Fridays for Future: Organisatoren in Essen optimistisch

Seit Dezember 2018 gibt es die Gruppe, die unter anderem regelmäßig freitags in der Essener Innenstadt für mehr Klimaschutz demonstriert. Mit-Organisator Julian Pannen aus Stadtwald zieht eine Bilanz und ist vor allem froh, dass die Bewegung schon so lange durchgehalten hat. Aber geht es auch so weiter?

© Fabian Schulenkorf/Radio Essen

Fridays for Future zeigt Durchhaltevermögen

"Die Menschen fangen an, sich an vielen Ecken ein bisschen mehr Gedanken um das Klima zu machen. Und sie wissen, was die Bewegung Fridays for Future ist und tut," sagt Julian Pannen im Radio Essen-Interview. Somit zieht er eine positive und optimistische Zwischenbilanz. Ein gutes halbes Jahr demonstrieren fast jeden Freitag Schüler und Studenten auf der ganzen Welt für den Klimaschutz und den schnelleren Kohleausstieg. Julian Pannen ist Student und organisiert viele Demos mit. Er sieht, dass immer mehr Menschen sich der Bewegung anschließen, auch Erwachsene. Die haben schon Demos unter dem Namen "Parents for Future" durchgeführt. Viele kleinere Demos haben trotzdem auch in Essen oft über 100 Teilnehmer, zu den großen NRW- oder bundesweiten Demos, wie zuletzt in Aachen oder vor der RWE-Hauptversammlung in der Grugahalle, kommen tausende Demonstranten.


Politiker tun noch nicht genug

Julian Pannen freut, es dass die Bewegung bei dem ein oder anderen etwas im Kopf bewirkt. Das eigentliche Ziel, vor allem die Politiker zum Handeln zu bewegen, das sieht er noch längst nicht erreicht. Oft seien viele Politiker zwar offen für Gespräche, hören sich die Jugendlichen an, aber es würden keine Taten folgen. Das sieht Julian Pannen auch auf lokalpolitischer Ebene bei uns in Essen so. Zuletzt waren sie zum Beispiel enttäuscht, dass die Politiker im Rat nicht den Klimanotstand für unsere Stadt ausgerufen haben. "Da geht es vielen wohl weiter um Symbolpolitik," so Pannen.


Reaktionen auf Fridays for Future

Die Kritik an den Schülern und der Bewegung ist auch nach einen halben Jahr nicht abgerissen. Viele wollen nur schulfrei und tun ja selbst nichts für die Umwelt. Sie fliegen auch in den Ferien mit dem Flugzeug in den Urlaub. Das sind die häufigsten Aussagen und Anschuldigungen in den Social Media. Die verfolgt Pannen natürlich auch. Er ist aber der Ansicht, dass der Großteil der Schüler aus Überzeugung mit auf die Straßen geht. Deshalb machen auch in den Ferien viele keine Pause. Draußen auf der Straße hat Pannen schon beides erlebt. Menschen, die das gut finden und andere, die die Bewegung belächeln. Richtiger Hass sei ihm aber noch nicht entgegen gekommen.

© Radio Essen

Fridays for Future durch Sommerferien geschwächt?

In den Sommerferien gibt es etwas weniger Demos, als außerhalb der Ferien. "Auch die Organisatoren nehmen sich mal ein kleine Pause, um Kraft für neue Ideen zu tanken," sagt Julian Pannen. Trotzdem gibt es weiterhin an dem ein oder anderen Freitag eine Demo, zum Beispiel auch am 09. August bei uns in Essen. Es gab schon Bewegungen, die sich durch lange Ferien zerschlagen haben. Daran glaub Pannen hier aber nicht. Fridays for Future hat eine große Resonanz und auch schon die Osterferien durchgestanden. Dazu laufen schon die Planungen für die nächste große bundesweite Demo am 20. September. Da wird es auch den ganzen Tag Aktivitäten bei uns in Essen geben, was verrät Pannen aus organisatorischen Gründen aber noch nicht.


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