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"Der Rauch hat  die Sonne bedeckt" - Reporter aus Essen bei Waldbränden in Frankreich
© Justin Brosch
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"Der Rauch hat die Sonne bedeckt" - Reporter aus Essen bei Waldbränden in Frankreich

Ein Reporter aus Essen hat die verheerenden Waldbrände im Südwesten Frankreichs aus nächster Nähe erlebt. Auf Radio Essen-Anfrage schildert er Szenen, die ihn so schnell nicht loslassen werden.

Veröffentlicht: Mittwoch, 29.07.2026 03:11

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In elf Stunden von Essen nach Frankreich

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Freitagabend (24. Juli) klingelte bei Blaulichtreporter Justin Brosch aus Essen plötzlich das Telefon. Eine große Zeitung war am anderen Ende der Leitung.

"Justin, könntest du jetzt nach Frankreich fahren?" Erinnert sich der Fotograf an den Anruf. "Wir brauchen einen Kameramann vor Ort."

Wenige Stunden später saß der Essener zusammen mit einem weiteren Reporter im Auto Richtung Bordeaux. Nach rund elf Stunden Fahrt ging es direkt ins Einsatzgebiet.

"Man muss sich das so vorstellen: Es geht die Straße kilometerlang geradeaus und rechts und links ist nur verbrannte Erde, verbrannte Bäume. Das sah aus wie in so einem Film, wie "The Walking Dead" oder sowas."

In Frankreich stehen aktuell tausende Hektar Wald in Flammen.

"Man hat quasi eine Riesenrauchsäule über Südfrankreich gesehen. Der Rauch hat die Sonne bedeckt, es war dunkel, man hat gedacht, es ist abends, aber es war einfach 11 oder 12 Uhr mittags - es war gigantisch."
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Reporter aus Essen kommt dem Feuer ganz nah

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Mit seiner Kamera kam er dann ganz nah ran - nah an die Einsatzkräfte, an verzweifelte Helferinnen und Helfer, nah an meterhohe Flammen.

"Es war ein Riesenflammenmeer. Man hat die Verzweiflung der Einsatzkräfte gesehen, die da vor Ort waren. Man hat die Bevölkerung gesehen, die versucht haben mitzuhelfen," erinnert sich Justin, "die Anwohner haben teilweise mit gelöscht. Die hatten Wassertanks auf ihren privaten Pickups, auf Anhängern, auf Abschleppwagen gespannt mit Wasserpumpen dran und haben die Feuerwehr unterstützt."

Justin Brosch erzählt auf Radio Essen-Anfrage, dass ihm der Rauch trotz Schutzmaske in den Augen gebrannt hat, dass man kaum atmen konnte. Umso beeindruckender war es für ihr zu sehen, dass die Einsatzkräfte und die freiwilligen Helfer Tag und Nacht im Einsatz waren und wirklich alles gegeben haben. Er berichtet von Einsatzkräften, die am Straßenrand versuchen zu schlafen, um sich wenigstens ein bisschen auszuruhen.

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Fotograf aus Essen muss evakuiert werden

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Der Reporter aus Essen war plötzlich mitten drin in den Flammen, das Feuer habe sich rasend schnell ausgebreitet, sagt er. Dann hat ihn die Feuerwehr weggeschickt.

"Dann mussten wir alle raus und man hat auch direkt gesehen: „Okay, jetzt geht's hier richtig ab."

Ein Hubschrauber flog über das Feuer, hupend - zu Justins Überraschung.

"Ich habe noch nie erlebt, dass ein Hubschrauber hupen kann. Der hat so Töne von sich gegeben als Warnung: Da kommt jetzt gleich das Löschflugzeug. Und dann hat es auch keine 2, 3 Minuten gedauert, und dann kamen da 4 Löschflugzeuge, die sind über dieses Gebiet geflogen, haben das Wasser abgelassen, um diese Flammen zu bekämpfen."
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Zurück in Essen, doch die Eindrücke bleiben

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Die Eindrücke von diesem Einsatz wird er nie vergessen, sagt er auf Radio Essen-Anfrage. Er war live dabei, als ein Ort evakuiert werden musste:

"Es sind Einsatzkräfte zu den Häusern gerannt, haben angeklopft, haben auf Französisch gerufen: "Kommt alle raus, der Ort muss hier evakuiert werden!" Es gab Lautsprecherdurchsagen, man hat nur noch Blaulicht gesehen. Es war dunkel, der ganze Himmel war hellorange erleuchtet - man hat gesehen, dass das Feuer sehr, sehr nah ist. Die Leute sind mit ihrem Hab und Gut in der Hand gerannt, in die Autos rein und losgefahren."

Menschen mussten ihr Zuhause verlassen, ohne zu wissen, ob ihr Haus bei Ihrer Rückkehr noch steht, oder nicht.

"Wir sind da später durchgefahren am Montag und man hat gesehen, die Häuser waren nicht mehr da. Es waren nur noch Ruinen da."

Inzwischen ist Justin Brosch wieder zurück in Essen. Für ihn als Journalist und Fotograf war seine Reise natürlich spannend - er hatte viele eindrucksvolle Bilder vor seiner Kameralinse. Trotzdem hofft er, dass so etwas nicht wieder passiert. Den unermüdlichen Einsatz der Feuerwehr und den freiwilligen Helferinnen und Helfer hat ihn sehr beeindruckt - das werde er so schnell nicht vergessen.

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Justin Brosch aus Essen teilt seine Erlebnisse
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