
Essen zeigt einmalige Ausstellung gegen das Vergessen
Mit HOLO-VOICES startet auf Zollverein eine in Europa einmalige interaktive Ausstellung. Zeitzeugen des Holocaust beantworten die Fragen der Besucher in Form von Hologrammen. Dafür wurden 900 mögliche Antworten aufgezeichnet. Wir haben den Test gemacht.
Veröffentlicht: Mittwoch, 28.01.2026 10:48
Hologramme beantworten in Essen Fragen zum Holocaust
Es war eine Herzensangelegenheit für NRW-Kultur- und Wissenschaftsministerin Ina Brandes. Nach dem Besuch einer vergleichbaren Ausstellung in Chicago stand für sie fest: Ein solches Projekt braucht es auch in NRW. Rund zwei Jahre später wurde „HOLO-VOICES“ am 27. Januar auf der Zeche Zollverein eröffnet. Grundlage der Ausstellung sind intensive Interview-Sitzungen mit Holocaust-Überlebenden. Als eine Basis dienen unter anderem bereits bestehende, mehrtägige Interviews des Deutschen Exilarchivs 1933–1945, die für die Hologramm-Technik aufbereitet wurden. Ergänzend entwickelten Studierende der TU Dortmund gemeinsam mit Historikerinnen und Historikern einen umfangreichen Fragenkatalog, mit dem der Kreis der beteiligten Zeitzeugen stetig erweitert wird.
Besucherinnen und Besucher können in der Ausstellung Fragen stellen, eine KI wählt die naheliegendste Antwort aus — gesprochen werden ausschließlich die originalen Aussagen der Überlebenden. Bislang sind rund 900 Antworten abrufbar. Mit dabei ist unter anderem Eva Weyl, die das niederländische Konzentrationslager Westerbork überlebte.
Nicht alle Fragen werden auf Zollverein in Essen richtig beantwortet
Bei der Vorstellung unseres Radio-Essen-Stadtreporters fand die KI noch nicht auf alle Fragen der Besucher die passenden Antworten. Das soll sich in den kommenden Wochen und Monaten ändern. Ein Techniker versicherte uns, dass es regelmäßige Updates geben wird. Unabhängig davon bleiben die Antworten der Holocaust-Überlebenden äußerst beeindruckend. Das bestätigten uns auch Vanessa und Lutz von der Elsa-Brandström-Realschule, die zu den ersten gehörten, die „HOLO-VOICES“ ausprobieren konnten.
Ausstellung parallel zu Holo-Voices in Essen
Zum Projekt gehören auch die Ausstellung "Frag nach" vom Deutschen Exilarchiv 1933-1945 der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt a.M. und die Ausstellung "Unter Tage. Unter Zwang" vom Verein Zeitzeugen und des Ruhrmuseums. Besuchen könnt Ihr "HOLO-VOICES" auf Zollverein in der Halle 8 täglich kostenlos von 12 bis 18 Uhr. Gruppenangebote, Führungen und Workshops zum Beispiel für Schulklassen müssen über ein Formular auf der Homepage angemeldet werden. Die Ausstellung geht noch bis Januar 2027.





