Keine Ausweispflicht für Essener Freibäder

Die Stadt Düsseldorf reagiert auf einen Tumult mit einer Gruppe 60 junger Männer im Rheinbad. Jeder Besucher muss dort jetzt seinen Ausweis zeigen. Erst vor einem Monat gab es auch bei uns einen Vorfall im Oststadtbad in Freisenbruch. Die Stadt hält aber weiter an ihrem jetzigen Sicherheitskonzept fest.

© Quelle: Angela Hecker/ Radio Essen

Neuer Sicherheitsdienst seit diesem Sommer

Rund 20 Mal pro Woche muss die Polizei aktuell in ein Essener Freibad ausrücken. Meistens geht es darum die Identität eines Störers zu klären. Vieles löst der Sicherheitsdienst auch selbst. Für das Grugabad in Rüttenscheid, das Oststadtbad in Freisenbruch und das Freibad Kettwig gibt es feste Teams. Die Security-Mitarbeiter können dadurch bekannte Störenfriede schnell identifizieren. Dabei schmeißt er Kinder raus, die andauernd vom Beckenrand springen. Wer einen Schwimmmeister angreift, bekommt ein Hausverbot für ein Jahr, teilweise auch für immer. Wir greifen da jetzt härter durch, sagt die Stadt auf Radio Essen-Nachfrage. Nach dem Angriff auf zwei Bademeister im Oststadtbad in Freisenbruch vor einem Monat hatte sie den Sicherheitsdienst aufgestockt. In Rüttenscheid arbeiten täglich mindestens 10, in Kettwig und in Freisenbruch mindestens 6 Security-Mitarbeiter.

Stadt lehnt Ausweispflicht ab

Eine Ausweispflicht, wie in Düsseldorf, soll es nicht geben. Wir wollen nicht alle Schwimmer unter Generalverdacht stellen, sagt sie. Außerdem ist das zu viel Arbeit für die Mitarbeiter am Eingang, heißt es. Die müssten dann ja nicht nur die Tickets verkaufen. Sie müssten sich auch den Personalausweis zeigen lassen und dann gegebenfalls schauen, ob derjenige ein bekannter Störenfried ist. Auch rechtlich ist die Stadt Essen nicht sicher, ob das ok wäre. Eigentlich kann nur die Polizei die Identität von jemandem kontrollieren.

Viele Schwimmer würden ihren Ausweis zeigen

Einige Besucher vom Grugabad in Rüttenscheid hätten aber nichts gegen eine Ausweispflicht.

© Anja Wölker / Radio Essen

Christoph aus der Innenstadt sieht darin aber zum Beispiel keinen Vorteil. Eine Ausweispflicht würde nicht darüber bestimmen, ob sich ein Jugendlicher im Freibad gut oder schlecht verhalten würde. Anja aus Huttrop fände eine Ausweispflicht aber grundsätzlich super. Verschiedene Menschen würden sich im öffentlichen Raum nicht an die Regeln halten. Mit dem Vorzeigen seines Ausweises würde man Respekt zeigen, wenn man einen öffentlichen Raum betritt.

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