Essen: Gemeinde will St. Johann Baptist in Altenessen retten

Nachdem die Contilia das Marienhospital in Essen nicht mehr betreiben will, will die katholische Gemeinde ihre Kirche St. Johann Baptist zurück haben. Eigentlich sollte das Marienhospital neugebaut werden und zwar dort, wo jetzt die Kirche steht. Doch daraus wird jetzt nichts...

© Socrates Tassos

St. Johann Baptist in Essen soll bleiben

Die Contilia hatte überraschend angekündigt, zwei der drei Krankenhäuser im Essener Norden nicht weiter betreiben zu wollen. Darunter auch das Marienhospital in Altenessen, um das es in den vergangenen Monaten viel Streit gab: Es sollte ursprünglich neugebaut werden und die Gemeinde hatte dafür das Kirchengrundstück mit Pfarrkirche, Pfarrzentrum und Pfarrhaus verkauft. Im Januar hatte die Contilia verkündet: Sie wolle ihre Krankenhäuser verkaufen. Ein anderer Träger könne die Neubaupläne aber weiter führen. Jetzt will die Contilia doch nicht verkaufen - und das Marienhospital nicht weiter betreiben.

Für die Gemeinde St. Johann Baptist in Altenessen bedeutet das: Sie kann nun eine Rücktrittsklausel im Kaufvertrag nutzen, um die Kirche und das gesamte Grundstück zurückzubekommen. Der Kirchenvorstand hat dies auch in seiner Sitzung am Donnerstagabend beschlossen. "Kein Krankenhaus-Neubau mit Kirche, kein Kirchengrundstück", bringt es der stellvertretende Kirchenvorstands-Vorsitzende Ulrich Hütte auf den Punkt. Nach den Sommerferien will die Gemeinde in einer öffentlichen Versammlung auch die weiteren Schritte bekannt geben.

Kritik an Contilia für das Vorgehen in Essen

Heftige Kritik gab es in der Kirchenvorstands-Sitzung auch an Contilia: Sie hatte am Mittwochabend in einem Schreiben die überraschende Schließung bekanntgegeben. "Der Text suggeriere, dass das Krankenhaus-Projekt bereits mit dem angekündigten KKE-Verkauf im Januar beendet gewesen sei. Das stimmt so nicht", erklärt Thomas Zander als Vorsitzender des Kirchenvorstands. Gegenüber des Kirchenvorstands sei immer wieder betont worden, dass auch ein neuer Eigentümer das Krankenhausprojekt umsetzen könne. Diese Option hatte sich die Contilia ausdrücklich offen gehalten, "wohl auch mit Blick auf den Verkaufswert", heißt es in einer Stellungnahme des Kirchenvorstands. Und weiter: "Nun zu sagen, bereits im Januar sei das Projektende verkündet worden, ist eine unverschämte und nicht der Wahrheit (...) entsprechende Aussage".

Initiative Rettet St. Johann will Klage zurückziehen

Im Zuge der Diskussion um den Kirchenverkauf hatte sich auch der Verein Rettet St. Johann gegründet. Er fordert nun, dass der Kirchenvorstand auf sie zugeht. Wenn die Verkaufsrückabwicklung rechtssicher ist, wolle der Verein auch die Klagen zurückziehen. Gegenüber Radio Essen erklärte Tobias Urban von "Rettet St. Johann" mit gemischten Gefühlen auf die Entscheidung der Contilia: Er ist froh, dass die Kirche erhalten bleibt. Aber gleichzeitig ist die Schließung des Marienhospitals weniger schön, ist es doch Teil der Gemeinde.

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