Essen: Demo gegen Krankenhaus-Schließungen

Gegen die Schließung der beiden Krankenhäuser im Essener Norden wehren sich jetzt die Mitarbeiter und Anwohner im Norden. Das Marienhospital in Altenessen und das St. Vincenz Krankenhaus in Stoppenberg sollen geschlossen werden. Übrig bleibt dann nur noch das Philipusstift in Borbeck.

Marienhospital in Essen-Altenessen
© Funke Foto Services/Herbert Höltgen

Mitarbeiter und Bewohner in Essen wehren sich gegen die Pläne für zwei Krankenhäuser im Norden

Am Freitagnachmittag (03.07.) um 17 Uhr wollen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der katholischen Kliniken Essen (KKE) gegen die Pläne der Contilia-Gruppe demonstrieren. Der Aufsichtsrat der Contilia hatte letzte Woche entschieden, dass zwei der drei Krankenhäuser im Norden geschlossen werden. Dabei geht es um das Marienhospital in Altenessen und das St. Vincenz Krankenhaus in Stoppenberg. Die Mitarbeiter aus den Krankenhäusern beklagen sich darüber, dass sie schon in den letzten Jahren immer wieder von einem Arbeitsplatz zum nächsten versetzt wurden und es eine große Unsicherheit wegen ihrer Zukunft gab.

Demo in Essen für Krankenhäuser

Im Norden von Essen soll es in Zukunft dann nur noch das Philipusstift in Borbeck geben. Dort werden Notfälle versorgt und können Anwohner kleiner Operationen durchführen lassen. Für alles andere sollen sie in die anderen Krankenhäuser in der Stadt fahren.

Die Abteilungen für Geburtshilfe und Gynäkologie am Marienhospital zum Beispiel wird dann ebenfalls geschlossen. Viele Altenessener beklagen sich darüber und sie würden so einen Teil ihrer Identität verlieren, sagen sie. Die Contilia-Gruppe will das Philipusstift in Borbeck ausbauen, die Uniklinik will sich ebenfalls stärker im Norden engagieren. Genaue Pläne dazu sind aber noch nicht bekannt. Am Freitag soll es also eine Demo auf dem Karlsplatz geben. Am Wochenende hat außerdem die SPD in Bergeborbeck eine Petition für den Erhalt der beiden Krankenhäuser gestartet.

OB-Kandidat der SPD Essen: "Kahlschlag im Norden nicht hinnehmbar"

Es gibt weitere beunruhigende Nachrichten aus dem Norden. Die Gynäkologie, Urologie, Geburtsklinik und Onkologie sollen wohl nicht ins Borbecker Philippusstift übersiedeln, sondern ersatzlos gestrichen werden. Der OB-Kandidat der SPD Essen, Oliver Kern, ist entsetzt: „Nach dem Schock folgt das Desaster. Wie aus Kreisen der Contilia zu vernehmen ist, sollen zahlreiche fachmedizinische Abteilungen nicht überführt oder umgewandelt, sondern ersatzlos gestrichen werden. Diese Pläne würden den Gesundheits-Kahlschlag im Essener Norden endgültig besiegeln. Die damit verbundene Halbierung der Krankenhausbetten im Norden lehne ich entschieden ab. Dass die medizinische Versorgung von über 110.000 Essenerinnen und Essenern derart fahrlässig und abrupt aufs Spiel gesetzt wird, macht mich fassungslos.“

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