Essen: Neuer Fahrplan bei der Bahn - größter Fahrplanwechsel seit Jahrtausendwende

Die S-Bahnen, Regionalbahnen und Regionalexpress-Linien bekommen ab dem 15. Dezember 2019 einen komplett neuen Fahrplan. Zum Teil gibt es ab Essen auch ganz neue Verbindungen. Für die meisten Fahrgäste soll die Neuregelung Vorteile bringen. An einigen kleineren Bahnhöfen halten aber auch weniger Züge. Dem Fahrplanwechsel gehen jahrelange Planungen voraus. Vor allem die Nord-Süd-Verbindungen sollen profitieren, sagt der VRR.

© Verkehrsverbund Rhein-Ruhr

Fahrplanwechsel bei den Bahnen im Ruhrgebiet

Die oft überfüllte S1 fährt in Richtung Dortmund alle 15 Minuten und damit öfter als bisher. In Richtung Duisburg wird es aber nur einen 30-Minuten-Takt geben. Dafür wird auf dieser Strecke die RB33 von Aachen nach Duisburg bis nach Essen verlängert.

Die S2 fährt in Zukunft nur noch vom Essener Hauptbahnhof nach Dortmund bzw. von Dortmund nach Recklinghausen. Über die Köln-Mindener-Strecke durch den Essener Norden wird sie nicht mehr fahren. Dafür sind dort in Zukunft die Regionalbahnen RB32 (Duisburg – Dortmund) und RB35 (Mönchengladbach – Gelsenkirchen) unterwegs. Die RB32 ist zehn Minuten schneller in Dortmund als die bisherige S2. Unter anderem sind hier die Bahnhöfe Zollverein-Nord und Bergeborbeck betroffen.

Die S3 (Oberhausen – Hattingen) fährt nur noch jede halbe Stunde. Die neue Linie RE49 verbindet Wesel, Oberhausen, Essen und Wuppertal. Zwischen Essen und Oberhausen gleicht sie damit die Einschnitte bei der S3 aus. In Richtung Hattingen fahren weniger Züge.

Die S9 fährt zwischen Bottrop und Wuppertal nur noch jede halbe Stunde. Zwischen Essen und Wuppertal gleicht aber auch hier der neue RE49 die wegfallenden Fahrten aus. Zwischen Gladbeck-West und Essen übernimmt den Ausgleich der RE14, der öfter fährt. Außerdem wird der RE14 bis Steele verlängert.

Der RE2 (Essen – Münster) ist in Zukunft 15 Minuten schneller, weil Haltestellen wegfallen. Dafür wird die Linie bis nach Osnabrück verlängert. Der RE42, der größtenteils auf der gleichen Strecke unterwegs ist, fährt künftig alle 30 Minuten und nicht mehr nur stündlich.

Vorsicht Stufe: Bahnsteige in der falschen Höhe

Auf mehreren Linien kommen neue Fahrzeuge zum Einsatz. Da es im Ruhrgebiet unterschiedliche Bahnsteighöhen gibt, entstehen zum Teil Stufen beim Einstieg. An anderen Bahnsteigen, an denen es das Problem bisher gab, fällt die Stufe dagegen weg. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr arbeitet daran, alle Bahnsteige im Ruhrgebiet auf die gleiche Höhe von 76 Zentimetern zu bringen. Diese Arbeiten dauern aber noch mehrere Jahre.

Mehr Infos zum neuen Fahrplan bekommt Ihr direkt beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr:

https://www.vrr.de/de/fahrplan-mobilitaet/fahrplanwechsel-2019/

Fahrpreise für Bus und Bahn steigen leicht

Zum 1. Januar 2020 gelten neue Fahrpreise, nicht nur für die S-Bahnen, Regionalexpress-Linien und Regionalbahnen, sondern auch für die Linien von Ruhrbahn, Rheinlandbus und den Unternehmen aus den Nachbarstädten. Die Erhöhung wurde mit Augenmaß vorgenommen, heißt es vom VRR. Senken könne man die Ticket-Preise nur, wenn es mehr Zuschüsse für den Betrieb der Bus- und Bahnlinien geben würde. Für mehr Gerechtigkeit könnte das Handy-Ticket sorgen: Im Frühjahr soll ein weiterer Test starten, diesmal sollen die Kilometer vom Start zum Ziel per Luftlinie berechnet werden. Dadurch sollen die Fahrgäste nicht mehr zahlen müssen, wenn der Bus zum Beispiel wegen einer Baustelle einen Umweg fährt. Ist der Test erfolgreich, könnte das Next-Ticket im Anschluss direkt in den Regelbetrieb übergehen.

© Christian Bannier / Radio Essen
© Verkehrsverbund Rhein-Ruhr
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