Corona-Lockerungen: Essener Mediziner unterschiedlicher Meinung

Auf die umfangreichen Lockerungen der Einschränkungen wegen des Corona-Virus sind in Essen unterschiedliche Stimmen zu hören. Bei einer nicht repräsentativen Radio Essen Umfrage auf dieser Homepage findet eine Mehrheit, dass es noch zu früh dafür sei.

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Meinungen in Essen: Für Ärzte sind die Lockerungen etwas zu früh

Bei der Kassenärztlichen Vereinigung hält der Chef die Lockerungen für verfrüht. Er ist skeptisch, ob die Zeit dafür schon reif ist. Außerdem erinnert er noch einmal daran, dass jeder in seiner Arztpraxis anrufen sollte bevor er hingeht. Viele Praxen werden darauf achten, dass nicht zu viele Patienten gleichzeitig kommen, deshalb kann es weiterhin auch zu längeren Wartezeiten kommen.

Experten vom Uniklinikum in Holsterhausen zurückhaltend

Der Virologe Mirko Trilling vom Essener Uniklinikum sagt, es sei nicht zu früh für die Lockerungen. Die Zahlen seien gefallen, es gäbe nur noch wenige Fälle in Essen. Jetzt im Sommer wird sich das Virus wahrscheinlich auch weniger verbreiten. Er macht sich eher Sorgen, wenn es wieder kälter wird. Wir sollten uns jetzt weiter gut auf das Virus vorbereiten im medizinischen Sektor und in der Gesellschaft darauf einstellen, dass es sich wieder stärker ausbreiten kann. Der Infektiologe Sebastian Dolz sieht in den Lockerungen eine politische Entscheidung. Jeder sollte weiter eine Maske tragen und den Abstand einhalten, das wäre wichtig, damit die Infektionszahlen nicht ansteigen. Außerdem müsste man die gesamte Entwicklung im Blick behalten, um richtig reagieren zu können. Er glaubt aber, dass wir erst einmal gut damit leben können.

Kinderschutzbund sieht pro und contra bei Lockerungen

Nur wenn alle verantwortungsvoll mit der Freiheit umgehen, dann wird es gut gehen, das sagt der Vorsitzende des Essener Kinderschutzbundes Ulrich Spie mit Blick auf die geöffneten Spielplätze. Hier treffen sich Kinder und Eltern wieder, sollen aber weiter Abstand halten. Die Mitarbeiter des Kinderschutzbundes werden ab morgen auch wieder die Spielplätze besuchen und mit Kindern und Eltern sprechen. In den nächsten Wochen wird der Kinderschutzbund auch wieder sein Spielmobil einsetzen, allerdings ohne Hüpfburg. Der Kinderschutzbund ist einerseits froh, dass Kinder sich jetzt wieder treffen können und bald auch hoffentlich wieder in die Kita gehen. Aber das gehe nur, wenn alle weiter daran denken, den nötigen Abstand zu wahren und Masken tragen. Die Zeit war für viele Eltern extrem anstrengend und die Mitarbeiter erwarten jetzt, dass sie in den nächsten Wochen noch mehr Anfragen aus Familien bekommen, die Probleme haben.

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