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Iraner in Essen über die dramatische Lage in ihrer Heimat - ärztliche Hilfe per Videocall
© Radio Essen
Amir (li.) und Dr. Shabnam Fahimi-Weber aus Essen halten Kontakt zu Menschen im Iran.
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Iraner in Essen über die dramatische Lage in ihrer Heimat - ärztliche Hilfe per Videocall

Im Iran herrschen momentan die heftigsten Unruhen seit Jahren. Im Land gibt es viele Proteste gegen die Regierung, die teilweise sehr hart gegen Demonstranten vorgeht. Hier in Essen leben knapp 2500 Menschen aus dem Iran, die aktuell versuchen den Kontakt zu Familie und Freunden zu halten. Mit zwei Iranern aus Essen hat Radio Essen gesprochen.

Veröffentlicht: Mittwoch, 14.01.2026 15:30

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Wie ist die aktuelle Lage im Iran?

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Die Lage im Iran ist sehr angespannt (Stand: 14. Januar 2026). Durch die schwierige wirtschaftliche Situation im Land und der daraus resultierenden Inflation und stark steigenden Preise, ist der Druck in der Bevölkerung groß. Es haben sich in den vergangenen Wochen viele Proteste entwickelt - und die Regierung geht hart gegen Demonstranten vor. Teilweise werden sie weggesperrt oder sogar getötet. Dementsprechend seien schon Tausende Iranerinnen und Iraner im Rahmen der Proteste auf Befehl der Regierung getötet oder verletzt worden. Die Lage im Iran ist dramatisch. Zudem gibt es im gesamten Land einen Internet-Blackout und die Kommunikation wurde durch die Regierung stark eingeschränkt. Das merken auch die rund 2500 in Essen lebenden Iranerinnen und Iraner, die Schwierigkeiten haben, Kontakt zu ihren Familienmitgliedern oder Freunden aufzunehmen.

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Ärztin aus Essen hilft Menschen im Iran - wie geht das?

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Dr. Shabnam Fahimi-Weber, die bereits in unserem Podcast "Essen im Ohr" zu Gast war, stammt aus dem Iran und ist HNO-Ärztin in Essen. Ihre Praxen hat sie in Rüttenscheid und Borbeck. Von Essen aus hilft sie per Videocall den Menschen im Iran - sofern denn eine Verbindung aufgebaut werden kann. Sie arbeitet zusammen mit etwa 400 Freiwilligen für das Netzwerk ParsiMed. Seit zwei Wochen müssen sie immer mehr Schussverletzungen per Videokonferenz behandeln. Die Iranische Regierung lässt auf Menschen schießen, um die Demonstrationen gegen das Mullah-Regime zu verhindern. Am anderen Ende der Leitung sind im Normalfall Laien ohne medizinische Kenntnisse. Wer im Iran bei einer Demo verletzt wird, traut sich nicht ins Krankenhaus. Denn da lungern die Spitzel des Regimes herum, sagt die Deutsch-Iranische Ärztin im Radio Essen-Interview.

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Dr. Shabnam Fahimi-WeberIranische Ärztin aus Essen hilft Menschen im Iran
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Wie geht es den Familien? Musiker aus Essen hält Kontakt in den Iran

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"Meinem Mann haben sie ins Gesicht geschossen, mit Schrotkugeln."

Das hörte Amir aus Huttrop diese Woche am Telefon. Der Musiker wurde im Iran geboren, kam als Student nach Deutschland und lebt hier in Essen mit seiner Familie. Das Telefonat mit seiner Freundin hat den 45-Jährigen völlig aus der Fassung gebracht, als sie ihm erzählte, wie schwer ihr Mann verletzt ist. Angst um Freunde, um Familie im Iran. So wie Amir geht es vielen in Essen. Sie hoffen, dass der Terror des Regimes gegen das eigene Volk bald ein Ende hat. Sollte das Regime auch diese Revolution niederknüppeln, fürchten viele Iraner die Rache der Mullahs ("Geistliche Elite", Führungspolitiker). Freiheit und Demokratie haben im Iran seit fast 50 Jahren keine Chance gehabt. Die Mullahs werden alles machen, um ihr Volk weiter einzuschüchtern, weiter klein zu halten, heißt es. Dabei lassen sie auch scharf schießen, auf Unbewaffnete. Seit letzten Donnerstag (8. Januar) hat sich die Lage noch mehr verschärft, erzählt Amirs Freundin aus Teheran.

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AmirIranischer Musiker aus Essen versucht Freundin zu erreichen
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