bei Social Media mit dem Hinweis „KI-generiertes Bild“.
- KI-generierte Bilder werden niemals zur Bebilderung aktueller Ereignisse eingesetzt und nicht im Bereich der Nachrichten verwendet.
Rechtliche Kennzeichnungspflicht von KI-Inhalten
Seit dem 2. August 2026 gibt es in Deutschland und der ganzen EU neue Richtlinien zur Kennzeichnung von KI-Inhalten. Die Transparenzpflichten aus Artikel 50 des EU AI Act sind seitdem unmittelbar geltendes Recht. Für die Redaktion bedeutet dies:
Die technische Kennzeichnung (Wasserzeichen, Metadaten) ist primär Aufgabe der KI-Tool-Anbieter, aber die sichtbare oder hörbare Offenlegung gegenüber Hörern, Lesern und Usern liegt bei der Redaktion. Es sind zwei Pflichten aus Art. 50 zentral:
- Deepfake-Pflicht: KI-generierte oder -manipulierte Inhalte, die reale oder realerscheinende Personen, Orte oder Ereignisse täuschend echt darstellen, müssen offengelegt werden. Dabei ist es egal, ob diese Personen existieren oder nicht.
- Text-Pflicht bei öffentlichem Interesse: KI-generierte Texte zu Themen von öffentlichem Interesse müssen offengelegt werden. Da unsere Texte von öffentlichem Interesse sind, trifft das auf Radio Essen zu.
Neue KI-Richtlinie: Welche Ausnahme gilt für den Journalismus?
Im Journalismus greift die Kennzeichnungspflicht mit Ausnahmeregelung. Die Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Texte entfällt zum Beispiel, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind:
- Der Inhalt wurde vor Veröffentlichung einer echten menschlichen Überprüfung oder redaktionellen Kontrolle unterzogen - also einer inhaltlichen Prüfung auf Richtigkeit, Plausibilität und Quellen, mit der tatsächlichen Möglichkeit, den Text zu ändern oder ganz abzulehnen. Diese Arbeit gehört bei Radio Essen grundlegend dazu und gilt daher immer.
- Eine klar identifizierbare natürliche oder juristische Person übernimmt die redaktionelle Verantwortung für die Veröffentlichung.
KI und Datenschutz - wie geht Radio Essen damit um?
Radio Essen schützt unternehmensinterne sowie personenbezogene Daten auch im Zusammenhang mit KI. Es werden ausschließlich vom Unternehmen bereitgestellte Dienste genutzt, um den Datenschutz zu gewährleisten. Deshalb sind nur vertraglich eingebundene Enterprise-API-Dienste zu nutzen. Hierunter fallen KI-Dienste, die auf Basis eines Unternehmensvertrags über eine API genutzt werden. Der Anbieter verzichtet dabei vertraglich auf die Nutzung von Prompts und Antworten zu Trainingszwecken, wie es bei öffentlichen KI-Diensten wie ChatGPT oder Gemini der Fall ist. Somit werden eingegebene Inhalte nach einmaliger Nutzung wieder gelöscht und die KI behält sie nicht, wie bei öffentlich zugänglichen Diensten.
Serverstandort und Datenverarbeitung sind darüber hinaus vertraglich geregelt (EU/EWR oder gleichwertiges Datenschutzniveau).
Für diese Dienste gilt: Interne Arbeitsprozesse, E-Mail-Entwürfe, Dokumentanalysen, technische Dokumentation aus Rohdaten sowie die Nutzung von KI-Zusammenfassung und Transkription sind zulässig. Die übrigen Vorgaben dieser Leitlinie (insbesondere zu personenbezogenen Daten und besonders sensiblen Kategorien) bleiben uneingeschränkt gültig.
Somit hält sich Radio Essen daran, dass unternehmensbezogene Daten niemals in privaten Accounts von KI-Diensten (ChatGPT u. Ä.) eingegeben werden dürfen.
Dazu zählen:
- Keine personenbezogenen Daten: Personenbezogene Daten sind alle Informationen, die einer bestimmten Person zugeordnet werden können, insbesondere Namen, Anschrift, Familienstand, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Autokennzeichen etc. Personenbezogene Daten dürfen nur in Ausnahmefällen in KI-Systemen verarbeitet werden.
- Besondere Kategorien personenbezogener Daten wie Gesundheitsdaten, biometrische Daten oder Informationen zur religiösen oder sexuellen Orientierung sind besonders schützenswert und dürfen nicht in KI-Tools eingegeben werden.
- Keine vertraulichen oder sensiblen Unternehmensinformationen, insbesondere: Strategiepapiere, Marketing-, Unternehmens- und Geschäftskonzepte, Organisationsstrukturen, Personalangelegenheiten, interne Arbeitsabläufe, eingesetzte Tools, interne Richtlinien zum Umgang mit Kunden, Zulieferern und sonstigen Vertragspartnern, Akquisedaten, z. B. Vertragsangebote, Teilnahme an Ausschreibungen u. Ä., Auftrags- und Kundendaten, Projektinhalte, Bestehen von Geschäftsbeziehungen und deren inhaltliche Ausgestaltung, Zahlungsmodalitäten und sonstige Vertragsdaten aus der vorliegenden Geschäftsbeziehung.
Diese Leitlinien werden umgehend angepasst, sofern dies notwendig erscheint.