
Was plant die Stadt Essen mit der ehemaligen Polizeischule in Bredeney?
Auf dem rund neun Hektar großen Gelände der ehemaligen Polizeischule in Essen-Bredeney soll in den kommenden Jahren ein neues, urbanes Stadtquartier entstehen. Das Areal liegt zwischen der Messe Essen, dem Grugapark, dem Ortskern Bredeney und dem Stadtteil Rüttenscheid. Nach 90 Jahren ist die Polizeischule im Jahr 2020 umgezogen; seitdem ist das Gebäude samt Gelände ungenutzt.
Das Gebäude steht zwar unter Denkmalschutz, kann jedoch aufgrund heutiger Anforderungen an Statik, Brandschutz und Technik nicht weiterverwendet werden. Ein Abriss wurde daher schon genehmigt, der Denkmalschutz wurde aufgehoben. Damit ist der Weg frei für eine vollständige Neuentwicklung des Areals.
Wem gehört das Gelände der ehemaligen Polizeischule in Essen?
Eigentümerin des Grundstücks ist seit 2023 die ENO Capital GmbH & Co. KG, deren Gesellschafter unter anderem die RAG-Stiftung sind. In enger Abstimmung mit der Stadt Essen wurde ein städtebaulich-freiraumplanerisches Qualifizierungsverfahren durchgeführt. Mehrere Planungsteams erarbeiteten parallel Konzepte für die zukünftige Nutzung des Geländes. Eine Fachjury aus Stadtplanungs-, Architektur- und Landschaftsexpertinnen und -experten wählte im Juli 2025 einen Siegerentwurf aus, der nun weiter ausgearbeitet wird.
Wie soll das Stadtquartier in Essen aussehen?
Ziel der Planung ist laut einer Vorlage der Stadt Essen die Entwicklung eines gemischten und lebendigen Quartiers. Vorgesehen sind verschiedene Nutzungen wie Wohnen, Arbeiten und ergänzende Dienstleistungen sowie Grünflächen. Der Fokus liegt auf einer nachhaltigen, klimaresilienten Bauweise sowie auf modernen Mobilitätskonzepten mit weniger Autoverkehr und besseren Bedingungen für Fußgänger und Radfahrer.
Neben dem eigentlichen Gelände der ehemaligen Polizeischule wird auch ein angrenzendes, bislang brachliegendes Grundstück in die Überlegungen einbezogen, um ein stimmiges Gesamtkonzept zu schaffen.
Wie geht es mit den Plänen zur ehemaligen Polizeischule in Essen weiter?
Als nächster Schritt soll auf Grundlage des überarbeiteten Entwurfs ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Die frühzeitige Beteiligung der Essenerinnen und Essener ist für das zweite Quartal 2026 vorgesehen. Parallel dazu wird der Flächennutzungsplan geändert, da das Gebiet bislang als Gewerbefläche ausgewiesen ist.
Mit der Entwicklung des ehemaligen Polizeischulgeländes bietet sich die Chance, einen bislang abgeschlossenen Standort neu in das Stadtgefüge einzubinden und eine positive Außenwirkung mit Strahlkraft für Bredeney und die angrenzenden Stadtteile zu setzen, heißt es in einer Vorlage für die Politikerinnen und Politiker der Stadt.