
Warum gehen Menschen in Essen auf die Straße?
"HART VERDIENT! Deine Arbeit. Deine Gesundheit. Deine Rente" - unter diesem Motto ruft der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) zum Protesttag auf. Die Pläne der Bundesregierung, zum Beispiel das Rentenalter zu erhöhen, den 8-Stunden-Tag abzuschaffen oder eine Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag einzuführen sieht der DGB als stark verunsichernd für Arbeitnehmende. Großes Thema ist der Zustand des Sozialstaats.
"Der Sozialstaat ist keine freiwillige Leistung des Staates. Er ist das Ergebnis der Arbeit von Millionen Beschäftigten. Wer Monat für Monat Beiträge zahlt, hat einen berechtigten Anspruch auf gute Gesundheitsversorgung, soziale Sicherheit und eine verlässliche Rente. Genau das steht jetzt auf dem Spiel und dagegen wehren wir uns.", so der DGB.
Für einen sicheren Sozialstaat, eine starke Demokratie und unter anderem auch eine Vermögenssteuer gehen Leute in Essen am Samstag auf die Straße.
Warum hat der DGB Essen ausgesucht als Ort?
Ganze 15 Großstädte in Deutschland sind an der Aktion beteiligt. In NRW ist Essen der Standort für die Kundgebung. Thorben Albrecht, Vorsitzender des DGB NRW, weiß warum gerade Essen ein guter Standort für diese Demo ist:
"Essen liegt nicht nur zentral in Nordrhein-Westfalen, wie im restlichen Ruhrgebiet sind hier besonders viele Menschen auf einen starken Sozialstaat angewiesen, der Frust ist bei vielen groß. Deshalb bringen wir unsere Kritik an den geplanten Sozialstaats-Kürzungen in Essen auf die Straße und zeigen, dass es demokratische Möglichkeiten gibt, seinem Ärger Luft zu machen."
Gleichzeitig finden Kundgebungen in Berlin, Bremen, Erfurt, Frankfurt am Main, Freiburg im Breisgau, Hamburg, Hannover, Kiel, Leipzig, Magdeburg, Nürnberg, Rostock, Saarbrücken und Stuttgart statt.
Wo führt die Demo in Essen lang?
Der Demonstrationszug startet gegen 10.45 Uhr an der Altendorfer Straße Ecke Hans-Böckler-Straße. Von dort aus gehen die Demonstrierenden über die Friedrich-Ebert-Straße in Richtung Innenstadt. Ziel ist der Burgplatz in der Innenstadt. Da gibt es ab 11.30 Uhr eine Kundgebung mit Musik von Eko Fresh, einer Rede von DGB-Bundesvorsitzenden Yasmin Fahimi und einem Kabarettprogramm. Vorsicht am Berthold-Beitz-Boulevard Kreuzung Altendorfer Straße: hier laden Shuttle-Busse aus ganz NRW die Demonstrierenden ab und die Straßen werden wahrscheinlich voller sein als gewöhnlich.