
Folge 158: "Essen im Ohr" mit Ellen Menne
Seit Jahrzehnten engagiert sich Ellen Menne in Essen. Vor allem in ihrem Stadtteil Überruhr: In der Flüchtlingshilfe, in der Kirchengemeinde, im Schulausschuss, und und und. Ihr größtes Projekt: Der jährliche Bücherbasar. Jetzt hat sie für ihr Engagement das Verdienstkreuz am Bande verliehen bekommen. Was sie motiviert, erzählt Ellen Menne bei "Essen im Ohr".
Veröffentlicht: Dienstag, 03.03.2026 04:55
33 Jahre Bücherbasar in Essen für den guten Zweck
Ellen Menne aus Überruhr engagiert sich seit mehreren Jahrzehnten in ihrem Stadtteil. Angefangen hat alles in der Flüchtlingshilfe, damals für Menschen, die aus dem ehemaligen Jugoslawien kamen.
"Das hat so viel Spaß gemacht, dass ich auch immer genügend Leute motivieren konnte, mitzumachen. Wenn wir da die Nachbarn überfallen haben, wenn wir wieder Bettwäsche brauchten oder Wäsche oder Möbel, da haben wir uns einen Wagen geliehen [...]. Wir waren also gut aufgestellt und haben uns wie die Heuschrecken da über Überruhr verteilt. Und die, die da mitgewirkt haben, das waren so unglaublich viele, die waren einfach nur klasse. Noch heute sprechen wir darüber, wie schön das war. Und heute [...] stürzen wir uns alle auf den Bücherbasar".
Im Radio Essen-Podcast "Essen im Ohr" erzählt die 77jährige, dass sie keinen Beruf mehr, sondern nur noch eine Berufung hat. Sie hat sich schon in vielen Bereichen engagiert.
Nicht nur in der Flüchtlingshilfe, sondern auch in verschiedenen Gremien der katholischen Kirchengemeinde St. Mariä Heimsuchung, im Schulausschuss, für den öffentlichen Bücherschrank in Überruhr-Hinsel, bei der kfd, im Weltladen und sie organisiert seit 1993 einen Bücherbasar. Der wird einmal im Jahr in Überruhr veranstaltet (Dieses Jahr am 12. und 13. September). Mittlerweile hat sie die unglaubliche Höhe von 100.000 Euro Umsatz überschritten. Das Geld geht an die Essener Elterninitiative zur Unterstützung krebskranker Kinder.
Ellen Menne aus Essen: "Es ist ganz normal, dass man sich engagiert."
Für Ellen Menne ist ihr Engagement selbstverständlich:
"Das kommt irgendwie von innen. Wir sind von zuhause gewöhnt, zu gucken, wo Not ist. Und da ist das ganz normal, dass man sich da engagiert."
Ihr besonderes Talent ist, dass sie auch alle anderen Menschen überzeugt, denen sie begegnet. Nicht nur ihre ganze Familie und ihre Freunde sind dabei, auch den Essener Oberbürgermeister Thomas Kufen hat sie für den Bücherbasar mit an Bord geholt.
Es geht ihr um die Unterstützung, nicht um sie selbst. Für ihr jahrzehntelanges Engagement ist sie im September 2025 mit dem Verdienstkreuz am Bande ausgezeichnet worden.
In Essen engagiert sich im Schnitt jeder Zweite
In Essen engagiert sich nach einer Studie auf dem Jahr 2024 jeder Zweite. Sei es als Sporttrainer im Verein, im Altenheim, der Kirche oder am Bücherschrank. Das ist gut und wichtig, sagt Ellen Menne.
"Ehrenamtlich ist auch, wenn Leute aus dem Stadtviertel hergehen, den Bücherschrank neu ordnen oder irgendetwas aufheben, damit es nicht so fludderig aussieht. [...] Ich kenne ganz viele, die irgendetwas auf die Bahn bringen, bei uns werden zum Beispiel Bingo-Nachmittage angeboten, im Bürgertreff, oder verschiedene andere Sachen [...]. Da kriegt keiner Geld für, das machen Leute alle ehrenamtlich [...]. Das ist unglaublich, was die so leisten."
Sie wünscht sich, dass sie mit dieser Podcastfolge mehr Menschen erreicht, die Lust haben, sich zu engagieren.
"Wenn ganz Viele etwas machen, könnte so viel Gutes geschaffen werden."
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