Essen: Leere Geschäfte oder Ansturm nach Corona-Zwangspause?

Nach der Corona-Zwangspause dürfen ab sofort in Essen kleine Geschäfte bis 800 Quadratmeter sowie KFZ-Händler, Fahrradhändler, Buchhandlungen, Babyfachhandlungen und Möbelhäuser wieder öffnen. Die Radio-Essen-Reporter sind in der ganzen Stadt unterwegs und berichten: Gähnende Leere oder Ansturm?

© Radio Essen

Geschäfte in Essen öffnen: "Fast so voll wie vor Corona-Zeiten"

Die Rüttenscheider Straße ist "fast so voll wie vor Corona-Zeiten", berichtet unser Radio-Essen-Stadtreporter Kostas Mitsalis. Seit Montag dürfen wieder alle Geschäfte öffnen, deren Ladenfläche unter 800 Quadratmetern liegt (hier mehr Details). Schlangen gebe es auf der Rü aber nur vor Lebensmittelgeschäften und vor Apotheken - ein Bild, an das sich viele Menschen inzwischen gewöhnt haben. Sie durften auch schon vorher öffnen. Doch jetzt kommen auch in die kleinen Geschäfte wieder Menschen. Melissa del Gardo steht im Kinderbekleidungs-Geschäfte auf der Rüttenscheider Straße mit Mundschutz an der Kasse. "Es ist ein mulmiges Gefühl", sagt die Verkäuferin. Aber sie freue sich sehr, dass ihr Geschäft wieder öffnen und sie dem Lagerkoller entfliehen kann. Schon kurz nach 10 Uhr war die dritte Kundin im Geschäft und hat Unterwäsche gekauft. "Aber richtig voll wird es wohl erst ab 11 oder 12 Uhr - das ist sonst auch so". Melissa del Gardo wünscht sich, dass möglichst viele Kunden ebenfalls einen Mundschutz tragen. Sie selbst hat sich noch nicht ganz daran gewöhnt: Das Atmen fällt nicht so leicht und man möchte sich die Maske am liebsten herunterreißen. Auch wenn die Straßen wieder voll sind: "Für uns ist es immer noch kein Normalbetrieb. Durch den Mundschutz und dem Abkleben fühlen wir uns eher wie in einem Tatort".

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Nach Corona-Zwangspause: "Endlich wieder Schrauben"

Auch Ertem im Handyshop auf der Rü freut sich, dass sein Geschäft wieder öffnen darf: "Endlich wieder Schrauben" strahlt Ertem und hat schon die ersten Kunden mit defekten Smartphones in seinem Geschäft. Auch im Schuhladen arbeiten die Mitarbeiterinnen wieder: Nicole, Ina und ihre Kollegin sortieren Schuhe und stellen neue Ausstellungsstücke ins Schaufenster. Am Eingang kleben auch schon die Verhaltens- und Hygienehinweise: Ins Herrengeschäft dürfen drei Kunden, ins Damengeschäft vier. Für die Mitarbeiter sei der Montag wie ein "Neustart", sagen sie im Gespräch mit Radio Essen. "Ich glaube nicht, dass hier die Scharen ankommen, aber viele Kunden haben schon ihren Besuch angekündigt", sagt eine der Schuhverkäuferinnen auf der Rü. Sie wünscht sich ein Stückchen Normalität zurück, "aber es wird lange dauern, bis es so ist wie es früher war", glaubt sie.

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Etwas voller als sonst ist es auch im Kronenberg Center in Altendorf - etwas, aber nicht sehr viel. Unser Reporter hat auf dem Parkplatz Selim getroffen, als der gerade 20 Rollen Tapete in sein Auto lädt. Selim ist in Kurzarbeit und nutzt die freie Zeit, um seine ganze Wohnung zu renovieren. Für ihn ist das zumindest "ein Stück Normalität", sagt er. Auch Möbel Kröger war gut besucht. Viele Menschen aus Essen sowie aus den Nachbarstädten waren dort, oft auch um "einfach Mal raus zu kommen".

Weniger los war am Limbecker Platz und in der Innenstadt. Dort sind viele große Geschäfte mit Magnetwirkung, die aber nicht öffnen dürfen.

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